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Über White Widow, Haze & andere All Time Classics

15.03.2018
grow! Magazin
(Kommentare: 1)
sonstige

Oder: Cannabissorten, die jeder Grower mal angebaut haben sollte...

Selbst in Ländern, in denen der Anbau von Cannabis illegal ist, gibt es Grower, die seit vielen Jahren, manchmal 40 Jahre und länger, growen. Sie haben oft Dutzende, wenn nicht gar Hunderte von verschiedenen Cannabissorten angebaut.

Dabei wird ihnen aufgefallen sein, dass sich die Vielfalt und Anzahl von verfügbaren Sorten seit den Anfängen in den frühen 1960ern stark erhöht hat. In den 1990er Jahren gab es nur relativ wenige neue Sorten, verglichen mit heute, wo manche Hanfsamenhändler 400 Sorten und mehr anbieten. 

Fast alle Sorten, die heutzutage angebaut werden, sind Nachfahren fundamentaler Züchtungen, die in den 1960ern, 70ern und 80ern entstanden sind.

Bis zur Einführung des beschleunigten Züchtens durch die Hybridisierung von Cannabis, zusammen mit dem rasanten Anstieg der Zahl von Cannabiszüchtern – die in Teilen der USA und Kanada die Legalisierung des Cannabisanbaus ins Rollen gebracht haben –, sind die meisten Cannabissorten in Nord-Kalifornien oder den Niederlanden entwickelt worden.

Bis kurz nach der Jahrtausendwende waren die Niederlande das weltweit einzige Land, in dem eine robuste Hanfsamenbranche entstehen und arbeiten konnte. Die legendären holländischen Hanfsamenbanken – wie Sensi Seeds, Dutch Passion, Sagarmatha, Serious Seeds, Positronics und eine Handvoll weiterer – boten relativ einfache Kreuzungen aus Landrassen von Sativa-, Indica- und Afghanica-Genetik an, die sie im mittleren Osten, Indien, Afrika und Lateinamerika gesammelt hatten.

In den alten Zeiten war die Hybridzüchtung weit weniger nuanciert und kreativ als heutzutage, so dass die damaligen Sorten – je nach Genetik – stark in die Richtung einer der Landrassen-Indicas, -Sativas oder -Afghanicas tendierten. Sie besaßen viele der ursprünglichen Eigenschaften, wie sie auch die Landrassen hatten, von denen sie abstammen.

In der Tat hatten die frühen Cannabiszüchter nur wenige Ziele, als sie damit begannen, aus den gesammelten Samen der Landrassen neue Sorten zu züchten:

  1. Stabilisierung der Sorten, so dass man sich auf die Eigenschaften einer Sorten verlassen kann, besonders in Bezug auf den Ernteertrag und die psychoaktiven Effekte.

  2. Verkürzung der Blütezeit.

  3. Förderung von dichteren, schweren und harzreicheren Blüten

  4. Die Züchtung von Sorten, die mit den Bedingungen des Outdooranbaus klarkommen, besonders in Hollands feuchtem Klima und auf durchnässten Böden.

Einer der Pioniere und führenden Köpfen in der Cannabissamenbranche ist Ben Dronkers, der Holländer, der Sensi Seeds gegründet hatte.

Dronkers gehört zu den Cannabis-Abenteurern, die in den 1970er Jahren in die Heimatländer der Cannabislandrassen, wie etwa Pakistan oder Afghanistan, gereist sind. Er war einer der wenigen, meist europäischen Cannabis-Forscher, die das Interesse und den Mut hatten, in „exotische“ fremde Ländern zu gehen, dort Samen der heimischen Cannabispflanzen zu sammeln und sie zurück nach Europa zubringen.

Dronkers war ein Pionier in puncto Beschaffung und Züchtung von Cannabis und zudem kann er als Erfinder neuer Cannabisanbaumethoden bezeichnet werden. Er benutzte die photoperiodische Kontrolle, Gewächshäuser, Sinsemilla-Techniken und hochintensive Lichtquellen zu einer Zeit, als die meisten Grower noch outdoor anbauten und weder spezielle Materialien, noch Anbaumethoden oder Infrastrukturen nutzten.

Dronkers fand heraus, wie grüne, klebrige und potente Blüten angebaut werden können, als die holländischen Cannabiskonsumenten noch an übertrockenes, gepresstes Outdoorgras gewöhnt waren, das aus Afrika und Südostasien geschmuggelt wurde.

Doch als Dronkers seine hochqualitativen Blüten zum ersten Mal den Coffeeshop-Einkäufern anbot, bezeichneten sie es ironischerweise als „Kopfsalat“ und boten nur sehr geringe Preise dafür.

Doch es dauerte nicht lange, bis die Coffeeshop-Besitzer und ihre Kunden erkannten, dass der Geschmack und das High von Dronkers Blüten dem des Standard-Importcannabis bei weitem überlegen ist. Und so gilt Dronkers als derjenige, der die frischen, geschmackvollen Blüten in die niederländische Cannabisszene einführte.

Auch wenn viele Nicht-Europäer glauben, dass Cannabis in den Niederlanden seit Jahrzehnten völlig legal sei, war es doch vielmehr so, dass Cannabis immer mehr oder weniger illegal war und offiziell nur als „tolerierte weiche Droge“ eingestuft wurde.

Seit 2001 arbeitet die konservative niederländische Regierung daran, die Coffeeshop-Branche zu zerstören. Seitdem gibt es einen deutlichen Rückgang bei der Zahl und der regionalen Verteilung der niederländischen Coffeeshops, und auch viele niederländische Hanfsamenbanken haben ihren Zucht-Betrieb nach Spanien oder in andere Länder verlegt.

Zu Anfang seiner Karriere wurde Dronkers wiederholt verhaftet und für den Besitz von großen Mengen Cannabis verurteilt, doch zu seinem Glück waren die Strafen ausgesprochen milde.

Er und seine Anwälte hatten sich intensiv mit den niederländischen Cannabis-Gesetzen beschäftigt und gefolgert, dass das Gesetz zwar die Cannabispflanze verbietet, nicht aber die Cannabissamen.

So vertrat er den rechtlichen Standpunkt, dass er das Recht habe, Cannabissamen zu besitzen und Cannabispflanzen anbauen dürfe, um diese Samen zu produzieren.

Für mehr als zehn Jahre stimmte die niederländische Regierung der Ansicht Dronkers defacto zu. Das ermöglichte Dronkers, eine Dekade lang völlig legal die Cannabissorten zu züchten, die wir heute als grundlegend bezeichnen können.

In seiner späteren Laufbahn wurde Dronkers zu einem der ersten Magnate der Cannabisbranche, die den ökologischen und industriellen Nutzen von (Nutz-)Hanf erkannten und förderten.

Er öffnete auch die „Hash und Marijuana“-Museen in Amsterdam und Barcelona und gilt als einer der „Stammesältesten“ in der Cannabis-Branche. 

Die erste Sensi-Seeds-Sorte, die ich je angebaut habe, war Skunk #1. Zu dieser Zeit, vor etwa 30 Jahren, hat mehr als die Hälfte aller Grower diese Sorte angebaut.

Sensi Seeds sagt, dass Skunk #1 eine Acapulco Gold x Colombian Gold x Afghani-Kreuzung ist.

Ich habe sie oft angebaut und auch bei anderen Growern gesehen, der häufig auftretende Phänotyp wird von der Afghani-Genetik dominiert. Die Sorte bildet kurze, widerstandsfähige Pflanzen mit dunkelgrünen Blättern, großen, glitzernden Blüten voller „Skunk-Aroma“ und einer sehr kurzen Blütezeit.

Wenn jemand sagt, er baue Skunk #1 an, hätte aber nicht den skunky Geruch im Growraum, der ab der dritten bis vierten Blütewoche entsteht, dann hat er nicht wirklich eine Skunk #1.

 Es gibt vier wichtige Eigenschaften, die eine Sensi Seeds Skunk #1 ausmachen:

  1. Die Blütephase ist auffällig kurz, einige Phänotypen sind bereits nach etwas mehr als 6 Wochen Blütezeit erntereif.

  2. Skunk #1-Blüten sind voller Harzkristalle. Die Blüten sind groß und dicht, besitzen aber dennoch eine gewisse Resistenz gegen Grauschimmel (Botrytis), der gerne große und dichte Blüten befällt.

  3. Skunk #1 riecht wie ein wütendes Stinktier (engl.: Skunk). Ich hatte Skunk #1-Sämlinge, die bereits nach Skunk rochen. Als sie aber alt und groß genug waren, um in die Blüte gehen zu können, war der Skunk-Geruch überwältigend.

  4. Das High kann körperlich lähmend wirken, aber wenn die Blüten geerntet werden, solang die Trichome noch kristallklar sind, kann auch diese Sorte ein „Kopf-High“ produzieren. Skunk #1 enthält mehr Sativa-Genetik als eine zu 95 % reine Indica, wie etwa die Afghani #1, so dass der Konsument wenigstens ein gewisses Kopf-High verspüren kann und nicht nur das sedative Körper-Stone-Feeling hat.

Der Anbau von Skunk #1

Da Skunk #1 so schnell die Blüte beendet und sein genetisches Erbe von der Afghani-Genetik dominiert wird, benötigt diese Sorte einen maximalen Input, um das Beste aus ihr herausholen zu können.

Betrachtet man die Gesamtzeit, die dieser Strain von der Keimung des Samens bis zur Ernte der Blüten benötigt, stellt man fest, dass Skunk #1 fast so schnell ist wie einige der Autoflowering-Sorten. Bei einer Sorte mit so kurzer Blütezeit, die für ihre schweren, astbrechenden Blüten bekannt ist, muss der Grower so früh wie möglich damit beginnen, das Wachstum und den möglichen Ertrag in jeder erdenklichen Form zu unterstützen und zu fördern.

Landrassen-Afghani-Cannabis wächst in Afghanistan häufig in kalten, windigen und trockenen Gebieten mit hoher UV-Strahlung und sehr niedrigen Temperaturen in der Nacht. Diese Sorten sind daran gewöhnt, in nährstoffarmer Erde zu wachsen, und oft ducken sich die Pflanzen dicht zum Boden, um ihre breiten, dunklen und fetten Blätter zu bilden. 

Wenn ich Sorten anbaue, die von Afghani-Genetik dominiert sind, versuche ich diese ursprünglichen Bedingungen so gut wie möglich zu adaptieren. Ich verwende eine LED-UV-Lampe, senke die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit etwas unter die Normalwerte, gebe weniger Wasser als normal und lasse die Wurzelzone mehr austrocknen, bevor ich wieder wässere.

Ich füge der Raumluft CO2 zu, bis ein Wert von 1100 ppm erreicht ist, denn dieses zusätzliche CO2 stimuliert die Wachstumsrate und damit den Ertrag.

In der dritten Woche der Wachstumsphase entferne ich das oberste Meristem jeder Pflanzen, und auch, wenn ich Skunk #1 nicht als SCROG anbaue (die fetten Blüten wären ein gefundenes Fressen für Schimmel im SCROG), gebe ich den Zweigen und Ästen doch viel strukturelle Unterstützung, denn die Blüten können die Zweige tatsächlich zum Brechen bringen.

Was die Düngung angeht, orientiere ich mich an der höchsten vom Düngerhersteller empfohlenen Dosierung an Basisnährstoffen und Blüte-Boostern. Skunk #1 ist ein guter Esser.

Foto: Skunk

Wie bei anderen Sorten mit kurzer Blütenzeit, schaue ich mir wenigstens zweimal am Tag die Trichome durch eine Lupe mit 30-facher Vergrößerung an. Die Trichome von Skunk #1 verfärben sich mit zunehmender Reife von kristallklar zu bernsteinfarben. Sobald rund 15 % der Trichome bernsteinfarben sind, ist das das Signal zum Spülen und anschließenden Ernten.

Es hat sich bewährt, für eine starke Luftbewegung im Raum zu sorgen, da die dichten Blüten dadurch abtrocknen und so vor Schimmelbefall geschützt werden. Zudem sollten die Zweige so gut wie möglich voneinander getrennt werden, um ein „Verklumpen“ und Ineinanderwachsen der Blüten zu verhindern.

Sensi Seeds hat die originale Skunk #1, aber ich habe auch schon interessante Versionen, etwa von Dutch Passion, ausprobiert. Die Version von Dutch Passion kehrt das Indica- und Sativa-Verhältnis der Sensi-Seeds-Variante um, von überwiegend Indica (oder Afghanica, wie einige sagen würden) zu überwiegend Sativa.

Mit anderen Worten: Hier wurden die Eigenschaften der Acapulco Gold und der Colombian Gold hervorgehoben und der Anteil an Afghani-Genetik gesenkt. Das Ergebnis ist eine Sorte mit deutlich längerer Blütezeit (im Durchschnitt 64 Tage) und einem stimulierenderen High – im Vergleich zu Sensis Skunk #1, ohne dabei etwas an ihrem Ertragspotenzial zu verlieren.

Es kann für Cannabiszüchter sehr interessant sein, beide Versionen der Skunk #1 anzubauen, sie zu kreuzen und mit den Nachkommen zu arbeiten, um die mexikanischen, kolumbianischen und Afghani-Genetiken für andere Zuchtprojekte einzusetzen.

Doch ich habe noch eine wichtige Warnung für alle, die sich überlegen, Cannabis in einem Umfeld anzubauen, in dem der Geruch der Pflanzen zu einem Problem werden könnte: Skunk #1 ist dafür keine geeignete Sorte. Diese Sorte ist in ihrer Afghanica-/Indica-Version einfach viel zu stark riechend, selbst beim Einsatz von Aktivkohlefiltern und Geruchsneutralisatoren.

Ich traf mal einen Grower aus Großbritannien, der wegen des Anbaus von Skunk #1 im Dachgeschoss seines Reihenhauses gebustet worden war. Sein Nachbar fragte ihn immer wieder nach dem „schlechten Gestank“. Die Hausverwaltung wurde eingeschaltet, die Polizei gerufen und die Growanlage gebustet.

Als ein Freund von mir die Skunk #1 mal draußen anbaute, konnte man ihre reifende Blüten schon aus 100 Metern Entfernung riechen.

Der Anbau der Original Haze

Skunk #1 ist ein klassisches Beispiel für eine schnellblühende, kleine, stämmige, stark riechende und potente Indica-/Afghanica-Sorte.

Am anderen Ende des Spektrums befindet sich Neville‛s Haze, die angeblich erste Haze überhaupt. Sie ist ein Sativa-dominierter Strain, der ganz andere Eigenschaften besitzt, als die Indica-/Afghanica-Sorten wie etwa Skunk #1.

Die offizielle Hintergrund-Story zur Entstehung dieser epischen Sorte ist eng verbunden mit dem Cannabispionier Nevil Schoenmakers, der 1978 damit begonnen hatte, in Holland Cannabis anzubauen. Er gilt als Quelle sehr seltener Genetiken von Cannabis-Liebhabern aus Nordamerika und anderswo, inklusive des sagenhaften G-13-Klons, der zu einer Kult-Sorte geworden ist.

Er gilt auch als Erschaffer der originalen reinen Haze-Sativa, für die er tropische und äquatoriale Genetiken miteinander kombiniert hat.

Neville wurde aufgrund seines Engagements mit Cannabis lange Zeit von der Polizei international gesucht, und deshalb musste er sich lange verstecken.

Wie viele andere Entstehungsgeschichten von Sorten, ist auch die Haze-Story durchzogen von Widersprüchen und Streit. So einige Leute behaupten, sie hätten die erste Haze produziert – nicht etwa Neville.

Nichtsdestotrotz ist die echte Haze ein sehr einfach zu erkennender Cannabis-Genotyp, denn Haze-Blüten haben einen charakteristischen Geruch, der Spuren von Terpentin, Ammoniak und Zitronen beinhaltet.

 

Foto: Green Born Identity G.B.I.

Es werden Dutzende von Versionen als Neville‛s Haze verkauft. Die besten von ihnen bieten reine Haze-Genetik, gekreuzt mit einer Version der Northern Lights. Northern Lights ist eine weitere besondere Sorte, aus der viele andere hervorgegangen sind, und sie ist fast eine reine Indica.

Die reine Haze wurde mit der Northern Lights gekreuzt, um ihre Blütezeit zu verringern und sie empfänglicher für photoperiodische Blüteimpluse zu machen. Die reine Haze, wie viele reine Sativas auch, zeigt die Tendenz, in Indoorräumen kaum beherrschbar zu sein (sie lässt sich nur schwer in die Blüte bringen und kann während der langen Blütezeit zu einer riesigen Pflanze wachsen), im Freiland hat sie in nördlicheren Breiten Probleme, reif zu werden.

Deshalb haben Züchter sie mit der Indica-Genetik von Northern Lights gemischt.

Auch wenn Indica-Genetik eingekreuzt wurde, ist Neville‛s Haze eine Sorte, die nur von achtsamen und erfahrenen Growern angebaut werden sollte.

In vielen Fällen müssen die Grower die Tageslängen während der Blütephase auf 9 bis 11 Stunden reduzieren, um Neville‛s Haze zum Fertigwerden zu bewegen. Das lässt sich in Indoorgrowräumen relativ leicht umsetzen, stellt im Freiland aber eine große Herausforderung dar.

Einige Hanfsamenbanken bieten Neville‛s Haze an. Die zuverlässigsten und authentischen Neville‛s-Haze-Pflanzen, die ich jemals angebaut habe, waren aus feminisierten Samen der niederländischen Green House Seed Company.

Der Grower muss Neville‛s Haze geschickt trimmen und formen, andernfalls wird die Pflanze indoors eine Höhe von 2,5 Meter und mehr erreichen und einen Umfang wie ein Weinfass haben.

Während der Blütezeit von nicht weniger als vier Monaten, streckt sich Neville‛s Haze nach dem Beginn der Blütephase um 120 % und mehr. Das müssen Grower berücksichtigen, um den vertikalen Raum groß genug zu dimensionieren. Zudem sollten sie während der Wachstumsphase nicht zu groß werden und nicht zu spät in die Blüte geschickt werden.

Ich leite bei Neville‛s Haze die Blüte ein, wenn die Pflanzen maximal 60 cm hoch sind.

Bei der SCROG-Methode (screen of green gardening) haben die Zweige während 12 bis 16 Wochen Blütephase viel Zeit zum Wachsen, so dass das SCROG-Netz wenigstens einen halben Quadratmeter, besser mehr, an Platz für eine einzelne Neville‛s-Haze-Pflanze bieten sollte.

Ich spanne das Netz horizontal über die Pflanzen und webe die Zweige in das Netz ein. Die Zweige können Längen von 50 bis 150 cm erreichen und müssen so eingewoben werden, dass möglichst viel Licht auf die Blattoberflächen und Blüten gelangen kann. So kann das Licht optimal genutzt und es können viele Blüten und Trichome gebildet werden.

Der Ertrag von einer Neville‛s-Haze-Pflanze, sorgfältig indoors angebaut, kann ein halbes Kilogramm und mehr erreichen.

Doch wird diese Sorte outdoors im Gewächshaus angebaut, in sehr großen Töpfen oder direkt im Boden mit optimaler Nährstoffversorgung inklusive hochwertiger Basisdünger und Spurenelemente, lässt sich ein Kilogramm und mehr an saftigen Haze-Buds ernten, die ein High haben, das an LSD oder psychoaktive Pilze erinnert.

Ich empfehle, wenigstens für acht Tage vor der Ernte zu spülen, damit sich das volle, pfeffrige Zitrus-Aroma mit diesem Hauch von Terpentin und Ammoniak, das Haze-Fans so schätzen, voll entfalten kann.

 

Neville‛s Haze und andere reine Sativas haben die Neigung zu zwittern, was ein Zeichen für Stress sein kann oder auf eine schlechte Züchtung hindeutet. Es ist deshalb unerlässlich, die Pflanzen täglich zu untersuchen und dabei auf die gefürchtete Kombination von weiblichen und männlichen Geschlechtsmerkmalen zu achten. Denn sollten die Anzeichen für auch nur eine zwittrige Pflanze mit männlichem Pollen übersehen werden, kann das zum Versamen der gesamten Ernte führen.

Auch sollte man sich dessen bewusst sein, dass reine Sativas sehr empfindlich auf Überdüngung reagieren. Deshalb sollte anfangs weniger als die vom Hersteller empfohlene Nährstoffdosis verabreicht und die Dosis nur langsam erhöht werden, unter genauer Beobachtung der Blattspitzen, um Verbrennungen aufgrund von Überdüngung sofort zu erkennen und reagieren zu können.

Im Internet auf YouTube gibt es ein sehr gutes Grow-Tutorialvideo von Green House Seeds, das für den Anbau von Neville‛s Haze viele Tipps bereithält:

Das Haze-High ist kräftig und kann in Kopf und Körper gefühlt werden. Es ist langanhaltend, medizinisch und anregend.

Sorten, die jeder Coffeeshop auf seiner Menükarte hatte

Unter den fundamentalen Cannabissorten, die in den 1980ern gezüchtet wurden, sind nur wenige so berühmt wie White Widow, die harzüberströmte Lady, bekannt für ihre frostigen Buds und ihr durchdringendes High.

Die Sorte war bereits populär, als sie 1995 den High Times Cannabis Cup gewonnen hat. Damals war der Gewinn des Cannabis Cups gleichbedeutend mit einem enormen Anstieg an Bekanntheit und Verkäufen für die Gewinnersorte.

Es gab eine Zeit, in der die Mehrzahl der Growanlagen voll mit White-Widow-Pflanzen waren. Das selbe gilt für den Verkauf von Cannabis in den niederländischen Coffeeshops, White Widow stand überall an oberster Stelle der Menükarten, und jeder kaufte diese zuckersüßen, weißen und klebrigen Nuggets.

Wissen wir, wo die Sorte White Widow herkommt? Wie bei anderen klassischen Cannabissorten, gibt es auch hier Widersprüche und Streit über die Frage, wer White Widow erschaffen hat und was genau ihre genetischen Vorfahren sind.

Diverse prominente Individuen aus der Cannabisbranche und Hanfsamenbanken nehmen für sich in Anspruch, die erste White Widow gezüchtet zu haben, oder zumindest die ersten gewesen zu sein, die sie kommerziell vermarktet haben.

Doch am glaubwürdigsten und zuverlässigsten scheint die Geschichte zu sein, dass ein niederländischer Cannabiszüchter namens Ingemar, De Sjamaan, in den 80er Jahren die White Widow erschuf. Ingemar selbst sagt, er hätte fast eine Dekade an Arbeit in diese und ihre Vorläufer-Sorten investieren müssen, bevor er die White Widow 1987 fertig hatte.

White Widow wird immer als eine Sorte beschrieben, die aus einer Kreuzung einer Brazilian Sativa und einer südindischen Indica entstanden sei. Doch betrachtet man die Sache genauer, fällt auf, dass Brasilien nicht wirklich für sein potentes natives Cannabis bekannt ist, genauso wenig wie Südindien, besonders die südlichste Provinz Kerala, wo White Widows Indica-Ahn angeblich herstammt.

Alle berühmten indischen Cannabissorten sind im Norden Indiens beheimatet und dort Bestandteil einer alten Cannabis-Tradition, in der handgeriebenes Haschisch aus in den Bergen wachsendem Landrassen-Cannabis gewonnen wird. Brasilianische Cannabis-Kenner werden sagen, dass die wenigen Sorten, die erfolgreich in Brasilien angebaut werden können, äquatoriale Sativas sind, die ursprünglich aus Kolumbien, Panama, Jamaika und Mexiko stammen.

Wer auch immer White Widow erschaffen hat oder woher die Genetik eigentlich kommt, seit Mitte der 90er Jahre wird eine stabilisierte Samenlinie als White Widow angeboten, die man bis heute bekommen kann.

Charakteristika von White Widow

White Widow ist ein vergleichsweise einfacher Hybrid, der im wesentlichen für die folgenden Eigenschaften bekannt ist:

  1. Die Blüten erscheinen fast weiß, da sie von einer dicken, frostig wirkenden Schicht aus Harzkristallen überzogen sind, die sich gut vom dunkelgrünen Hintergrund der Blätter abheben.

  2. Die Sorte ist ein Indica-dominierter Hybrid mit Indica-typischem, kurzem Wuchs. Die Indica-dominanten Phänotypen sind nach 6 bis 8 Wochen Blütezeit erntereif.

  3. Die Sorte produziert Terpenoide, die ihr eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen Grauschimmel verleihen, was besonders den fetten, mit Harz übersäten Blüten zugute kommt.

  4. Authentische Phänotypen tendieren zu einem pfefferig scharfen, zitronigen und harzigen Geruch und Geschmack.

  5. Sie besitzt ein durchdringendes, kriechendes und langanhaltendes High.

Einer der Gründe, warum in den 90ern und frühen 2000er-Jahren viele Grower White Widow anbauten, ist, dass diese Pflanze einen schnellen, kräftigen Wuchs mit niedrigem Profil aufweist, dichte Verzweigungen bildet – auch wenn die Tops nicht beschnitten werden – und dass sie schnell blüht und reift.

Es ist eine einfach zu growende Sorte, wenn man nicht viel Zeit fürs Trimmen, Beschneiden, Einflechten und Überwachen aufwenden möchte. Sie wächst mehr oder weniger von ganz allein.

Eine ihrer typischen Eigenschaften ist ihre angeborene Vitalität – die Fähigkeit, gut zu gedeihen, schnell zu wachsen und frühreifende, harzreiche Blüten zu bilden.

 

Foto: White Widow von Grennhouse Seeds

Ich habe White Widow schon einige Male angebaut. Es machte sich gut in Indoorgrowräumen und funktionierte auch in solchen Cannabisgärten einigermaßen, in denen andere Cannabissorten zur selben Zeit große Probleme mit Grauschimmel oder Mehltau hatten.

White Widow ist nicht die ertragreichste Sorte der Welt, aber angesichts ihrer geringen Größe und der vergleichsweise kurzen Zeitspanne zwischen Keimung und Ernte, bietet sie doch eine gute Rendite für die investierte Zeit, Energie und das Geld. Das gilt besonders für Growräume mit limitierter Höhe oder wenn als SCROG oder SOG (sea of green) angebaut werden soll.

Da White Widow nach einer übermäßigen Menge an Energie und Ressourcen verlangt, um das ganze Harz bilden zu können, gebe ich während der Blütephase ein Kaliumsilikatprodukt.

Cannabispflanzen benötigen Kaliumsilikat zur Bildung der Harzdrüsen.

White Widow kann eine Überdosis durch die Luft schwirrender Geruchsstoffe produzieren, beginnend gegen Ende der Wachstumsphase, mit zunehmender Intensität bei fortschreitender Blütephase. Dies stellt ein Sicherheitsrisiko dar, das entschärft werden muss.

Das High der White Widow verbindet betäubende, schmerzstillende und wärmende Körpereffekte mit einem energiereichen, aber nicht zu paranoiden Kopf-High. Es kann für Erstkonsumenten zu stark sein, und seine Wirkung setzt schleichend ein – Konsumenten sollten nach dem ersten Zug 10 bis 20 Minuten warten, um sicherzugehen, dass der Effekt voll eingesetzt hat und sie nicht zu schnell zu viel konsumieren.

Authentische White-Widow-Samen

White-Widow-Pflanzen lassen sich zwar einfach anbauen, doch es ist wegen der vielen Fälschungen von Cannabissamen auf dem Markt nicht gerade einfach, echte White-Widow-Samen zu bekommen. Viele Grower wurden auf der Suche nach White-Widow-Samen schon betrogen und mit minderwertiger Genetik abgespeist.

In den vergangenen 20 Jahren habe ich Dutzende von Hanfsamenfirmen gesehen, die behaupteten, die „echte White Widow“ im Sortiment zu haben. Doch viele davon sind wahre Betrüger und haben offensichtlich kein Problem damit, Grower zu täuschen. Ich habe schon viele Grower getroffen, die bei solchen Firmen Samen bestellt haben und von den schlecht wachsenden und instabilen Pflanzen, die aus solchen Samen entstehen, bitter enttäuscht waren.

Ich musste ebenfalls schlechte Erfahrungen machen und wurde Zeuge, was für erbärmliche Pflanzen aus minderwertigen White-Widow-Samen entstehen können. Dabei fielen mir folgende Probleme auf:

  1. Die White Widow war nicht weiß genug. Die Anzahl der Trichome war zu gering.

  2. White Widows, die nicht Indica-dominant sind. Das bedeutet, die Sorte hat ihre legendär kurze Blütezeit eingebüßt. Ich habe einige White-Widow-Phänotypen gesehen, die 9 bis 11 Wochen bis zum Ende der Blütezeit brauchten. Das ist viel zu lang. Das ist keine echte White Widow.

  3. White-Widow-Pflanzen, die Grauschimmel und Mehltau geradezu anzogen, anstatt sie abzuwehren.

  4. Viele Harzkristalle, aber ein schwaches High.

  5. Zu viel Körper-High, kein Kopf-High. Langweilig. Und es fehlen viele Terpenoide, was sich in einem faden Geschmack und Geruch äußert.

  6. Zwittrige Blüten und/oder männliche Pflanzen aus Samen, die als feminisierte White Widows verkauft wurden.

Was eine zuverlässige Quelle für echte White-Widow-Genetik angeht, habe ich die besten Erfahrungen bei Dutch Passion und De Sjamaan Seed Company gemacht.

Aufgrund seiner Popularität wurde White Widow mit vielen anderen Sorten gekreuzt, wobei einige Dutzend neuer, meist aber schlechterer Sorten entstanden sind.

Eine gute White-Widow-Kreuzung, bei der sich der Anbau wirklich lohnt, ist die White Russian von Serious Seeds. Die White Russian ist aus der Kombination der starken AK-47 mit einer originalen White Widow entstanden. Dabei blieben die mit Harz übersäten Blüten der originalen White Widow erhalten, aber White Russian enthält dank des Ak-47-Einflusses mehr Sativa-Genetik. Die White Russian hat eine etwas längere Blütezeit und benötigt 8 bis 9 Wochen bis zur Reife.

In den 90er Jahren war White Widow der Rock Star unter den Cannabissorten, etwa so wie Blue Dream, Girl Scout Cookies oder OG Kush heute. Jeder baute es an, jeder wollte es haben und jeder sprach darüber.

Die Popularität von White Widow hat mittlerweile abgenommen, da komplexere Hybriden sie ersetzt haben. Dennoch wird sich jeder Grower darüber freuen, sie wenigstens einmal angebaut zu haben, denn ihre frostigen Nuggets und ihr eifriger Wuchs sind eine willkommene Ergänzung in jedem Growraum.

Wie man an qualitativ hochwertige Cannabis-Genetik kommt

Es ist eine bittere und schwer zu vermittelnde Wahrheit, dass viele Hanfsamenbanken Samen verkaufen, die sich nicht zu den Pflanzen entwickeln, die der Grower aufgrund der beworbenen Eigenschaften und Daten erwarten würde.

Das Kaufen von Hanfsamen ist in einigen Ländern legal, in anderen ist es illegal. Doch in so ziemlich allen Ländern ist der Import und Export von Cannabissamen illegal, was dazu führt, dass viele Hanfsamenbanken in einer Art Grauzone operieren. Hinzu kommt, dass einige Hanfsamenzüchter wenig Wert auf die Herstellung von Qualitätssamen legen. Grower müssen sich mit einer Reihe von Problemen herumschlagen, die viel Geld und Nerven kosten können. Dazu gehören

  • eine schlechte Keimrate

  • Pflanzen, die Samen produzieren, die wenig mit der Sorte zu tun haben, die sie eigentlich sein sollten

  • feminisierte Samen, die zu männlichen oder zwittrigen Pflanzen werden

  • Samen-Bestellungen, die falsch ausgeführt werden, weil die falschen Samen, zu wenige Samen oder sogar gar keine Samen geschickt wurden

  • Samen-Züchter, die Sorten auf den Markt bringen, die nicht stabil sind und nicht konstant so wachsen, wie es in der Sortenbeschreibung angegeben ist

  • Samenverkäufer, die sich weigern, für schlechte Samen Ersatz oder Erstattung zu gewähren

  • betrügerische Samenzüchter und Verkäufer, die für kurze Zeit Schrottsamen auf den Markt bringen und dann wieder verschwinden, um unter neuem Namen und anderem Label weiterzumachen.

Ich würde mir viele Feinde machen, gäbe ich eine Liste mit Namen von Hanfsamenzüchtern und -verkäufern von beiden Seiten des Atlantiks heraus, die ihre Kunden abrippen. Insider der Cannabisbranche wissen, dass viele Samenzüchter und -verkäufer minderwertige Samen anbieten. Sie wissen, dass einige der bekanntesten Firmen der Branche von Leuten geführt werden, die keine Ahnung davon haben, welche Genetik sie da eigentlich verkaufen – und denen das offensichtlich auch egal ist. Deshalb müssen Grower sehr vorsichtig und weise sein, wenn sie überlegen, woher sie ihre Cannabissamen beziehen.

Um sich zu schützen, kann der Grower Folgendes tun:

  • Er bestellt bei der ersten Bestellung nur die kleinstmögliche Anzahl von Samen, nur um zu testen, wie der Verkäufer liefert und welchen Kundenservice er bietet. Die Samen können angebaut werden, um ihre Qualität beurteilen zu können.

  • Wenn möglich, besteht der Grower auf der Zusendung von originalverpackten Samen.

  • Er kontaktiert den Züchter und Verkäufer, wann immer möglich, per Telefon, um sich vor der Bestellung über die Sorten, Garantien, Ersatzlieferungen, diskreten Versand und andere relevante Themen zu informieren.

  • Er schaut sich Erfahrungsberichte zu den Sorten und zum Verkäufer online an, immer in dem Bewusstsein, dass diese Berichte auch gefaket sein können.

  • Er bestellt die Samen nur unter Berücksichtigung einer entsprechenden „Online-Tarnung“. So bestellt er die Samen nie an die Adresse, in der sich der Growraum befindet. Er nutzt anonyme Kreditkarten und Zahlungsmethoden und setzt Technik zum Schutz seiner Identität ein.

  • Er dokumentiert fotografisch alle auftauchenden Probleme mit den Samen, wie eine schlechte Keimungsrate, zwittrige Pflanzen, oder Pflanzen, die z.B. Sativa sein sollten, aber Indica sind. Er schickt die Fotos an den Verkäufer und an den Züchter der Samen und bittet um Ersatz oder Erstattung.

  • Wenn er abgerippt wurde, erzählt er anderen Growern davon und postet es online (und anonym) in Grow-Foren.

  • Er belohnt ehrliche und zuverlässige Züchter und Verkäufer, indem er vorrangig bei ihnen bestellt und anderen von seinen positiven Erfahrungen berichtet.

Ich werde auch für die kommenden Ausgaben des grow!-Magazins Artikel über Sorten vorbereiten, die sich anzubauen lohnen. Wir werden uns noch intensiver mit den Old-School-Sorten beschäftigen, aus denen die meisten der heutigen Sorten hervorgegangen sind. Später werden wir damit fortfahren, auch die besten Sorten der vergangenen 15 Jahre – inklusive der ganz neuen – vorzustellen.

 

Steve Davis

 

Dieser Artikel stammt aus der grow Ausgabe 1-2018. Wir veröffentlichen hier aus jeder neuen Ausgabe unseres Print-Magazins vier vollständige Artikel - erst als Leseproben, acht Wochen später als vollständige Texte, gratis für alle. Falls du diese Ausgabe nachbestellen möchtest, schau doch mal in unseren Shop. Alternativ findest du die Ausgabe auch als ePaper zum bequemen Lesen auf deinem Smartphone, PC oder Tablet.

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Kommentare

Kommentar von Fonzi |

Netter Beitrag. Grower wie ich fragen sich bei jeder Sortenwahl ob der Breeder was taugt.. besonders wenn man erst seit 3 Jahren growt.
Mich würde interessieren welche samen Banken er meint, die ihre kunden abzocken aber vielleicht sowas wie Royal Queen Seeds..
Wäre schön wenn jemand mal öffentlich sagen kann wie es in de Branche so läuft.

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