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Positive Zwischenbilanz: Cannabis-Studie «Weed Care» zeigt gesundheitliche Vorteile
Positive Zwischenbilanz: Cannabis-Studie «Weed Care» zeigt gesundheitliche Vorteile
Basel, 19. März 2026 – Nach drei Jahren Laufzeit zieht das Pilotprojekt «Weed Care» im Kanton Basel-Stadt eine positive Zwischenbilanz. Die Studie zur kontrollierten Abgabe von Cannabisprodukten zeigt, dass ein regulierter und gesundheitsorientierter Zugang Risiken für Konsumierende senken kann – ohne den Konsum insgesamt zu steigern.
Das Projekt startete im Januar 2023 mit 378 Teilnehmenden. Über den Untersuchungszeitraum hinweg berichten die Forschenden von einem Rückgang problematischen Konsums. Besonders auffällig: Der Konsum von Cannabis gemischt mit Tabak nahm deutlich ab. Gleichzeitig blieb die monatliche Bezugsmenge pro Person stabil, was darauf hindeutet, dass die kontrollierte Abgabe nicht zu einem Mehrkonsum führt.
Auch bei den angebotenen Produkten zeigt sich ein Wandel. Ein Drittel der Produkte weist weiterhin einen vergleichsweise niedrigen THC-Gehalt von unter 13 Prozent auf. Neue, risikoärmere Konsumformen wie Cannabisöl, Vapes und Sprays, die im Herbst 2025 eingeführt wurden, erfreuen sich wachsender Beliebtheit und machen inzwischen rund 18 Prozent der monatlichen Abgabemenge aus.
Verbesserungen bei der psychischen Gesundheit
Neben Veränderungen im Konsumverhalten zeigt die Studie auch positive Effekte auf die psychische Gesundheit der Teilnehmenden. Depressive Symptome, Angstzustände und psychoseähnliche Beschwerden gingen im Verlauf der drei Jahre zurück. Zudem sank der Konsum von Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen.
Als mögliche Gründe nennen die Forschenden den Wegfall der Illegalität, die Entstigmatisierung durch den legalen Bezug sowie den Zugang zu geprüften und klar deklarierten Produkten. Auch kurze Beratungskontakte in Apotheken könnten zu einem bewussteren Konsum beitragen.
Hohe Zufriedenheit mit Angebot und Qualität
Aktuell nehmen noch rund 70 Prozent der ursprünglichen Teilnehmenden an der Studie teil. Insgesamt wurden in den ersten drei Jahren etwa 113 Kilogramm Cannabisblüten und Hasch sowie kleinere Mengen an Ölen, Vapes und Sprays verkauft.
Mit der Erweiterung des Sortiments stieg auch die Zufriedenheit: Der Anteil zufriedener Teilnehmender erhöhte sich von 53 auf 64 Prozent, während 75 Prozent die Produktqualität positiv bewerten.
Bedeutung für zukünftige Cannabispolitik
Die Studie wurde inzwischen bis Januar 2027 verlängert. Neu besteht auch die Möglichkeit, illegal erworbene Produkte im Rahmen eines sogenannten Drug Checkings testen zu lassen – ein Angebot, das bislang jedoch kaum genutzt wird.
Die bisherigen Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für die politische Debatte. Sie deuten darauf hin, dass eine regulierte Abgabe von Cannabis nicht nur Risiken reduzieren, sondern auch gesundheitliche Vorteile bringen kann. Ein abschließender Bericht wird nach Studienende 2027 erwartet und soll gemeinsam mit weiteren Pilotprojekten als Grundlage für zukünftige Entscheidungen in der Cannabispolitik dienen.
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