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Bardiya - Nepals wilder Süden

16.03.2018
grow! Magazin
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international
Sonnenuntergang: Bardiya Nationalpark Nepal

Entgegen der landläufigen Annahme besteht Nepal nicht nur aus Bergen. An der Grenze zu Indien ist der Himalaya selbst bei klarem Wetter bestenfalls zu erahnen. Keine hundert Meter über dem Meeresspiegel erstreckt sich entlang dieser Grenze eine Gegend, die "Terai" genannt wird und größtenteils aus Natur-Reservaten besteht. Südlich von Kathmandu, keine sechs Stunden Busfahrt entfernt, liegt eines davon: The Royal Chitwan National Park. Eine faszinierende Dschungelgegend mit Urwäldern und ausgedehnten, mannshohen Grasflächen, die man zu Fuß, per Jeep oder auf einem Elefanten erkunden kann. Man sieht dann mit etwas Glück ein paar Affen, einige recht hübsche Vögel und mit ganz viel Glück ein paar wilde Nashörner. Nichts wirklich Spektakuläres auf meinen bisherigen drei Ausflügen nach Sauraha. Kein Tiger, keine wilden Elefanten, kein noch so kleines Abenteuer. Dafür wurde der Ort selbst immer unpersönlicher, kommerzieller und wuseliger: jedesmal neue Hotels, Cafés und Restaurants. Fast wie im Travellerviertel von Kathmandu. Angenehm, exotisch und easy-going: absolut. Aber doch nicht das, was ich eigentlich suchte.

Aber es gab ja noch Bardiya, den National-Park am äußersten westlichen Rand von Nepal. Sechzehn Stunden Fahrt, wenn alles gut geht. Im uralten, ausgelutschten Local-Bus ohne Stoßdämpfer mit mehrmaligem Umsteigen. Das hatte mich bisher davon abgehalten, dieser Gegend einen Besuch abzustatten. Und als ich gerade soweit war, diese Unbillen doch auf mich zu nehmen, bekam ich die Einladung, an einer "Honeymoon-Tour" teilzunehmen. Sechs lustige, kiff-freudige Engländer/innen in einem japanischen Mini-Van, in dem auch zehn Personen Platz gefunden hätten. So komfortabel war ich in Nepal noch nie gereist.

Jemand hatte beim letzten Tankstop eine Zeitung gekauft, und was stand da zu lesen?

"Menschenfressender Tiger in der Gegend bei Thakurwara. Drittes Opfer zu beklagen!"

Oha, das schien hier ja noch wilder zu sein, als ich dachte. Die letzten zehn Kilometer - es war inzwischen finstere Nacht - ging es auf schmalem Pfad durch dichten Urwald, bevor wir unser Ziel erreichten. Und wie hieß das Dorf? Thakurdwara. Ich befand mich also im Revier jenes menschenfressenden Tigers, von dem wir gerade gelesen hatten.

Wir landeten in der "Bardiya Jungle Cottage", direkt am Eingang zum Park gelegen. Eine Ansammlung von kleinen Bungalows mit einem Haupthaus in der Mitte. Gelegen in einer phantastischen, sehr gepflegten Gartenlandschaft. Der Monsun war gerade vorbei, alles war sattgrün, und die meisten Pflanzen standen in voller Blüte. Viele Touristen hatten noch nicht den Weg hierher gefunden. Eigentlich gar keine. Wir waren die einzigen Gäste.

Geplättet von der langen Fahrt und den diversen Tüten unterwegs wollten wir eigentlich nur noch schlafen gehen, saßen dann aber doch noch zwei Stunden mit Premi und seinen Söhnen gemütlich am Lagerfeuer, tranken Tuborg-Bier und verhafteten noch ein paar Joints mehr. Man war neugierig aufeinander und stellte schnell fest, dass die Chemie stimmte. Vom ersten Moment an war mir dieser Mann hochsympathisch, und je mehr ich von ihm erfuhr, desto größer wurde meine Ehrfurcht vor Premi.

Als das Reservat vor über dreißig Jahren gegründet wurde, war er der erste Park-Ranger und Ausbilder für alle, die danach Wildhüter wurden. Natürlich sind auch seine vier Söhne bei ihm in die Lehre gegangen. Kein Baum, kein Strauch, kein Tier im Dschungel, das sie nicht kennen. Selten habe ich Menschen erlebt, die derart in und mit der Natur leben. Aber vor dem "man eating tiger" hatten auch sie großen Respekt. Wir sollten unbedingt unsere Türen von innen verriegeln. Man weiß nie, was so einem hungrigen Biest nächstens in den Sinn kommt.

Gleich am nächsten Tag ging's in den Urwald. Genau wie in Chitwan musste man dafür erstmal durch einen Fluss, der sozusagen die Grenze zwischen Dschungel und Zivilisation darstellte.

"Mit Glück sehen wir gleich ein paar Krokodile!"

Das sagte er jetzt, wo wir mitten im Wasser standen. Mahendra lachte, als er unsere Gesichter sah.

"Keine Angst, die Ghariwals werden höchstens drei Meter lang. Die tun nix! Gefährlich sind eher die Wasserschlangen hier."

Wir waren froh, als wir wieder aus dem Fluss raus waren. Jetzt kam eine Stunde lang nichts als Urwald, durch den ein kaum sichtbarer Pfad führte. Ram kannte sogar die Kacke eines jeden Tieres. Riesige Haufen von Elefanten, etwas kleinere vom Nashorn und ganz kleine Knödel von den Kreaturen, die Tiger und Leopard als Nahrung dienten. Antilopen oder Affen etwa. Oder Touristen, die zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen waren. Natürlich hatten wir seit unserem Aufbruch den hier herumschleichenden Menschenfresser im Hinterkopf. Aber wir waren zu Acht und jeder hatte einen großen Stock zur Hand. Die Frage war nur: Würde das einen verrückt gewordenen Tiger beeindrucken?

Unsere Truppe gelangte zu einem weiteren Seitenarm des Kharnali River, hinter dem sich etwa ein Kilometer grasbedecktes Flachland erstreckte, um dann wieder in Dschungel überzugehen. Unter einem großen Baum nah am Ufer machten wir Rast.

"Guter Platz, um Tiger zu sehen. Hier kommen sie oft zum Trinken her. Aber ihr müsst gaaanz ruhig sein."

Wir bauten also in aller Stille eine dicke Tüte, rauchten und warteten. Mittlerweile war es sehr heiß geworden. Mahendra hatte zwecks besserer Aussicht fast die Baumkrone erklommen und es sich in einer Astgabel gemütlich gemacht. Anscheinend zu gemütlich. Denn nach kurzer Zeit war er eingeschlafen. Sehr fest sogar. Im Falle eines Falles waren wir sieben Greenhorns jetzt also auf uns selbst gestellt. Also saßen wir da, wurden stetig breiter und beobachteten schweigend und sehr fokussiert die Stelle am anderen Flussufer, die Ram uns avisiert hatte. Aber das einzige, was wir sahen und hörten, waren wie verrückt kreischende Rhesusaffen und Lemuren. Wäre Mahendra wach gewesen: Er hätte gewusst, was das bedeutet.

Dave tippte mir auf die Schulter, legte den Zeigefinger auf den Mund und deutete mit dem Daumen nach rechts. Mir blieb fast das Herz stehen. Aus einem Gebüsch heraus, keine zehn Meter von uns entfernt, beäugte uns neugierig ein bengalischer Tiger. Was für ein riesiges, imposantes Tier. Welch ein farbenprächtiges, beinahe leuchtendes Fell. Was wäre das für ein Motiv gewesen, hätte ich jetzt meine Kamera gezückt. Aber die lag vergessen auf meinem Schoß. Zu groß die Überraschung und der Schreck. Ich nahm sie erst wieder wahr, nachdem sich der Tiger mit einem leisen Fauchen in den Dschungel zurückgezogen hatte.

Kurz darauf verstummte allmählich das Gekreische der Affen. Die Raubkatze hatte das Weite gesucht und jetzt, wo alles vorbei war, wachte Mahendra auf und stieg von seinem Baum herunter.

"Kein guter Tag für Tiger Watching heute. Sorry, folks. Vielleicht haben wir morgen mehr Glück ..."

Wir bogen uns vor Lachen. Unser Guide hatte tatsächlich nichts mitbekommen. Anscheinend nicht mal, dass er eingeschlafen war. Umso mehr schämte er sich jetzt. Und bat uns inständig, seinem Vater ja nichts zu verraten. Klaro Mahendra, Ehrensache.

Wir blieben fünf Tage und als wir abfuhren, hatte sich Bardiya tief in mein Herz gebohrt. Überwältigende Landschaften, die Herzlichkeit der Tharu (die hier ansässige Ethnie), und das alles inmitten einer faszinierenden Fauna, von der man fast ein Teil ist. Ich musste schnellstmöglich wieder hierher.

Das nächste Jahr, dieses Mal mitten im Monsun. Und nicht im komfortablen Mini-Van, sondern in diversen Local-Busses samt viermaligem Umsteigen. Einer verrotteter als der andere. Kaputte Fenster, durch die der Regen hereinprasselte. Löcher in Dach und Unterboden, durch die noch mehr Wasser in den Bus gelangte, und Sitze, die kaum mehr Polsterung besaßen. Das einzig gute an dieser Art der Fortbewegung: Niemand störte sich an den diversen Joints, die mein Kumpel und ich uns während der Fahrt genehmigten. Vielleicht bemerkte es auch einfach keiner. Fast jeder hatte einen Regenschirm aufgespannt, was die Sicht nach hinten doch ziemlich behinderte. 

Es war nicht nur feucht, sondern auch fast unerträglich heiß. Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke. Entsprechend geplättet erreichten wir nach sechzehn Stunden das kleine Dorf Ambassa. Und immer noch waren es zwölf Kilometer bis zu unserem Ziel. Zu Fuß, angesichts der klimatischen Bedingungen und unserer nicht gerade leichten Rucksäcke, die reine Tortur. Aber es gab ja noch die "Terai-Taxis": Ochsenkarren mit Chauffeur. Verdammt holperig und noch langsamer als per pedes, dafür aber billig und überaus kräfteschonend. Nach noch einmal mehr als zwei Stunden erreichten wir völlig fertig und verschwitzt, aber glücklich die Bardiya Jungle Cottage. Und wurden empfangen, wie lange verloren geglaubte Söhne. Welch ein Unterschied zum routinierten, fast unpersönlichen Business, wie man es aus Chitwan kennt.

Am nächsten Tag hatte das "Permit Bureau" aus irgendwelchen Gründen geschlossen. Und ohne Ticket kein Jungle Walk. Wir beschlossen, die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Hier, außerhalb der Reservatsgrenze, sah es eigentlich genau so aus wie innerhalb. Außer, dass es hier auch bebaute Felder und menschliche Ansiedlungen gab. Zumindest am Tag hielt die Umzäunung die Kreaturen des Urwaldes davon ab, der Zivilisation zu nahe zu kommen. Nachts kümmerte sie der Zaun wenig bis gar nicht. Gewalttätige Elefanten trampeln schon mal ein halbes Dutzend Hütten nieder und verletzen oder töten die Bewohner. Leoparden suchen in Dörfern nach leichter Beute, Nashörner laufen Amok durch die Straßen und vor den teils sehr aggressiven Affen ist eh niemand sicher. Im Moment egal, wir waren ja am helllichten Tage unterwegs und wollten spätestens zum Sonnenuntergang wieder zurück in der Lodge sein.

Verirrt. Wir hatten uns hoffnungslos verfranzt. Das Charras und die Hitze hatten uns anscheinend jeglichen Orientierungssinn genommen. Und in einer halben Stunde würde es stockdunkel sein. Das ging sehr schnell hier. Nicht das geringste Anzeichen von Zivilisation. Keine Felder, keine Häuser. Um uns herum nur Savanne, gelegentlich ein Hanffeld, und ein kleines Stück weiter begann bereits dunkler Urwald. Was tun? So langsam ging uns doch ein wenig die Muffe. Wir hatten nicht mal die Wanderstöcke dabei. Nichts, um uns zu verteidigen. Die letzten Sonnenstrahlen schienen bereits durch die Wipfel des Dschungels, als es plötzlich am Fuß eines Baumes silbrig glitzerte. Wir schauten genauer hin: Da stand doch tatsächlich ein Fahrrad.

Wenig später hatten wir auch den Besitzer gefunden. Ein Viehhirte, der sich gerade mit seinen Ziegen auf den Rückweg ins Dorf machen wollte. Wir hätten ihn küssen mögen. Glücklich und erleichtert trotteten wir hinter ihm und der Herde her und erreichten eine halbe Stunde später in völliger Finsternis unsere Unterkunft, wo man schon sehr besorgt auf uns wartete. Morgen also wieder mit Guide. For sure ...

Der Eintrittspreis hatte sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Zehn Euro kostete jetzt die Gebühr für einen Jungle Walk. Zwanzig bekam der Scout, der uns führte. Das war dieses Mal Ram, der zweitjüngste von Premis Söhnen, und er war wirklich gut. Nach weniger als einer Stunde hatte er frische Tatzenabdrücke im Sand gefunden.

"Der ist noch nicht weit. Den finden wir!"

Ram wurde ganz euphorisch. Dein Wort in Shivas Ohr, bester aller Scouts. Letztes Mal hatte der Tiger nämlich eher uns gefunden.

Wir sahen wilde Elefanten beim Baden, einige Rhinozerosse und ein paar faul in der Sonne dösende Krokodile am Flussrand. Aber keinen Tiger. Eine Stunde noch, dann mussten wir uns auf den Rückweg machen. Ein letzter Versuch. Wieder ein Plätzchen am Wasser mit mannshohem Buschgras, das leider zu trocken war, um hier mit Feuer zu hantieren. Also kein Joint. Einfach hinsetzen, geduldig sein und warten. Die Affen würden uns hier aufgrund des mangelnden Baumbestands nicht warnen. Beruhigend war dagegen, dass unser Guide nicht den Eindruck machte, sich gleich schlafen legen zu wollen. Ganz im Gegenteil: Er spürte, dass der Tiger sich ganz in der Nähe aufhielt und beobachtete den Flusslauf aufmerksam mit einem riesigen Fernglas.

Ram schaute nach links, wir schauten nach links, aber der Tiger kam (wie sollte es auch anders sein) von rechts. Majestätisch durchschritt er das Wasser, das ihm fast bis zum Bauch reichte. Ich tippte Ram auf die Schulter und zeigte mit dem Daumen nach rechts. Er ließ das Fernglas sinken, schaute und begann zu strahlen.

"Male tiger! Take your camera!", flüsterte er mir ins Ohr. "We must have proof!"

Ich tat, wie geheißen und drückte auf den On-Button. Und was passierte? Das verdammte Gerät spielte seine Begrüßungsmelodie ab. So laut in dieser Stille, dass wir erstarrten, während der Tiger kurz innehielt, zu uns herüberschaute und alsdann seinen Schritt enorm beschleunigte. In wenigen Sekunden würde er im hohen Gras verschwunden sein. Gerade noch rechtzeitig schaffte ich es, ihn abzulichten. Ohne Zoom und Zeit zum fokussieren. Aber wir hatten "the proof": den Beweis, dass Ram den Burschen doch noch gefunden hatten. Ganz klassisch: Fährte gefunden, angepirscht und letztlich aufgespürt. Dass es eigentlich etwas anders war, mussten wir seinem Vater ja nicht erzählen.

Im Terai gibt's jede Menge Cannabis. Sowohl wild als auch kultiviert. Wie auch immer: Er wächst eher mickrig hier. Und die Potenz: naja. In den Bergregionen hat's weit besseres Weed. Trotzdem erfreut so ein Hanffeld immer wieder das Auge. Aber obwohl es omnipräsent ist: Keiner von denen, die ich bisher hier kennengelernt habe, raucht es. Überhaupt ist Cannabis-Konsum in Bardiya nicht besonders verbreitet. Niemand meckert oder guckt schief, wenn man sich einen anzündet, aber mitrauchen: nein, danke. Da ist man eher den alkoholischen Getränken zugetan. Kaum ein Abend ohne einheimischen Whisky oder Raksi, den nepalischen National-Fusel. Den wir allerdings höflich ablehnten. Für uns gab's Tuborg-Bier und ab und an eine dicke Tüte vom mitgebrachten Charras.

"I know who you are! You are the Ganja Ninja!"

Seit unserer Ankunft hatte Kumar, Premis jüngster Sohn, mich beäugt, als wüsste er nicht recht, wo er mich unterbringen sollte. Jetzt war der Groschen anscheinend gefallen. Er hatte mich endlich wieder erkannt.

"I remember that you liked my food very much ..."

Jetzt fiel es mir wieder ein. Kumar war der Koch, dessen kulinarische Köstlichkeiten ich immer so gelobt hatte. Man sah ihn selten außerhalb seines Reviers, der Küche. Brutzelte er nicht gerade etwas für eventuelle Gäste, dann für seine vielköpfige Familie. Jetzt, fast schon nachts, hatte er endlich Feierabend. Und bot mir doch an, noch schnell ein paar seiner exzellenten Honey Pancakes zu machen. Einfach, weil er wusste, dass ich sie liebte.

"Thank you Bhai! But Ganja Ninja is not hungry!"

Kumar lächelte und wackelte mit dem Kopf, wie es sonst nur die Inder tun. Das kann alles heißen: danke, schade oder egal. Dann schenkte er sich noch ein Glas Raksi ein.

Zwei Jahre später, dieses Mal Mitte November und allein unterwegs. Die Tage herrlich sonnig und heiß, aber wehe, die Sonne war weg. In der Nacht wurde es wirklich bitter kalt. So sehr, dass man morgens nicht aus seinem Schlafsack kriechen mochte. Und doch musste: Jungle Walks begannen gegen acht, spätestens neun Uhr. Die Luft immer noch kühl, das Wasser eisig. Erst gegen Mittag hatte sich der letzte Dunst verzogen und gab den Blick frei auf die herrliche Landschaft rund um Thakurdwara. Zu diesem Zeitpunkt saßen wir längst auf einem Hochstand, verzehrten unser Lunchpaket und beobachteten, was sich unter uns so tat. Es war nicht viel an diesem Tag. Man kann schließlich nicht immer Glück haben.

Bikram, der älteste Sohn, hatte inzwischen eine Schule gegründet, die an die dreihundert Kinder unterrichtete. Fast ausschließlich solche, deren Eltern sich eigentlich gar keine Schulbildung leisten konnten. Finanziert durch einen wohlhabenden australischen Gentleman, dem Thakurdwara anscheinend genau so ans Herz gewachsen war wie mir. Mit Geld konnte ich nicht dienen, mit einem kleinen Volontariat schon. Und so war ich plötzlich Englischlehrer und unterrichtete fast eine Woche lang eine sechste Klasse. Das reine Vergnügen bei solch wissbegierigen, höflichen und wohlerzogenen Kids. Sie schienen verstanden zu haben, welche Chance ihnen hier geboten wurde.

Vor meiner Abreise lud mich Premi zu einem Spaziergang ein. Ob ich mir vorstellen könnte, sein Partner zu werden? Ein Café zu betreiben, das er demnächst bauen wollte? Ich fühlte mich geehrt und geschmeichelt. Ob er das jedem Gast anbot? Wohl kaum. Wir hatten uns gegenseitig ins Herz geschlossen und das war jetzt das Resultat. Ich versprach, darüber nachzudenken. Und wusste doch, dass es dazu wohl nicht kommen würde. Meine Pläne bezüglich Nepal konzentrierten sich seit Langem auf meine eigentliche Familie, die nahe bei Pokhara lebte. Mehr als eine Tagesreise entfernt.

Aber ich war glücklich, noch eine Familie dazu gewonnen zu haben. Einen Ort, wo ich immer willkommen war. Und wenn alles gut geht, werde ich auch diesen Herbst durch den Urwald von Bardiya stapfen.

Ganja Ninja

Dieser Artikel stammt aus der grow Ausgabe 5-2017. Wir veröffentlichen hier aus jeder neuen Ausgabe unseres Print-Magazins vier vollständige Artikel - erst als Leseproben, acht Wochen später als vollständige Texte, gratis für alle. Falls du diese Ausgabe nachbestellen möchtest, schau doch mal in unseren Shop. Alternativ findest du die Ausgabe auch als ePaper zum bequemen Lesen auf deinem Smartphone, PC oder Tablet.

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