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Snow Bud Growreport - Growing mit Mr. José

22.12.2020
grow! Magazin
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Ich liebe Cannabis-Sorten mit afghanischer Genetik und habe mehrere Lieblingssamenbanken, die über hervorragende Cannabis-Genetik in ihrem Programm verfügen. Darum freute es mich riesig, als mir die Cannabissorte Snow Bud von Dutch Passion in die Hände fiel. Dieser Hochgebirgs-Hybrid ist zwar in erster Linie für den Outdoor-Anbau bestimmt, aber er lässt sich dennoch auch gut unter künstlichem Licht anbauen, wovon ich euch im folgenden Artikel überzeugen möchte. Machen wir uns an die Arbeit ...

Anbau-Test mit organischem Dünger, der Afghani-Sorte Snow Bud unter LED SANlight Q6W 2. und OSRAM Fluence SPYDR2.

Anbaubedingungen

Jedes Anbauen unter künstlichem Licht beginnt mit der Auswahl einer Züchtungstechnik und einem Kultivierungsverfahren. Obwohl ich in den meisten Fällen hydroponische Komponenten den Vorzug gebe und dabei natürlich jedes Mal Mineraldünger benutze, habe ich diesmal den „organischen Weg“ gewählt. Für diesen Zweck eignet sich die Kombination des passiven Bewässerungssystems (z.B. AutoPot-System) zusammen mit organischem Dünger (hier BioTabs) hervorragend. Ich mag die automatischen Bewässerungssysteme von AutoPots und benutze sie seit Langem für das Growen mit Mineraldüngern. Sie arbeiten mit Unterdruck und verbrauchen so keine Elektrizität, sind leise und bewässern die Pflanzen individuell, gemäß ihren Bedürfnissen. Das Beste ist aber meiner Meinung nach, dass in das System nur sauberes Wasser einfließt und der Dünger direkt von den Pflanzen dosiert wird, wie das im Fall der Verwendung von BioTabs-Dünger ist, den man direkt in das Anbausubstrat gibt. Dadurch wird das Risiko von Verstopfungen jedes einzelnen Kapillars/Bewässerungsschlauchs im System maximal gesenkt. Es kommt manchmal zur Verstopfung von solchen Kapillaren bei automatischen Bewässerungssystemen, auch bei den AutoPots, ebenso wie bei allen anderen Systemen, bei denen die Bewässerungsflüssigkeit durch enge Schläuche fließt. Eine gute Nachricht ist jedoch, dass AutoPot aktuell angefangen hat (in der zweiten Hälfte des Jahres 2020) ihre Systeme mit einem neuen Ventil und stärkerem Kapillar (mit einem Durchmesser von neun Millimetern) zu liefern. Gegenüber dem vorherigen Durchmesser von gerade mal fünf Millimetern ist das „Verstopfungsriskio“ fast ganz beseitigt. So freute ich mich darauf, die neueste Version auszuprobieren …

Genügend Beleuchtung für die Pflanzen wurde von zwei LED-Beleuchtungsquellen gesichert. Die Hälfte des Pflanzenbestands wurde mithilfe der SANlight Q6W, 2. Generation beleuchtet und der zweite Teil mit der Beleuchtung mit OSRAM Fluence SPYDR2. Der Vergleich dieser beiden Lichtquellen hat mich dabei sehr interessiert. Aus technischen Gründen konnte ich leider nicht die Effektivität beider Pflanzenlampen zuverlässig vergleichen. Während ich von der Q6W-LED mehrere Exemplare zum Testen habe, hatte ich nur eine SPYDR2-LED zur Verfügung. Sie verfügte über eine Leistung von 648 Watt und hat Beleuchtungsausmaße von ungefähr 120 x 110 cm. Im Testraum war es aus Platzgründen leider nicht möglich, vollkommen identische Bedingungen für zwei Pflanzengruppen herzustellen, von denen jede Gruppe von einem anderen LED-Licht beleuchtet worden wäre. Mit Hilfe eines Spektrometers habe ich dann die PPFD-Dosierung unter beiden Lichtquellen beobachtet. Zuerst habe ich 500 µmol /m2/s aufrechterhalten und allmählich auf 800 bzw. 1000 µmol/m2/s ‎in der Blütephase erhöht. Wegen der Versuchseinstellung konnte ich nur die Qualität des Endprodukts bewerten, nicht aber die Effektivität der verwendeten Beleuchtung. Vom Standpunkt des Wachstums, der Blüte und des Ertrags erging es beiden Testgruppen ähnlich. Vielleicht gelingt mir in Zukunft auch ein zuverlässiger Vergleich der Effektivität. Dazu bräuchte ich mindestens zwei weitere SPYDR2-LEDs, deren Anschaffungspreis jedoch momentan zu hoch ist.

Die Pflanzen wuchsen in einem geschlossenen, klimatisierten Raum, also war es nötig und sinnvoll, CO2 hinzuzufügen. Bei Abwesenheit von Frischluftzufuhr von außen sinkt nämlich der Gehalt von Kohlendioxid leicht unter das Normalniveau von ungefähr 400 ppm in der Atmosphäre. Bei angeschalteter Beleuchtung kann das Niveau auf 150 ppm abfallen. Dadurch wird die Photosynthese erkennbar verlangsamt, denn CO2 ist ja ein wichtiger Bestandteil davon, wie ihr alle gut wisst. Beim Anbauen von Snow Bud habe ich das Niveau auf 800 bis 1000 ppm gehalten.

Anbauen

Die Samen habe ich wie gewöhnlich zuerst 24 Stunden bei Zimmertemperatur in Wasser einweichen lassen. Bei der Hälfte der Samen sind bis zum zweiten Tag schon Wurzeln gekeimt, noch bevor ich die Samen in das Substrat zum Keimen und zur Bewurzelung der Pflanzen gesetzt habe. Dieses Anzucht-Substrat kaufe ich in jedem herkömmlichen Gartenmarkt oder in einer Gärtnerei und züchte darin Saatpflanzen vor, wenn ich in Erd- oder Kokos-Substraten anbaue. Anzuchterde kostet nicht viel Geld und die Saatpflanzen gedeihen darin prächtig. In zwei Tagen keimten alle Samen, also war der Anfang gemacht und lief hervorragend – 100 % Keimung! Nach zwei Wochen waren die Sämlinge vorbereitet, in die AutoPots umgetopft zu werden.

Als Züchtungssubstrat habe ich einen Light Mix aus dem Growshop benutzt, dem ich die Präparate Startrex (enthält Fulvinsäure, Humus und Silizium) und Mycotrex (ein Mykorrhizagemisch) so gemischt habe, wie es in der Gebrauchsanleitung steht. Beim Mischen des Substrats kann es auch nicht schaden, ein bisschen mehr Perlit dazuzumischen. Mit dieser Mischung habe ich alle Blumentöpfe mit einem Inhalt von je 15 Litern gefüllt. Vor dem Einsetzen der Pflanzen in die Erde habe ich in die Vertiefung für die Pflanzen noch je zwei Teelöffel Mykorrhizagemisch gestreut und nach dem Einpflanzen in die gegenüberliegenden Seiten jedes Blumentopfs zwei Tabletten BioTabs gesteckt. In den ersten zehn Tagen habe ich die Pflanzen manuell mit sauberem Wasser und mit einem auf 6,5 angepassten pH-Wert gegossen. Das manuelle Bewässern nach dem Einpflanzen der Saatpflanzen (das sogenannte Einschlämmen) ist dabei sehr wichtig. Genauso wichtig ist es, die automatische Bewässerung erst eine Woche nach dem Einpflanzen einzuschalten! Ich schalte sie erst in dem Moment ein, wenn alle Pflanzen erkennbare Fortschritte im Wachstum zeigen. Bis dahin gieße ich nur die Pflanzen mit der Hand, die es brauchen. Wenn ich nicht sicher bin, fühle ich, wie schwer der Blumentopf ist oder stecke meinen Finger ins Substrat, damit ich die Bodenfeuchtigkeit schätzen und bewerten kann.

 

Die Tagestemperatur wurde auf 26 °C eingestellt, die Nachttemperatur auf 24 °C, die relative Luft-Feuchtigkeit auf 60 bis 70 %. Das sind hervorragende Bedingungen für das allmähliche Wachstum und die Bildung starker Stängel und Zweige sowie für eine gute Stabilität der Pflanzen im Verlauf der Blütezeit. Während der ersten zwei Wochen im Lichtmodus von 18 Stunden Licht/6 Stunden Dunkelheit (Wachstumsphase) wurden die Pflanzen auf die Einleitung der Blüte vorbereitet. Die Pflanzen waren schön grün und zeigten keine Nahrungsmängel auf. Der Pflanzenbestand war schon von Anfang an gut ausgeglichen und die Unterschiede in der Wachstumsgeschwindigkeit waren auch zwischen den Pflanzentypen unter beiden Beleuchtungstypen unscheinbar. Für die dritte Woche habe ich den Lichtzyklus auf 12/12 (Blütephase) angepasst und das PPFD auf 800 µmol/m2/s erhöht. In dem Moment habe ich unbrauchbare Zweige von den Pflanzen beseitigt. Eine Woche nach dem Umschalten habe ich noch weitere Zweige beseitigt und nur die belassen, die eine Chance hatten, die richtige Menge Licht zu bekommen. Anfang der zweiten Woche zeigten sich schon die ersten Blüten. Zur Verbesserung des Blühvorgangs habe ich Bio PK 5-8 hinzugefügt. Es handelt sich um einen organischen Flüssigdünger zur Unterstützung der Blüte und der Reifung. Bis eine Woche vor der Ernte habe ich jede Woche 10 Milliliter davon auf einen Liter Wasser gegeben. Einen Tag vor der Anwendung habe ich die automatische Bewässerung eingestellt und die Anwendung manuell, direkt von oben auf die Blumentöpfe ausgeführt. Die automatische Bewässerung habe ich erst am zweiten Tag nach der Anwendung wieder in Gang gesetzt. In der dritten Blütewoche habe ich in jeden Blumentopf nochmals eine Tablette BioTabs gegeben. Dieser Dünger entspricht den Pflanzen offensichtlich, was nicht nur an der Farbe der Blätter, sondern auch an der Intensität des Wachstums und Blühens zu sehen war. Meiner Meinung nach ist dies der einfachste Weg zum organischen Anbau.

Ab der vierten Woche wuchsen die Pflanzen hauptsächlich schon nicht mehr in die Höhe und legten ihre sämtliche Energie in die Blütenbildung. Diese Phase des Anbauzyklus‘ muss man einfach lieben. Snow Bud machte ihrem Namen alle Ehre. Die schneeweißen Blütenköpfchen schwollen auf den Zweigen schnell an und es war klar, dass ihr Reifungsprozess nicht sehr lange dauern würde. Obwohl bei Snow Bud die Genetik des Cannabis sativa überwiegt, steht die Geschwindigkeit des Reifens nicht im Widerspruch zum guten alten Afghan. Acht Wochen nach der Einleitung war die Blütezeit beendet, und ich war mit dem Ergebnis über alle Maße zufrieden.

 

Bewertung

Wer sich dafür entscheidet, Snow Bud unter künstlicher Beleuchtung zu growen, sollte sich bemühen, einen geringen Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperatur aufrechtzuerhalten und rechtzeitig in die Blütephase gehen. Ich glaube, dass diese Sorte sehr leicht und schnell in die Höhe wachsen kann. Und man sollte keine Angst haben, nur ein paar Hauptzweige zu behalten und die übrigen rechtzeitig zu beseitigen. Die Toppen belohnen mit einem großen Volumen für das ausreichend gegebene Licht. Ein reicher Harzanteil war auch bei den unteren Blüten erkennbar. In Outdoor-Umgebung verhält sich die Sorte hervorragend und reift früh auch unter mitteleuropäischen klimatischen Bedingungen.

Die Kombination von AutoPot und organischen Düngemitteln (z.B. BioTabs) ist hervorragend. Das Düngen ist einfach und bei Bewässerung mit sauberem Wasser hat der Grower mit AutoPots keine Arbeit. Zur Vollkommenheit der einfachen Anwendung von BioTabs fehlt meiner Meinungs nach nur noch ein eigenes Substrat, in dem die organischen Präparate schon gemischt sind, damit der Grower das Substrat aus den Säcken direkt in die Blumentöpfe streuen kann. Die gewählten LED-Armaturen haben ihre Arbeit hervorragend gemacht. Es ist wirklich schade, dass ich ihre Effektivität nicht aufgrund ihres Ertrags objektiv bewerten kann. Wie ich schon angeführt habe, waren die Bedingungen nicht völlig gleich und ein Vergleich wäre hier nicht gerecht. Ich versuche aber, daran noch weiter zu arbeiten.

Ich hoffe, dass euch der Artikel gefallen hat. Wenn ihr dazu noch weitere Fragen habt, schreibt an die Redaktion oder an info@mrjose.eu. Bleibt gerne auf jeden Fall bei uns und freut euch auf die weitere grow!-Ausgaben!

Euer Mr. José

Dieser Artikel stammt aus der grow! Ausgabe 06-2020.

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