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Faserhanf als genügsame Alternative zu anderen Faserpflanzen

13.11.2020
grow! Magazin
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In einem Feldversuch haben Forschende vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB) die Wasserproduktivität von Hanfsorten unter trockenen Anbaubedingungen genauer untersucht.Wie effektiv die Wassernutzung der Hanfpflanze ist, war bisher unbekannt.

Am Forschungsstandort Marquardt im Nordwesten Potsdams wurden mit Santhica 27 und Ivory zwei angepasste Sorten angebaut. Mit einer Jahresniederschlagsmenge von 579 Millimetern gehört der Versuchsstandort zu den trockensten Gebieten Deutschlands. Der sandige Boden kann nur wenig Wasser und Nährstoffe aufnehmen - hinzu kam das Dürrejahr 2018. Um die Wasserproduktivität zu bestimmen, wurden neben meteorologischen Daten auch Wachstumsfaktoren wie die Wasserverfügbarkeit aus dem Boden, die Transpiration und die Photosyntheseleistung ermittelt. Erstmals wurde auch jener Niederschlag erfasst, der das Blattdach der Pflanze durchdringt. Mit der Ernte im September ermittelten die Agrarforschenden dann den Biomasseertrag sowie den faserenthaltenden Bastanteil der Hanfpflanze.

Das Ergebnis: Die durchschnittliche Wasserproduktivität von Industriehanf war mit 2,4 Kilogramm Trockenmasse pro Kubikmeter genutztem Wasser sechs Mal höher als die von Baumwolle. „Wir sehen, dass Hanf großes Potenzial für den Anbau an relativ trockenen Standorten bietet. Das macht Faserhanf interessant als umweltfreundliche Alternative zur Baumwolle, auch dank der geringeren Ansprüche an den Pflanzenschutz“, so Hans-Jörg Gusovius, Experte für Faserpflanzen am ATB. Auch die in Europa angebauten und THC-freien Cannabissorten zählen dem Forscher zufolge zu den eher genügsamen Hanfpflanzen, was Wasser- und Pestizidverbrauch betrifft. Der Pflanzenforscher ist überzeugt, dass multifunktionale Pflanzen wie Hanf künftig hochwertige Pflanzenfasern für die Bioökonomie liefern und damit fossile Rohstoffe in Verbundwerkstoffen wie Bau- oder Dämmstoffen ersetzen können. Solche Daten könnten aber auch Landwirten bei der Optimierung der Wassernutzung helfen. Dafür sei jedoch weitere Forschung nötig.

Quelle: Wissenschaftsjahr 2020

 

 

 

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