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Chiles medizinisches Anbau-Großprojekt

27.04.2018
grow! Magazin
(Kommentare: 1)
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chiles erster Medical Grow 8

medical growing

Eine großangelegte Cannabisplantage in Lateinamerika hat für Schlagzeilen auf der ganzen Welt gesorgt. Dieser revolutionäre Grow fand in Chile statt, mit Unterstützung der niederländischen Hanfsamenbank Paradise Seeds. Sie lieferte die Samen für die rund 6500 Cannabispflanzen, die auf dieser legalen Plantage angebaut wurden. Betrieben wurde das Anbauprojekt vom gemeinnützigen Verein „Daya Foundation“.

Auf dieser Plantage baut Daya medizinisches Cannabis an, das verwendet werden soll, um Hunderte von Patienten aus ganz Chile damit zu behandeln. Die Patienten leiden an unterschiedlichen Krankheiten, von lebensbedrohlichem Krebs bis zu Arthritis, Multipler Sklerose und Epilepsie. Dieses beeindruckende Projekt könnte zum Musterbeispiel für die Produktion und den Vertrieb von medizinischem Cannabis in ganz Lateinamerika werden.

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Im Monat April, zum Ende des Sommers auf der Südhalbkugel, werden die Pflanzen geerntet. Dafür bekommen die 13 festangestellten Daya-Gärtner Unterstützung von 17 weiteren Helfern, ansonsten wäre die Mammutaufgabe des Erntens, Schneidens und Trimmens der Blüten kaum zu bewältigen.

„Die Blüten sehen phänomenal aus“, sagt Daya-Mitbegründer und -Direktor Nicolas Dormal. „Die Plantage sieht absolut super aus und wir erwarten eine gute Ernte.“ Von den 6500 Pflanzen erhofft sich der Daya-Verein einen Ertrag von 2000 Kilo bester getrockneter Blüten.

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Doch die Blüten sind nicht für den direkten Konsum bestimmt. Sobald sie getrocknet sind, werden sie mit einer bewaffneten Eskorte in ein geeignetes Labor gebracht, wo sie die Grundlage für die Herstellung eines Cannabis-Öl bilden. Das extrahierte Öl wird anschließend verwendet, um damit Cannabis-Medikamente herzustellen. Diese werden in einem weiteren Labor kontrolliert, um sicherstellen zu können, dass sie den chilenischen Gesundheitsbestimmungen entsprechen. Erst dann werden die Medikamente an Patienten abgegeben, die an verschiedenen medizinischen Studien teilnehmen, wo Wirksamkeit und Nebenwirkungen untersucht werden.

Die südamerikanischen Daya-Gärtner und die Genetik der europäischen Paradise Seeds

Während sich Anfänger unter den Growern gerne von der Werbung verführen lassen, die billige Samen mit großen Erträgen verspricht, lassen sich erfahrene Grower von dem Hype nicht täuschen und blicken auf das, was wirklich zählt. Sie wollen ein Saatgut, das einen genetischen Code enthält, der für gleichmäßige Pflanzen und eine zuverlässige Ernte sorgt – alle drei Samen aus einer Packung sollen gleich groß werden und ähnliche Erträge bringen (und nicht die Diskrepanz zeigen, das etwa eine der drei riesig wird, während die anderen beiden mickrig bleiben und kaum Ertrag bringen).

Wenn ein Gärtner alles gibt, das Beet vorzubereiten, um so den Pflanzen die besten Bedingungen bieten zu können, hat er damit immer noch keine hundertprozentige Gewissheit, dass er auch gute Erträge einfahren wird. Sein Ergebnis hängt immer noch von der Qualität des Saatguts ab, denn es ist hochwertige Genetik erforderlich, um erstklassige Ergebnisse erzielen zu können. Die niederländische Hanfsamenbank Paradise Seeds hat sich über die Jahre einen guten Ruf für hochwertige Genetik aufbauen können, der bis nach Südamerika vorgedrungen ist. Sie stehen seit Jahren an vorderster Front der Cannabis-Industrie, und gehören zu den Pionieren der Entwicklung der Autoflowering-Sorten und der feminisierten Samen, außerdem fokussieren sich Paradise Seeds auf die Verbesserung CBD-reicher medizinischer Sorten.

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Die Gärtner von Daya haben im Sommer 2014 bis 15 Chiles ersten legalen Grow durchgeführt, jedoch mehr als Versuchsprojekt. Dabei fielen ihnen die Sorten von Paradise Seeds positiv auf, denn sie überzeugten in puncto Keimrate, Sortenstabilität und Widerstandsfähigkeit.

Die Keimrate von Paradise-Seeds-Samen wird mit über 95 Prozent angegeben, ein Wert, der sich mit den Erfahrungen der Daya-Gärtner deckt.Was die Sortenstabilität angeht, braucht man sich nur die Fotos zu diesem Artikel anzusehen, die uns von der Daya Foundation zur Verfügung gestellt worden sind. Auf ihnen zeigt sich ein gleichmäßiger Wald von Pflanzenspitzen, und die Pflanzen weisen einen uniformen Wuchs auf.

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Was genau wächst im Daya-Garten?

Die Daya Foundation hat 16 Sorten von Paradise Seeds für ihren Garten ausgesucht, darunter eine Mischung verschiedener Sorten mit medizinischen Qualitäten, reich an CBD, aber auch Sativa- und Indica-dominierte Sorten. Der Grund dafür ist, dass sie möglichst unterschiedliche Sorten im Labor auf ihre THC- und CBD-Gehalte testen lassen wollen, um so die optimalen Sorten für die Herstellung der Medikamente finden zu können.

Neben „Durga Mata II CBD“ und „Nebula II CBD“ – Adaptationen zweier bekannter Paradise-Sorten mit verbesserten medizinischen Eigenschaften – suchte sich die Daya Foundation einige preisgekrönte Indicas aus, wie die legendäre „Sensi Star“ und die „Ice Cream“. Beide Sorte konnten im ersten Anbauversuch mit ihrem robusten Wachstum beeindrucken.

Auch das sehr beliebte Allroundtalent „Wappa“ wurde ausgewählt, zusammen mit zwei großen Sativas: „Jacky White“ und „Delahaze“. Die Samenlieferung einhielt auch zwei originale klassische Sorten, die direkt aus den Vorratskammern von Paradise Seeds kommen (und als originale Linie mit dem „IBL“-Label gekennzeichnet sind), „Original Cheese” und „Original White Widow”.

Auch die Widerstandsfähigkeit der Paradise-Sorten spielt besonders für den Anbau von medizinischem Cannabis ein wichtige Rolle, da gerade hier Pflanzenschutzmittel tabu sind. Die angezüchteten Eigenschaften machen es dem Grower aber gerade im Freiland einfacher, die Pflanzen bis zur Ernte gesundzuhalten.

Luc Krol, der Eigentümer von Paradise Seeds, sagt dazu: „Seit 1985 haben wir gezüchtet, zurückgekreuzt und die genetischen Eigenschaften unserer Sorten bewahrt, und mit der täglichen Arbeit mit unseren Pflanzen stellen wir sicher, dass wir jeden Schritt bei der Herstellung der Samen kontrollieren. Unsere ausgesuchten Mutterpflanzen sind von der höchstmöglichen Qualität, insbesondere in Hinblick auf ihre Resistenz gegenüber Schädlingen und Krankheiten, aber auch was den Ertrag an großen, schweren und harzbeladenen Blüten angeht.“

Dass sein Fokus und die Aufmerksamkeit für Details sich auszahlen – Luc ist immer noch der maßgebliche Manager in seinem Zuchtprogramm –, zeigt sich unter anderem an seiner großen Trophäensammlung, die mit Preisen aus aller Welt für die besten Cannabissorten gefüllt ist.

Die Gärtner der Daya Foundation arbeiteten hart, um die große Plantage vom Oktober an, als sie angelegt wurde, bis zur Ernte im April immer gut zu versorgen. Das chilenische Klima ist zwar gut geeignet, um draußen anzubauen. Doch auch nicht ganz problemlos, von heftigen Temperaturschwankungen bis zu starken Stürmen kann hier alles vorkommen.

Mit deutlich mehr Pflanzen als im Vorjahr hat das Daya-Team diesmal mehr mit Anbau- und Pflanzentechniken experimentiert. So wurde zum Beispiel die Hälfte der Pflanzen im Freiland, die andere Hälfte in Gewächshaus-ähnlichen Folientunneln angebaut. Dabei wurden die Effektivität und die Unterschiede von beiden Methoden genau überwacht.

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Paradise Seeds und die Daya Foundation lernten sich Anfang 2014 kennen, als Nicolas und sein Team auf der Suche nach Samenlieferanten für ihr erstes Projekt waren. Er hatte bei vielen Hanfsamenbanken angefragt, doch oft erhielt er keine Antwort oder es wurde ihm gesagt, dass es nicht möglich sei, nach Chile zu exportieren. Einer, der sich meldete, war Luc Krol von Paradise Seeds. Er schreckte auch nicht vor dem bürokratischen Aufwand zurück, den das Einholen einer Ausnahmegenehmigung für den Hanfsamenexport nach Chile mit sich bringen würde. Luc sah das Potential des Daya-Projekts und die Leidenschaft, mit der sie bei der Sache sind. Und das wäre auch nicht das erste medizinische Projekt, das Luc unterstützt.

Es gelang ihnen, 6900 Hanfsamen offiziell nach Chile einzuführen (die vom Zoll einzeln nachgezählt wurden), und damit dieses Daya-Projekt möglich zu machen.

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Was sind die nächsten Pläne von Daya?

Das Ziel von Daya ist die Produktion von Cannabis-basierten Medikamenten, die billig an jene Patienten abgegeben werden können, die sie benötigen. Große pharmazeutische Unternehmen sollen dabei keine Rolle spielen. Die Daya Foundation arbeitet schon heute mit den Behörden in zwanzig chilenischen Kommunen zusammen, um die Medizin zur Behandlung von 200 Patienten in jeden Bezirk liefern zu können.

Nicolas sagt: „Wir haben bereits unglaubliche Fortschritte erzielt, um überhaupt so weit zu kommen, Doch die Dinge brauchen ihre Zeit und wir müssen dafür sorgen, dass alles korrekt und nach den Anforderungen des chilenischen Gesundheitsministeriums abläuft, ebenso wie es mit jedem anderen Medikament auch ist.“

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p>Im Moment ist er mit seinen Gedanken natürlich bei der anstehenden Ernte, die allem Anschein nach noch massiver ausfallen wird, als erhofft. „Wir gehen davon aus, dass wir für die Ernte einen Monat brauchen werden. Es wird eine Menge Arbeit werden“, sagt er grinsend.

„Letzte Woche haben wir dreißig Scheren als Spende erhalten ... Ich glaube wir werden sie gut brauchen können!“

Text & Fotos: Daya Foundation, Paradise Seeds

Dieser Artikel stammt aus der grow! Ausgabe 3-2016. Wir veröffentlichen hier aus jeder neuen Ausgabe unseres Print-Magazins vier vollständige Artikel - erst als Leseproben, acht Wochen später als vollständige Texte, gratis für alle. Falls du diese Ausgabe nachbestellen möchtest, schau doch mal in unseren Shop. Alternativ findest du die Ausgabe auch als ePaper zum bequemen Lesen auf deinem Smartphone, PC oder Tablet.

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Kommentare

Kommentar von Kerstin |

Mann sind wir in Europa und besonders in Deutschland, doch ein rückständiges Land. Wir sollten dringend Entwicklungshilfe beantragen

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