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(Update) Großbritannien diskutiert Medi-Weed

27.02.2018
Chanti Kolks
(Kommentare: 0)
Politik+Gesellschaft
Großbritannien diskutiert Medizinisches Cannabis

Update 27.02.18: Gerne hätten wir euch über den Fortgang der Debatte um Cannabis-Medizin in Großbritannien auf dem laufenden gehalten - aber die Debatte wurde abgeblasen. Sandy Martin, eine andere Abgeordnete der Labour-Partei, hat dem Cannabis-Befürworter Paul Flynn einen Strich durch die Rechnung gemacht, indem sie den angesetzten Tagesordnungspunkt durch einen sogenannten "Filibuster" verdrängt hat (ein "Filibuster" ist ein Phänomen in angelsächsischen Parlamenten - quasi, ein Abgeordneter beginnt eine Rede und hört einfach nicht auf). Und dass obwohl beide in der selben Partei sind. Wie Merry Jane berichtet, soll Martin an einer Stelle sogar eine Stunde über die Wahlrechte von Exil-Briten gelabert haben. Frühestens im Juli soll das Thema erst wieder auf der Agenda stehen. Kann man nur den Kopf schütteln....

In der Zwischenzeit mehren sich aber Hinweise darauf, dass das britische "Home Office" dem Public Relations-Alptraum zumindest insofern entgehen möchte, indem einzig eine für Alfie Dingley geltende Ausnahmeregelung getroffen werden soll.

Wir bleiben am Ball.

Original Meldung:

Am kommenden Freitag, dem 23. Februar, wird das britische Parlament in zweiter Lesung über einen Gesetzesentwurf beraten, der die Verwendung von medizinischem Cannabis in gebotenen Fällen erlauben soll. Die Chancen, dass die 'Bill' angenommen wird, stehen allerdings niedrig - die Regierung unter Theresa May ist kein erklärter Fan der Kulturpflanze Hanf und in Sachen Legalisierung haben selbst ‘linke’ Labour-Regierungen in der Vergangenheit lieber Rückschritte als Fortschritte gemacht. Dennoch nimmt die Debatte um die Schicksale von Kranken, denen durch Cannabis geholfen werden kann, nun wieder Fahrt auf.

Hintergrund ist der Fall des 6 jährigen Alfie Dingley, der an einer schweren und sehr seltenen Form der Epilepsie leidet (der Gen-Defekt “PCDH19”). Unzufrieden mit den schweren Nebenwirkungen verschriebener Medikamente entschieden sich seine Eltern schließlich für eine Therapie auf Basis von Cannabis-Präparaten - mussten dafür aber ihr Heimatland verlassen und nach Den Haag, Niederlande, ziehen. Der Fall wurde von britischen Medien aufgegriffen und hat zu einer Welle von Zuspruch und Spenden geführt.

Heute sagen seine Eltern, die Therapie hätte die Zahl der Epilepsie-Attacken auf eine pro Monat reduziert. In Großbritannien hätte ihnen dafür eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren gedroht.

Eine erneute Anfrage der Familie an das verantwortliche “Home Office” der britischen Regierung, das Cannabis-Öl für Therapiezwecke nach England einführen zu dürfen, wurde diese Woche abgelehnt. Die Regierung mauert und verweist auf die geltenden Gesetze. Im Vorfeld der Debatte am Freitag bittet die Familie nun ihre Landsleute, Druck auf Abgeordnete zu machen.

Der Parlamentarier Paul Flynn (Labour), der für den eingangs erwähnten Gesetzesvorschlag verantwortlich ist, hat sich derweil auf Twitter an Alfies Eltern und die britische Öffentlichkeit gewendet: “Man sagte einer Mutter, dass sie es hinnehmen müsse, wenn ihr Kind bis zu 30 mal am Tag blau anläuft und Krämpfe erleidet, weil das Home Office ihnen auf unmenschliche und grausame Weise untersagt, ein Mittel - legal - einzunehmen, das die Anfälle stoppt.” Er verweist auf die 5.000 jährige Verwendungsgeschichte von Cannabis und die Fortschritte in vielen US-Staaten. “Sollte die Bill am Freitag nicht angenommen werden, hat die Öffentlichkeit das Recht zu sagen ‘Die Gesetzgeber sind Dummköpfe, grausam und haben keinen Spielraum für Mitleid’.”

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