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Unterwegs in Kroatien

21.10.2016
grow! Magazin
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reise

In dieser Ausgabe stellen wir euch ein Land vor, dass auf der Weltrangliste der bekanntesten Reiseziele innerhalb der Top 20 rangieren soll. Angesichts der eindrucksvollen Landschaft - besonders in den Nationalparks - und einer Küstenregion mit rund 1300 Inseln, ist dies auch gar nicht so überraschend. Dennoch hätte jetzt kaum jemand an Kroatien gedacht, würde nicht die Überschrift schon alles verraten.

Spätestens, seitdem hier Winnetou und Old Shatterhand durch die Gegend geritten sind, ist das Land an der Adria kein Geheimtipp mehr, dennoch ist es den letzten Jahren etwas aus dem Fokus geraten. Doch das scheint sich gerade wieder zu ändern, denn am 1. Juli wird Kroatien zum 28. Mitgliedsstaat der Europäischen Union, und rückt damit - zumindest gefühlt – noch etwas näher an Europa heran.

Von Österreich aus ist man schnell und problemlos mit dem Auto in Kroatien. Zwar ist die Autobahn zwischen Maribor (Slowenien) und der kroatischen Hauptstadt Zagreb bisher noch nicht ganz durchgängig ausgebaut, doch was fertig ist, hat 1A-Straßenqualität (da können sich die deutschen Straßenmeistereien ein Beispiel dran nehmen). Dafür ist das Befahren nicht gratis, an den Auf- und Abfahrten sorgen Mautstationen dafür, dass für jeden Kilometer gezahlt wird. Auch Bahn- oder Flugreisende sollten keine Probleme haben, eine passende Verbindung nach Kroatien zu finden. Es gibt internationale Flughäfen in mehren Städten, unter anderem in Zagreb, Rijeka und Split.

Die meisten Reisenden zieht es in die Küsten-Region. Von Istrien im Norden bis nach Dubrovnik in Süden erstreckt sich die Küstelinie auf eine Länge von rund 1700 Kilometer (ohne die Inseln). An den meisten Stellen ist sie felsig, schroff und zerklüftet, an einigen Stellen gibt es Sandstrände, und manchmal ist sie auch von getrocknetem Seegras überzogen. Die Vielzahl an Inseln, nur 47 von ihnen sind dauerhaft bewohnt, stellt ein Paradies für Segler dar. Doch können so berühmte Winde, wie der „Bora“, das Segeln ganz schön tückisch machen. Denn das Küstengebirge kann – neben spektakulären Ausblicken – auch für besondere Klimakonstellationen sorgen. Überhaupt hat die Natur noch viel von ihrer Ursprünglichkeit erhalten können, denn hier darf sie sich noch mehr oder weniger ungestört entfalten.

Alles könnte so schön sein, wenn nicht gelegentlich Dinge ins Auge fallen würden, die aus einer anderen Realität zu stammen scheinen, wie etwa eine Hausfassade voller Einschusslöcher und Warnschilder vor Minenfeldern entlang der Autobahn. Die Spuren des Krieges sind immer noch nicht ganz verheilt, obwohl er offiziell seit Ende 1995 beendet ist. Auf die Ursachen und Auswirkungen dieses Unabhängigkeitskriegs, der von 1991 bis 1995 dauerte, wollen wir an dieser Stelle nicht eingehen.

Sicher ist, dass er die Grundlage für die heute existierende Republik Kroatien schuf.

Wie in jedem Krieg fanden auch in diesem schlimme und traumatisierende Gräueltaten statt. Viele der Beteiligten hatten auch Jahre später mit den physischen und vor allem psychischen Nachwirkungen zu kämpfen. Und nicht wenige flüchteten in den Konsum harter Drogen. So kam es, dass vom Volk verehrte Kriegshelden zu „Junkies“ abstiegen und nun gar nicht mehr zum Vorbild taugten.

Der Staat reagierte mit einer Ächtung aller Drogen, zu denen natürlich auch Cannabis gezählt wird.

So versuchten uns zumindest unsere kroatischen Tourguides zu erklären, wieso hier die Strafen für Cannabisbesitz so hoch sind: Wer beim Rauchen eines Joints erwischt wird, muss mit einem Bußgeld zwischen 700 und 2000 Euro rechnen – je nachdem, ob man schon mal auffällig war oder nicht. Auch wenn bis vor wenigen Monaten für den Besitz eines Joints eine Gefängnisstrafe von ein bis zwei Jahren üblich war, und das Bußgeld im Vergleich zur Gefängnisstrafe relativ „human“ ist, stehen die Strafen doch immer noch nicht im Verhältnis zur möglichen Gefahr. So wurde uns von einem Hanffreund berichtet, der drei kleine Pflänzchen, vielleicht vier Wochen alt, zu Hause hatte. Die Polizei lief bei ihm ein, und er wurde zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt, die er zurzeit absitzt! Für uns unglaublich, aber leider bittere Realität. Und das in Zeiten, wo in anderen Ländern Cannabis für den Eigenbedarf freigegeben wird.

Angesichts solcher Geschichten könnte man meinen, dass es in Kroatien keine Kiffer gibt, doch weit gefehlt. Bei genauerer Betrachtung wird klar, dass es gerade unter jungen Leuten viele gibt, die Cannabis konsumieren. Es wurde mehrfach die Zahl „70 Prozent“ genannt, es sollen also fast Dreiviertel aller Unterdreißigjährigen mehr oder weniger regelmäßig Cannabis konsumieren. Die Zahl lässt sich nur schwer überprüfen, zumal hier die Hanffreunde besonders vorsichtig sind. Aber völlig unrealistisch scheint sie auch nicht zu sein…

Cannabis wird hier zunehmend in Form von Marijuana geraucht, auch wenn in Hafenstädten wie Rijeka das aus Marokko importierte Haschisch immer noch ein Thema ist.

Den möglichen Gefahren zum Trotz, beginnen auch immer mehr Leute mit dem Homegrowing. Zum Teil indoors mit Lampen, zum Teil aber auch outdoor. So mancher Grower soll ungebetene Gäste aus seinem Garten fernhalten, in dem Minenwarnschilder rundherum aufgehängt werden.

In Städten wie Zagreb, Zada und Split gibt es bereits Growshops, in denen das herkömmliche Equipment zu haben ist. Zwar sind die Shops noch nicht ganz so ausgereift und professionell wie etwa in Deutschland oder Österreich, aber sie sind auf dem besten Weg, das zu ändern. Sollten die Strafen für Cannabisanbau herabgesetzt werden, dürfte es recht schnell gehen.

Wie uns die Besitzer von Grow- bzw. Headshops berichteten, ist die Hanfbranche in Kroatien noch recht jung. Dass der Verkauf von Hanfsamen nicht erlaubt ist, macht es nicht gerade einfacher. Zudem sollte man als Ladenbetreiber wohl darauf achten, nicht zu „offensive“ Produkte zu verkaufen. So störten sich in Zada die Behörden an Glasbongs mit dem Aufdruck „Weedstar“. Das Wort „Weed“ empfanden sie als Provokation mit der Folge, dass die Pfeifen aus dem Laden verschwinden mussten. Nun stehen dort nur noch ganz unverfängliche Bongs…

Einen Schwarzmarkt für Drogen, wie es ihn in vielen westlichen Großstädten oft in Bahnhofsvierteln gibt, sucht man in Kroatien vergebens. Es soll zwar Dealer geben, doch die zeigen sich nur selten. So sollen insbesondere in den touristisch orientierten Küstenstädten Albaner unterwegs sein, die ihr Outdoorgras unter die Leute bringen wollen. Die Qualität ist oft noch nicht so besonders, aber wie heißt es so schön: In der Not frisst der Teufel Fliegen...

Wer als Tourist nach Kroatien kommt und etwas für den abendlichen Entspannungsjoint sucht, wird es nicht einfach haben. Wenn man nicht durch Zufall einem der besagten Albaner über den Weg läuft, scheint es am ehesten erfolgversprechend zu sein, sich bei den Einheimischen umzuhören. Wenn es einen Head- oder Growshop in der Nähe geben sollte, wäre das sicher eine gute Anlaufstelle. Ansonsten soll das Personal in Bars und Kneipen auch mal weiterhelfen können. Aber immer daran denken: Angesichts der möglichen Strafen ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, will man nicht nur Abfuhren kassieren.

Im Oktober wird sich die Cultiva Hanfmesse in Wien ausführlich mit den Balkanländern beschäftigen. Es wird einen großen Pavillon geben, wo sich viele Hanfunternehmen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien präsentieren werden. Ein Grund mehr, bei der Cultiva vorbeizuschauen!

Auf unserer Tour durch Kroatien waren die Besuche in den Nationalparks besonders beeindruckend. Zum einen waren wir in Paklenica, einem Park, der im Küstengebirge liegt. Es gibt hier ein tiefes Tal, dessen steile Wände ein absolutes Kletterparadies sind. Und immer wieder trifft man auf Spuren von Winnetou, zumindest weisen Schilder auf die vielen verschiedenen Drehorte hin.

Der berühmteste und auch beeindruckendste Drehort der Winnetou-Filme liegt im Nationalpark Plitvicer Seen. In diesem Gebiet gibt es – wie der Name schon andeutet - zahlreiche Seen, die über Wasserfälle miteinander verbunden sind. Hier kann man Stunden lang umherlaufen und sich die imposanten und natürlichen Wasserspiele aus nächster Nähe anschauen. Während der Hochsaison kann es aber auch recht voll werden, denn viele der amerikanischen und asiatischen Europa-Reisenden haben diesen Ort auf ihrer Route.

Wer eher die Ruhe sucht, wird die bestimmt auf einer der vielen Inseln finden. Wir hatten die Gelegenheit, uns auf Silba umzuschauen, das von Zadar aus mit der Schnell-Fähre in gut eineinhalb Stunden zu erreichen ist. Hier gibt es rund 300 Einwohner, aber etwa 1.000 Häuser. Die meisten dieser Häuser werden nur am Wochenende oder in den Ferien genutzt. Wer auf dieser acht Kilometer langen und rund 700 Meter breiten Insel dauerhaft wohnen will, muss gut zu Fuß sein, denn Autos sind auf Silba nicht erlaubt.

Wen es eher in die Städte zieht, der sollte sich zum Beispiel in Zadar umschauen. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel und ist voller alter und historischer Bauwerke. Die Gassen laden zum Bummeln ein, und die zahlreichen Bars, Cafes und Restaurants bieten leckere Getränke und gutes Essen. Auch was die Preise angeht, sind die – für einen Touristenort – durchaus okay.

Eine andere sehenswerte Stadt ist Rovinj. Diese Hafenstadt liegt in der nördlichsten Provinz Kroatien, in Istrien. Hier ist es nicht mehr weit nach Italien, was sich in der Architektur und dem gesamten Stadtbild zeigt. Die Sonnenuntergänge sind hier besonders schön…

Es gibt noch viele andere besondere Orte in diesem Land zu entdecken, das Herumreisen macht Spaß, denn die Leute sind freundlich und hilfsbereit. Auch wenn man kein kroatisch spricht, kommt man mit Englisch und oft auch Deutsch gut weiter.

Euros braucht man hier übrigens keine – nicht, weil hier alles umsonst wäre –, hier zahlt man mit Kuna. Die Preise liegen auf einem ähnlichen Niveau als bei uns. Kaffee ist relativ günstig, aber was Übernachtungen und Essen angeht, ist Kroatien preislich in Mitteleuropa angekommen.

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