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Über eine Legende - Bubba Kush

02.05.2018
grow! Magazin
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indica

Bubba Kush ist eine der gefragtesten Sorten auf dem heutigen Cannabismarkt. Und ihre Autoflowering-Schwester ist auf dem Weg, einen ähnlichen Erfolg zu erzielen. Sie teilen sich nicht nur ihren Namen, sondern in weiten Teilen auch ihre Entstehung, die von seltsamen Umständen und Zufällen geprägt war. Dank dem energischen Suchen nach neuen Sorten durch verschiedene amerikanische Jugendliche in den 90er-Jahren, der Begeisterung der Produzenten nach neuen Cannabis-Sorten während dieser Zeit, gepaart mit - in vielen Fällen – viel Unkenntnis, sind interessante neue Cannabis-Linien entstanden.

Doch nicht selten wussten die Züchter nicht einmal, wie die Sorte heißt, die sie anbauten oder rauchten, selbst dann, wenn sie mit Pflanzen arbeiteten, die dafür bestimmt waren zu überdauern und zu echten „Stars“ zu werden.

Dinafem Bubba Kush Nahaufnahme

Bubba Kush ist besonders in den USA populär, wo sie zu den beliebtesten Kush-Sorten überhaupt gehört. Sie ist ein Paradebeispiel für eine Kush und wahrscheinlich eine der besten Indica-dominierten Varietäten weltweit. Die spanische Hanfsamenbank Dinafem hat die Bubba Kush zu einer automatisch blühenden Sorte weiter ntwickelt, basierend auf ihrem „Pre '98“-Klon, der für starke und kräftige Pflanzen steht, die einfach anzubauen sind, eine kurze Kultivierungsdauer haben und voluminöse, sehr kompakte und mit Harz übersäte Blüten ausbilden.

Nach dem Kreuzen mit der Pre '98 wurde die daraus entstandene Sorte mit einer White-Widow-Autoflowering gekreuzt, um einen hoch-qualitativen Auto-Hybrid zu erhalten, der in der Lage ist, Liebhaber von Indica-Sorten zu begeistern. Die White-Widow-Autoflowering gehört ohne Zweifel zu den perfektesten Genetiken, die es unter den Autoflowering-Sorten gibt.

Doch was sind die Ursprünge der Sorte Bubba Kush? Und wo kommt der Name „Bubba“ her?

Um diese Fragen beantworten zu können, müssen wir nach Florida reisen, zurück in die frühen 90er-Jahre; oder vielleicht sollten wir auch noch weiter zurück in der Zeit reisen, zu den Generationen von Pflanzen, die schon vor vielen Jahren in den Bergen des Hindu Kush entstanden waren.

Der Name „Bubba Kush“ lässt vermuten, dass diese Sorte irgendetwas mit einer originalen Kush-Sorte zu tun haben könnte, die ihren Namen dem Hindu Kush verdankt, einem 500 Kilometer langen Gebirgszug voller imposanter Bergmassive, der sich von Afghanistan bis in den Norden Pakistans erstreckt. So könnte man denken, dass Bubbas Geschichte mit der Einführung dieser Indica-Sorten in die USA Anfang der 70er-Jahre begann.

Wie auch immer, entsprechend der Aussagen des Züchters, der für Bubba Kush verantwortlich sein will, hatten sie zu Beginn keine Ahnung, welche Sorten von Pflanzen sie anbauten. Er sagte in einem Interview, dass er und seine Partner Pflanzen einer Marijuanasorte growten, deren Namen und genetische Herkunft sie nicht kannten. Sie nannten sie, eher zufällig, „Kush“.

Um zu verstehen, wo die wahren Ursprünge dieser Sorten liegen, müssen wir uns zurück in die Neunziger versetzen, als in den USA viele Cannabis-Produzenten an Orten wie Florida und Colorado damit begannen, die Marijuana-Industrie zu transformieren, denn sie suchten nach großen und ertragreichen Pflanzen und wollten neue Dinge. Dabei hatten viele von ihnen noch nie mit Cannabis gearbeitet, und ihnen fehlte entsprechend das Wissen. Oft beschäftigten sie sich mit Sorten, ohne ihren Namen oder ihre Genetik zu kennen.

Viele von diesen Leuten waren junge College-Studenten auf der Suche nach neuen Cannabiserfahrungen, und dabei folgten sie einfach ihrer Intuition.

Die Bubba-Kush-Linie entstand in den frühen Neunzigern außerhalb von Denver, wo ein Grower, bekannt als „Bubba“, arbeitete. Er bekam diesen Namen, weil er selbst gerne seine Freunde so nannte (oder er bezeichnete sie auch als „Bubbis“ oder gab ihnen andere Spitznamen).

Dinafem Bubba Kush Nahaufnahme 2

Er ist ein Mann, der stolz darauf ist, zu den „Eltern“ der Bubba Kush zu gehören. Auch wenn er zugeben muss, dass seine Erinnerungen mit den Jahren etwas verschwammen, kann er sagen, dass es 1990 in Gainesville war, wo er an der University of Florida studierte, als eine Reihe von Zufällen ihren Lauf nahm, die zur Entstehung der Bubba Kush führen sollten.

Damals lebte er mit einem Zimmergenossen zusammen, der ihm zeigte, wie man growt und wie das Kreuzen von Cannabis-Sorten funktioniert, besonders mit Skunk #1. Über ihn lernte Bubba einen Typen namens Learch kennen, der bald zu seinem besten Freund werden sollte.

Learch wiederum hatte einen Freund namens Arnold, ein Jugendlicher aus Orlando, der regelmäßig nach Gainesville kam (wo Bubba und Learch lebten). Arnold brachte auf einem seiner Besuche einen Beutel Gras mit, in dem ein paar Samen steckten. Doch er wusste weder den Namen, noch welche Sorte von Marijuana das war.

Sie bauten die Samen an, nahmen Stecklinge und ließen sie blühen. Schließlich rauchten sie die Blüten - und gaben dem Gras den Namen „Kush“. Allerdings war ihnen nicht bewusst, wofür dieser Name steht. Und er muss zugeben, dass er oft nicht wusste, was er da gerade rauchte.

Also gaben sie der neuen Sorte den Namen „Kush“, ohne zu wissen, dass es bereits eine solche Sorte gibt. Und hätten sie es gewusst, so versichert Bubba jetzt, hätten sie einen anderen Namen gewählt. Noch bis vor wenigen Jahren hatte er nichts vom Hindu Kush gehört und er kannte auch nicht die Cannabispflanzen, die für diese Gegend typisch sind. „Wenn wir all die Informationen gehabt hätten, die heute zur Verfügung stehen, hätten wir diese Sorte bestimmt nicht „Kush“ genannt“, sagt Bubba.

Kurz nach der „Geburt“ von Kush begannen er und seine Mitbewohner damit, ihre neue Sorte mit verschiedenen Skunk-Varietäten zu kreuzen. Die dabei entstandenen Sorten nannten sie KX, KY und KZ. Die KY erwies sich als die Beste. Aus dieser Produktion selektierte Bubba die besten Samen, die sie bekommen hatten. Einige von ihnen brachten wunderschöne Pflanzen hervor, mit starkem Wuchs und Blüten, die so dick waren, dass sie die darunter liegenden Blätter beschatteten. Er fand das Ergebnis so umwerfend, dass er beschloss, sie als neue Sorte zu halten, und er versah sie mit seinem Namen „Bubba“.

So verging einige Zeit, bis Bubba mit einem Studienfreund im Jahr 1996 nach Los Angeles, genauer gesagt nach Silver Lake, zog. Dieser Ort bot die idealen Voraussetzungen für eine diskrete Cannabisplantage.

Sie entschlossen sich, die KY zur Seite zu stellen und sich auf die Kush und die Bubba-Pflanzen zu konzentrieren. Die Kush war sehr widerstandsfähig und stabil, aber sie war dennoch schwierig anzubauen. Nichts desto trotz, selbst eine schlechte Ernte des Kushs war besser, als alles andere, was sie zu der Zeit in L. A. finden konnten.

Allerdings begannen nun die Anbauprobleme, da ihr Apartement zu klein war. Oder die Pflanzen wurden zu groß. Das galt zumindest für die Kush, die sehr hoch werden konnte, wogegen die Bubbas stämmig und kompakt blieben. Sie hatten nicht den nötigen Platz in ihrem Apartment, um gleichzeitig beide Sorten erfolgreich anbauen zu können, also beschlossen sie, sich auf die Bubba zu konzentrieren.

Wie auch immer und ohne, dass sie es bemerkten, hatte, als die beiden Sorten noch zusammen in einem Raum standen, eine hermaphroditische Kush einige Bubba-Blüten befruchtet. Und siehe da, bei der Ernte entdeckten sie die Samen, und durch diesen glücklichen Zufall war die Bubba Kush geboren.

Anfangs spielte die Bubba Kush nur die zweite Geige (wenn auch erfolgreich), denn der wahre Star zu der Zeit war ihre Schwester, die originale Kush.

In weniger als sechs Monaten war diese neue Sorte in ganz Kalifornien bekannt geworden, dank einer weiteren schicksalhaften Fügung: Damals in Silver Lake hatte Bubba noch einen anderen Mitbewohner namens Josh D. Der wiederum war ein Freund der Musikgruppe „Cypress Hill“. Eines Tages kamen der Sänger B-Real und seine Bodyguards zu ihm und kauften einen Beutel Kush. Sie bemerkten, dass einige Samen dabei waren, und so gelangten die ersten Kush-Samen an Menschen außerhalb von Bubbas Freundeskreis. Das muss etwa 1998 gewesen sein. B-Real erkannte das Potential des neuen Grases, und er machte es berühmt. Zusammen mit der ganzen Cypress-Hill-Crew verbreiteten sie ein wahres „Kush-Fieber“, das schnell Rapper, Rockstars und selbst Hollywood-Schauspieler infizierte. Die Preise für ein halbes Kilogramm Kush kletterten auf bis zu 7000 Euro.

Dinafem Bubba Kush Growzelt

„Die Leute bezahlten mich Monate im voraus, um bloß keine Ernte zu verpassen und ihren Anteil zu sichern“, erzählt Bubba. Nach und nach begannen er und die anderen Züchter, Stecklinge zu verteilen, und bald wurde überall Kush angebaut. „Einige Leute, die von uns Stecklinge erhalten hatten, machten einen schlechten Job, und schafften es nicht, die ursprüngliche Qualität, den Geschmack und das Aroma zu erhalten,“ erklärt er. „Hinzu kommt, das einige minderwertige Pseudo-Kush-Sorten auf dem Cannabismarkt auftauchten. Und bald kam auch Kush aus Kanada per LKW nach Los Angeles, gut getarnt unter Karotten. Die Preise begannen auf 6000 Euro pro Pfund zu fallen. Die Leute reagierten darauf, indem sie begannen, die einzelnen Sorten zu differenzieren, wobei sie unsere Kush als Referenz verwendeten. Sie bekam das Kürzel „OG“, um klarzustellen, dass es sich hierbei um die echte Qualitätssorte handelt („OG“ ist eine Abkürzung für „original“).

Seit ihrer Entstehung gehören die ausgezeichneten Sorten OG Kush und Bubba Kush des Züchters Bubba zu den meistgefragtesten Cannabissorten überhaupt. Sie werden in Rap-Songs gepriesen, was sie zu den Lieblingssorten in der Hiphop-Szene machte. Dank Bubbas Arbeit und einer Reihe von Zufällen haben wir heute eine Pflanze mit einem Aroma aus einem Mix von Erde, Zitrus, Kaffee und Gewürzen, mit sedativen Effekten, die beim Einschlafen helfen und sie dadurch sehr interessant für die medizinische Verwendung machen. Dies ist eine Sorte, die ihre Effekte genau wie beim ersten Mal auch nach mehrmaligem Gebrauch zeigt.

Warum auch immer, Bubba beklagt noch heute den herzzerreißenden Verlust eines Drittels seiner Sorten, wie etwa der Bubba, der sich 1998 zugetragen hatte. Wie ein Vater, der nach seiner vermissten Tochter sucht, sagt er: „Ich habe Gerüchte gehört, nach denen diese Sorte immer noch irgendwo in Nord-Kalifornien angebaut würde. Ich hoffe, das stimmt und dass wir uns eines Tages wiedersehen.“

Dinafem

Dieser Artikel stammt aus der grow! Ausgabe 1-2016. Wir veröffentlichen hier aus jeder neuen Ausgabe unseres Print-Magazins vier vollständige Artikel - erst als Leseproben, acht Wochen später als vollständige Texte, gratis für alle. Falls du diese Ausgabe nachbestellen möchtest, schau doch mal in unseren Shop. Alternativ findest du die Ausgabe auch als ePaper zum bequemen Lesen auf deinem Smartphone, PC oder Tablet.

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