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Jamaika: Reisereport eines grow! Lesers

11.01.2017
grow! Magazin
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international

Kein anderes Land dieser Welt wird seit vielen Jahren so sehr mit Cannabis in Verbindung gebracht wie Jamaika. Seit Anfang 2015 die Reform der Drogengesetze in Kraft getreten ist, dürfen Konsumenten nun zum Eigenbedarf zwei Unzen (ca. 57 Gramm) Cannabis besitzen, ohne Haftstrafen befürchten zu müssen. Der Hanfanbau boomt wie nie zuvor, und auch der Verkauf von Ganja erreicht ungeahnte Ausmaße. So sollen in Kürze selbst an den Flughäfen Verkaufsautomaten mit Ganja aufgestellt werden. Ein Eldorado für alle Hanffreunde!

So oder so ähnlich ging es wohl unserem Leser Julian. Die spannenden Erlebnisse seiner ersten Jamaikareise lest ihr hier:

Leser-Reisereport

Mein Name ist Julian, ich bin 24, komme aus Baden-Württemberg, bin ein riesiger SKA-Fan und rauche eigentlich eher selten Gras. Voreingenommen von jeglichem Klischee und voller Neugier ging meine diesjährige Reise zusammen mit meiner Freundin in das Land der Rastafaris des Reggaes und des Ganjas - JAMAIKA.

Gleich nach der Landung auf Jamaika (nach einem 12-Stunden-Direktflug zum Flughafen Montego Bay) wurde uns zum erstenmal Ganja angeboten und auf der anschließenden Weiterreise zum Zielort bekamen wir von mindestens fünf Busfahrern ähnliche Angebote. Wir merkten ziemlich schnell, dass Ganja auf Jamaika so gut wie überall verfügbar ist, und so stieg sogar bei mir als neugierigem Gelegenheitsraucher das Interesse spürbar an.

Nach gerade mal 120 Minuten Aufenthalt in Jamaika entschloss ich mich also, für den Anfang vier Gramm Gras bei meinem Busfahrer zu kaufen, der uns zu unserem Hotel in der Nähe von Ocho Rios brachte. Abgesehen davon, hielt dieser Busfahrer wie selbstverständlich irgendwo im Nirgendwo für mich an, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich gerne Pfeife rauche. Spontan kaufte er mir eine. Wir waren übrigens nicht allein, noch zwei weitere deutsche Touristen in den Vierzigern saßen mit im Bus, was mir doch recht peinlich war. Angekommen im Hotel und übermüdet vom Flug richteten wir uns an diesem Abend noch ein, erkundeten das Hotel und schliefen anschließend.

Am nächsten Morgen trafen wir uns mit einem deutschsprachigen Reiseführer unserer Reiseagentur, um einige Touren zu buchen. Eine dieser Touren führte zum Geburtshaus von Bob Marley nach Nine Miles. Da ich vorher schon von dieser Tour gehört hatte, wusste ich bereits, dass es möglich war, zu dieser Tour vor Ort eine Besichtigung einer Hanfplantage mit Verköstigung hinzu zu buchen. Da ich allerdings dachte, dass man in diesem vom Tourismus geprägten Ort keinesfalls eine “echte“ Plantage vorfinden würde, beschloss ich, diese Zusatztour nicht mitzumachen, jedoch meine Augen offen zu halten.

Am dritten Tag verließ ich das Hotel zum zweiten Mal, um etwas aus dem nahe gelegenen Supermarkt zu kaufen. Auf dem Weg dorthin ist mir ein junger Jamaikaner Ende 20 aufgefallen, der mir hinterherschaute. Auf dem Rückweg zum Hotel sprach er mich dann an und fragte, ob ich an Gras interessiert sei. Ich antwortete, dass ich versorgt sei, jedoch gerne Bilder mit ihm und optimalerweise seinen Rastafreunden machen würde, da ich einem Freund, der in Deutschland einen Headshop führt, gerne einige mitgebracht hätte. Der Jamaikaner stimmte zu, sein Name war übrigens Omar. Ihr müsst ihn euch wie Jamie Fox vorstellen, nur kleiner und mit einem Tränen-Tattoo am linken Auge – was mich zunächst etwas abschreckte. Wir verabredeten uns also für 12 Uhr, um vor dem Hotel einige Fotos zu machen.

Als ich um 12 Uhr zum verabredeten Treffpunkt kam, traf ich auf Omar und lediglich einen weiteren Freund. Der war dafür jedoch ein Rasta, sein Name war Justice. Da ich vorher erfuhr, dass Omar sein Geld hauptsächlich durch seine eigene Hanfplantage irgendwo im Dschungel verdiente, schlug ich ihm vor, die Fotoaufnahmen dahin zu verlegen. Er führte einige Telefonate und willigte schließlich ein.

Also fuhren wir los, und da wir diese Sache Hals über Kopf entschieden hatten, konnte ich meiner Freundin natürlich nichts davon mitteilten, was sich später als schlecht herausstellte, da unsere Tour einige Stunden dauern sollte.

Unsere Fahrt, die wir in einem uralten Toyota-Kombi ohne Sicherheitsgurte antraten, führte uns in die Tiefen von Salem, einem Ort in Runaway Bay, bis wir schließlich eine Gegend erreichten, in der ausschließlich neu gebaute Villen standen. Kurz vor der Villen-Siedlung trafen wir einen weiteren Jamaikaner mit rotem Halstuch. Es stellte sich später heraus, dass dies das Erkennungszeichen einer größeren Gang war. Seine Rolle bei dem Ganzen verstand ich jedoch nicht. Wir fuhren also weiter. Nach zehn Minuten und einigen Ziegen auf der Straße trafen wir erneut auf einen weiteren Rasta, der mit einem fetten Grinsen am Rande des Dschungels auf uns wartete.

Nachdem wir uns vorgestellt hatten, führte uns der Plantagenbesitzer weiter. Wie sich herausstellte, hatte Omar nur einen kleinen Anteil der Farm in Richtung Dschungel. Nun kam der anstrengende Teil der Tour. Ich wusste zwar, dass die Plantagen gut versteckt sein mussten, da der Anbau in größeren Mengen illegal ist, aber das Labyrinth, das wir quer durch den Dschungel beschritten, überstieg meine Vorstellungskraft bei weitem. Wir gingen durchs Dickicht, kletterten einige Hügel hoch und wieder runter, bis wir in ein ausgetrocknetes Flussbett kamen. Dies führte uns 1,5 km durch einen Wald, bis wir auf der Seite herauskletterten. Nach weiteren zehn Minuten Fußmarsch erreichten wir dann endlich die Plantage.

Die Plantage hatte ich mir zwar größer vorgestellt, jedoch entsprach sie trotzdem annähernd meinen Vorstellungen. Sie bestand hauptsächlich aus jungen Pflanzen und Setzlingen. Ein Teil des Geländes wurde frisch brandgerodet, um später bewirtschaftet werden zu können. Nachdem ich mich umgeschaut hatte, fingen wir an, Bilder zu machen. Zu diesem Zeitpunkt waren alle sehr umgänglich und ich konnte ohne Probleme alles fotografieren, wie ich wollte.

Nachdem wir durch waren, ging es den ganzen Weg wieder zurück und ich wurde – nachdem ich ordentlich bezahlt hatte – zurück zum Hotel gebracht.

Einige Tage später, nachdem Omar bemerkte, dass ich ihn nicht für weitere Dienstleistungen bezahlen würde, drehte sich das Verhältnis zu ihm leider um 180 Grad und ich musste die weniger schöne Seite von Jamaika kennenlernen. Um euch zu beruhigen, es wurde niemand verletzt. Ich musste jedoch die Polizei und das Hotel-Management einschalten, um meine Sicherheit und die meiner Freundin gewährleisten zu können.

Alles in allem war der Urlaub eine tolle Erfahrung, die ich jederzeit gerne wiederholen möchte. Allerdings würde ich euch raten, eine Plantage mit einem Guide aus Nine Miles zu besichtigen. Es ist einfach sicherer.

Julian

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