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Das richtige Medium für Cannabis-Wurzeln

01.10.2021
grow! Magazin
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Growing

 

Cannabiswurzeln können in Luft, Wasser oder festen Materialien wie Erde gut wachsen, solange sie mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Leider verwirren die verschiedenen Wurzelbereichs-Optionen viele Grower, deshalb möchte ich die Möglichkeiten etwas veranschaulichen.

Erde

In gewisser Weise ist der Anbau in Erde die einfachste und natürlichste Wahl der Wurzelzone. Hochwertiger Boden enthält Nährstoffe und nützliche Mikroben, die die Wurzeln ernähren und schützen. Das Problem ist, dass es immer schwieriger wird, qualitativ hochwertige Erde zu finden. Viele Erden, die in Gartenbaumärkten verkauft werden, sind teuer und haben nicht die richtige Porosität, pH-Puffer, Wasserhaltekapazität und Nährstoffe. Ein weiteres Problem ist, dass kommerzielle Erden oft Schädlinge wie Wurzelblattläuse, Trauermücken oder andere Schadorganismen in sich tragen, die Wurzeln befallen. Außerdem sind der pH-Wert und der Feuchtigkeitsgehalt des Erdbodens schwer zu kontrollieren und wenn er mit Nährstoffen überladen oder von Blattläusen oder anderen biologischen Schädlingen befallen ist, ist es sehr schwierig, ihn zu spülen und anderweitig zu sanieren.

Steinwolle

Steinwolle gibt es in Würfeln in verschiedenen Größen zum Starten von Samen und Klonen und zum Umpflanzen, wenn der Wurzelbereich erweitert werden muss. Es gibt auch lose Steinwolle in Form kleinerer und größerer Würfel, die in Töpfen verwendet werden können, sowie Steinwollplatten, die sich perfekt für Tröpfchen-Bewässerungssysteme eignen. Sie wird mit unterschiedlichen Dichten und anderen Eigenschaften hergestellt, um unterschiedlichen Cannabisanbau-Bedingungegn gerecht zu werden. Steinwolle ist ein völlig inertes Wurzelzonenmedium – es hat keinen Nährwert – daher müssen hochwertige hydroponische Dünger zugefügt werden. Steinwolle weicht man vor der Verwendung ein, um den pH-Wert einzustellen. Sie verfügt über eine ideale Porosität, Wasserspeicherung und andere physikalische Eigenschaften für Cannabiswurzeln. Der einzige Nachteil ist, dass es nicht einfach wiederverwendet oder recycelt werden kann.

Erdlos-Mix

Erdloser Mix oder Mischung ähnelt Erde, beinhaltet aber keine erdtypischen Nährstoffe und wird hauptsächlich aus Torf hergestellt, wobei andere Materialien wie Perlit hinzugefügt werden. Es gilt als inertes hydroponisches Medium, was bedeutet, dass es keinen Dünger enthält und bei Bedarf hinzugefügt werden muss. Erdlose Mischung ist im Allgemeinen einfacher zu kontrollieren, zu düngen und zu spülen als Erde und die professionellsten Hersteller stellen verschiedene Typen her, um sie in verschiedenen Gartensituationen einzusetzen. Einige Hersteller fügen auch nützliche Mikroben und Silizium hinzu, die beide das Wurzelwachstum fördern. Erdlose Mischung kann von Wurzeln gereinigt, gespült und wiederverwendet werden.

Anbau von Cannabis in Kokosfaser

Kokosfaser wird aus Kokosnussschalen hergestellt. Nur eine Handvoll Hersteller stellen hochwertige Garten-Kokosfasern her. Die beste Art ist loses Kokos, nicht gepresstes. Sie hat extrem günstige Wasserhalte-, Porositäts- und pH-Eigenschaften. Viele Cannabisgrower glauben, dass es das am einfachsten zu verwendende Wurzelbereichsmedium ist. Schlecht verarbeitete Kokosfaser hat oft eine hohe Natriumbelastung, die für Pflanzen schlecht ist. Es hat auch Eigenschaften, die die Aufnahme wichtiger Nährstoffelemente wie Eisen und Kalzium beeinträchtigen. Kokosfaser gilt auch als inertes Medium, daher müssen alle Nährstoffe durch ein Düngeprogramm bereitgestellt werden. Einige Düngemittelunternehmen bieten Düngeprogramme an, von denen sie behaupten, dass sie extra für Kokosfaser entwickelt wurden. Aber in meinen Tests funktionierten diese speziellen Dünger nicht, und bei hochwertiger Kokosfasern benötigt man ihn gar nicht. Kokosfaser lässt sich leicht recyceln und wiederverwenden. Der Schlüssel ist, nur die hochwertigsten Marken zu kaufen und die Unterschiede und Nuancen des Anbaus darauf zu studieren, bevor man beginnt.

„Luft und Wasser“

Die Hydroponik-Systeme, die als Deep Water Culture, Aeroponics und Nutrients Film Technique (NFT) bekannt sind, bieten den reinsten hydroponischen Cannabisanbau, der möglich ist. Es gibt keine festen Wurzelbereichsmedien. In Tiefwasserkultursystemen hängen Cannabiswurzeln teilweise im offenen Raum, teilweise im Wasser. In der Aeroponik hängen Wurzeln im freien Raum und werden regelmäßig mit einem Nährstoffnebel besprüht. Bei NFT hängen Wurzeln im offenen Raum und saugen Nährstoffe und Feuchtigkeit aus einem Wasserfilm am Boden eines Trogs.

Diese Art des Anbaus ist die wissenschaftlichste, professionellste, präziseste und produktivste. Es gibt Growern die totale Kontrolle über die Sauerstoffversorgung der Wurzelzone, die Temperatur, den pH-Wert und die Wasser-/Nährstoffzufuhr. Es gibt kein festes Material, worin sich Schädlinge aufhalten können. Das Wachstum von Cannabiswurzeln in hydroponischen Klonern und anderen reinen Hydrosystemen ist explosiv, ebenso wie das oberirdische Wachstum und der Ertrag. Erntezyklen sind schneller. Ein Nachteil der reinen Hydrokultur ist, dass man über ein 100% zuverlässiges Strom- und Pumpensystem verfügen muss. Bei einer Unterbrechung der pumpengetriebenen Wasser- und Nährstoffzufuhr, die länger als ein paar Stunden dauert, werden die Wurzeln der Pflanzen unwiderruflich beschädigt und wenn die Unterbrechung zu lange dauert, sterben die Pflanzen ab.

Es dürfen nur die allerbesten hydroponischen Dünger und auf Cannabis abgestimmte Anbaulampen mit hohem PPFD verwendet werden. Da eine reine Hydrokultur-Wurzelzone Cannabispflanzen stärkt, können sie mehr PPFD (Lichtintensität) und Nährstoffe verarbeiten. Die Zugabe von C02 zu einem reinen Hydrokultur-Anbauraum nutzt den zusätzlichen Wurzelstimulus des Systems weiter aus. Es ist keine gute Idee, organische Düngemittel oder nützliche Wurzelzonenbakterien in reiner Hydrokultur zu verwenden – sie verstopfen das System und verursachen ein bakterielles Durcheinander in den Förderleitungen, Emittern und Reservoirs. Aus ökologischer Sicht ist ein rezirkulierendes reines Hydrokultursystem am effizientesten und produktivsten. Aber die Einrichtung reiner Hydrokultursysteme kostet viel mehr Geld als ein Erdgarten oder andere Anbauarten. Die oben beschriebenen Situationen im Wurzelbereich sind die gängigsten beim Cannabisanbau. Einige Grower bauen in reinem Perlit oder Vermiculit an, die inerten Materialien ähnlich der Steinwolle sind, denen jedoch die meisten der günstigen Eigenschaften fehlen. Ich habe festgestellt, dass reine Perlit- und Vermiculit-Wurzelzonen nicht genügend Verankerungsunterstützung für Cannabiswurzeln bieten.

 

Die wichtigsten Dinge, die man beim Cannabis-Wurzelbereichsmedium beachten sollte, sind:

  • Es sollte frei von Schädlingen und Krankheiten sein

  • Bei festen Medien wie Erde und erdlosen Mischungen Überwässerung vermeiden

  • Verwenden von professionellen pH- und EC-Messgeräten, um den pH-Wert der Wurzelzone, den pH-Wert des Nährstoffwassers und die Nährstoffkonzentration täglich zu testen

  • Die Temperatur des Wurzelbereichs sollte zwischen 20-22°Celsius liegen

  • Es muss sicher gestellt werden, dass die Wurzelzone eine ausreichende Porosität aufweist, damit sie viel Sauerstoff enthält und nicht zu Staunässe neigt

  • Recyceln und Wiederverwenden von Wurzelzonenmaterialien, wann immer möglich

  • In reinen Hydrokultursystemen sollten nur die hochwertigsten Hydrokulturnährstoffe eingesetzt werden

  • Die Wurzeln der Pflanzen müssen genügend Platz haben, um sich auszudehnen. Wurzeln, die um sich selbst kreisen, weil sie in einem zu kleinen Behälter sind, enden dysfunktional und sterben ab

Steve Davis

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