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Cannabiskonsum im Alter: Studie zeigt positive Effekte auf Gehirn und Denkfähigkeit
Cannabis wird häufig mit Risiken für das Gehirn in Verbindung gebracht – insbesondere bei jungen Menschen. Eine neue Studie aus den USA legt nun nahe, dass sich Cannabiskonsum bei Menschen mittleren und höheren Alters anders auswirken könnte: In mehreren Bereichen zeigen sich positive Effekte auf Gehirnstruktur und kognitive Leistungsfähigkeit.
Forschende der University of Colorado Anschutz analysierten Daten der britischen UK Biobank, einer der weltweit größten medizinischen Datenbanken. Grundlage der Untersuchung waren die Angaben von 26.362 Erwachsenen im Alter zwischen 40 und 77 Jahren. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden betrug 55 Jahre. Je nach lebenslangem Cannabiskonsum wurden sie in drei Gruppen eingeteilt: kein Konsum, moderater Konsum und hoher Konsum.
Im Mittelpunkt der Analyse standen detaillierte Gehirnscans und kognitive Tests. Anders als frühere Studien betrachteten die Wissenschaftler nicht nur das Gesamtvolumen des Gehirns, sondern einzelne Hirnregionen mit hoher Dichte an sogenannten CB1-Rezeptoren – jenen Andockstellen, über die Cannabiswirkstoffe ihre Wirkung entfalten. Eine besondere Rolle spielte dabei der Hippocampus, der für Lernen und Gedächtnis entscheidend ist und im Alter besonders anfällig für Abbauprozesse gilt.
Die Ergebnisse zeigen einen klaren Zusammenhang: Personen mit Cannabiskonsum über die Lebenszeit verfügten in mehreren wichtigen Hirnregionen über größere Volumina als Nichtkonsumenten. Gleichzeitig erzielten sie bessere Ergebnisse in Tests zu Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit. Am deutlichsten fielen diese Effekte bei moderatem Cannabiskonsum aus. Diese Gruppe schnitt durchweg am besten ab und zeigte besonders stabile kognitive Leistungen.
Die Forscher sehen darin Hinweise darauf, dass moderater Cannabiskonsum im mittleren und höheren Alter möglicherweise mit neuroprotektiven Effekten einhergeht – also dazu beitragen könnte, altersbedingte Veränderungen im Gehirn abzumildern. Auch im Hinblick auf geistige Leistungsfähigkeit deuten die Daten auf potenzielle Vorteile hin.
Zwar zeigte sich in einem einzelnen Hirnareal, dem posterioren cingulären Cortex, bei stärkerem Konsum ein geringeres Volumen. Frühere Studien bringen diese Veränderung jedoch teilweise mit einer effizienteren Arbeitsgedächtnisleistung in Verbindung. Die genaue Bedeutung dieses Befunds ist noch Gegenstand weiterer Forschung.
Insgesamt legt die Studie nahe, dass Cannabiskonsum – insbesondere in moderater Form – im Alter zwischen 40 und 77 Jahren mit größeren Hirnvolumina und einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit verbunden sein kann. Die Autoren betonen dennoch, dass weitere Studien notwendig sind, um die langfristigen Auswirkungen genauer zu bewerten und mögliche Risiken besser einzuordnen.
Quelle: t-online.de
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