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Cannabis-Outdoor-Growing - Tipps zur Planung und Vorbereitung

08.03.2019
grow! Magazin
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Outdoor-Growing

Es ist März in der nördlichen Hemisphäre und der Frühling kommt offiziell in diesem Monat. Outdoor-Cannabis-Grower planen bereits und beginnen ihre Outdoor-Wachstumsperiode. Hier ist eine Checkliste, was zu tun ist:

Die Auswahl des Cannabis-Outdoor-Growing-Standortes

Der perfekte Ort für einen Outdoor-Cannabis-Garten ist einer, der absolute Privatsphäre und Sicherheit bietet, mindestens 8-10 Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag hat, sich in der Nähe einer sauberen Wasserquelle befindet und mindestens einmal pro Woche Niederschlag hat und ein gemäßigtes Klima aufweist, der fruchtbaren Boden hat und nah genug beim Grower liegt, so dass der Garten gut und unauffällig zu erreichen ist.

 

Outdoor-Grower wissen, dass ein in allem so perfekter Standort nur selten zu finden ist, so dass sie sich bemühen, den am wenigsten unperfekten Standort zu ermitteln. Beispielsweise findet man möglicherweise eine Stelle, die privat und sicher ist und in der Nähe von zuverlässigem sauberem Wasser gelegen ist, wo aber nicht genügend direktes Sonnenlicht einstrahlt. Oder der Standort ist perfekt, abgesehen davon, dass der Boden unfruchtbar ist. Daher müssen Düngemittel und/oder Bodenverbesserer mitgeführt werden. Manchmal kann ein Standort verändert werden, so dass er sich ideal für den Anbau von Cannabis eignet.

Grower, die Kompost und andere natürliche Bodenverbesserer verwenden, vermischen diese Materialien mehrere Wochen, wenn nicht Monate vor Saisonbeginn, mit dem Boden der Anbaufläche. Dadurch können sich die natürlichen Materialien zersetzen, sodass die Pflanzen sie als Nährstoffe aufnehmen können. Zur minimalen Standort-Vorbereitung gehört es auch, den Boden aufzuräumen, zu belüften und umzugraben, damit er mehr Porosität und Wasserspeicherfähigkeit bekommt.

 

Für die Vorbereitung einiger Grow-Flächen musste ich einen Vorschlaghammer und eine Axt verwenden, um Stümpfe, Steine und Lehm ​aus dem vorgesehenen Wurzelbereich zu entfernen. Einer der Hauptgründe, warum Outdoor-Grow-Ops ausfallen, ist, dass der Boden minderwertig ist, sodass Wurzeln sich nur schwer etablieren können. Durch die richtige Standortvorbereitung werden diese Probleme beseitigt.

Wenn Grower sich für einen Standort entscheiden, müssen sie mit Problemen rechnen, die während der typischen Anbauperiode im Freien von April bis Oktober auftreten können. Diese Probleme sind möglicherweise nicht sichtbar, wenn die Anbaustelle zum ersten Mal besucht, ausgewählt und vorbereitet wird. Zum Beispiel kann der Grower eine Stelle auswählen, die sich sehr nahe an einem Fluss befindet. Es wäre jedoch wichtig festzustellen, ob er im Sommer ausgetrocknet ist oder ob heftige Regenfälle ihn häufig über die Ufer treten lassen.

 

Ein weiterer Fall: Man informiert sich über die Jagd- und Fischereivorschriften beim Standort, um zu sehen, ob er zu Beginn der Jagd- und Angelsaison überlaufen sein wird. Unter allen Bedenken hinsichtlich der Wahl einer Anbaufläche ist die Sicherheitsstufe gleich oder sogar etwas höher zu bewerten als die Grow-Tauglichkeit. Warum? Wenn der Standort wahrscheinlich von Wanderern, Nachbarn, Jägern, Polizisten oder anderen Eindringlingen entdeckt wird, ist die Sicherheit der Pflanzen und des Growers beeinträchtigt und somit für den Anbau von Marijuana nicht geeignet.

 

Ich betrachte immer die Farbe, Art und Wachstumsmuster bestehender Pflanzen und Bäume an einem zukünftigen Standort. Zum Beispiel gibt es an einigen Orten Pflanzen oder Bäume, die Cannabispflanzen tarnen würden, wohingegen die Cannabispflanzen an anderen Orten (z. B. Hochgebirgstälern) vor der Kulisse von spärlichem Laub und Felsen stark sichtbar sind. Ich schaue mir auch genau an, ob ein vermeintlich sonniger Platz später, wenn die umstehenden Bäume ausgeschlagen haben, ein zu schattiger Ort werden könnte. Man muss bei der Standortwahl immer etwas ins Voraus denken.

Outdoor-Cannabis-Pflanzen indoors starten

Wenn ich im Freien anbauen möchte, starte ich meine Pflanzen Ende Februar oder Anfang März mit Klonen oder feminisiertem Autoflowering- oder Photoperioden-Samen. Der genaue Zeitpunkt hängt von den herrschenden Klima- und Wetterbedingungen ab – wichtig abzuschätzen ist, wann wahrscheinlich der letzte Frost der kalten Jahreszeit auftritt.

Ich habe gesehen, dass einige Cannabis-Pflanzen Temperaturen um und etwas unter dem Gefrierpunkt überstanden haben, aber es ist am besten, Cannabis-Pflanzen nicht ins Freie umzusiedeln, bis alle Frostgefahren vorüber sind. Für die meisten Grower bedeutet dies frühestens April. In Spanien, Portugal, Griechenland und Italien sind einige Gebiete jedoch so warm, dass Cannabispflanzen bereits im Februar oder März nach draußen können. Wo ich jetzt wohne, kann ich meine Pflanzen Ende März ohne Frostsorgen nach draußen stellen. Grower in nördlichen Ländern oder in höheren Lagen müssen möglicherweise bis Ende April oder sogar Mitte Mai warten.

Die Hauptsache ist, dass die Pflanzen mindestens einen halben Meter groß sind und sehr gesund und gut verwurzelt sind, bevor sie ins Freie transplantiert werden. Ich achte darauf, dass meine Pflanzen mindestens fünf Blattsätze und ein gut entwickeltes Wurzelsystem haben, bevor ich sie an ihren dauerhaften Grow-Platz im Freien bringe. Um dieses Ziel zu erreichen, starte ich meine Pflanzen in einem Gewächshaus mit Zusatzbeleuchtung oder drinnen unter LED- oder Leuchtstofflampen, etwa vier Wochen bevor ich beabsichtige, sie im Freien zu platzieren.

Frühzeitige Pflege von Outdoor-Cannabis-Pflanzen

Während der Zeit, in der ich meine jungen Pflanzen in einem kontrollierten Umfeld, wie in einem Grow-Raum oder in einem Gewächshaus, ziehen möchte, muss ich ihnen Dünger und Düngeergänzungsmittel zuführen, die ihre Wurzelgröße, Gesundheit und Funktion steigern. Die Optimierung des Wurzelwachstums ist für ihre Entwicklung outdoors von entscheidender Bedeutung, da die Freilandpflanzen den Platz für unbegrenztes Wurzelwachstum haben und die Bedingungen im Freien höhere Anforderungen an Wurzeln stellen als das, was Wurzeln in kontrollierten Gärten indoors erfahren.

Das Beste, was die Cannabiswurzeln im ersten Lebensmonat fördert, ist Wurzelstimulator sowie nützliche Pilze und Bakterien in diversen Produkten. Der Stimulator bringt Wurzeln, schnelleres Wachstum und mehr Masse insgesamt. Die anderen Ergänzungen bieten nützliche Mikroben, die sich physisch an die Wurzeln binden, um sie zu schützen und die Aufnahme von Wasser, Sauerstoff und essentiellen Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium usw. zu verbessern.

Auswahl der besten Sorten für den Outdoor-Anbau von Cannabis

Einige Cannabis-Sorten funktionieren an bestimmten Outdoor-Standorten gut, andere jedoch nicht. Andere Cannabissorten sind im Freien überhaupt nicht gut aufgestellt und eignen sich nur für den Indoor-Anbau. Wie erkennt ein Grower den Unterschied?

Der erste Schritt bei der Auswahl großartiger Sorten für einen bestimmten Standort im Freien ist das Erkennen des Klimas, der Niederschläge, der Schädlinge und der Krankheiten des jeweiligen Ortes. Einige Grower leben zum Beispiel dort, wo der Sommer heiß und sonnig ist, andere dagegen, wo der Sommer bewölkt, kühl und regnerisch ist. Einige Grower leben dort, wo große Buds durch Botrytis (Grauschimmel) schnell zerstört werden, während andere sich keine Sorgen darum machen müssen, stattdessen jede Saison gegen Rotmilben, Thripse oder Blattläuse kämpfen.

Der Grower sollte auch bei der Sortenauswahl die gebotene Diskretion berücksichtigen. Manchmal eignen sich klein-bleibende Pflanzen besser als Sorten, die über drei Meter hoch werden. Wenn der Grower an einem abgelegenen „Guerilla-Anbaugebiet“ anpflanzt und nicht in der Lage ist, den Garten oft zu besuchen, außer wenn er Wasser und Nahrung liefert, oder um männliche Pflanzen zu entfernen, sollte der Erzeuger robuste, dürre-resistente Pflanzen auswählen und feminisierte Photoperioden- oder Autoflowering-Sorten.

Nachdem der Grower die Situation seiner Pflanzen gründlich beurteilt hat und weiß, welche Präferenzen er hinsichtlich der Art der psychoaktiven Wirkungen und anderer Faktoren hat, muss er nach Cannabis-Samen oder Klonen suchen, die seinen Bedürfnissen entsprechen. So kann man sich mithilfe von Websites von Cannabis-Züchtern bzgl. Sorten-Beschreibungen schlau machen oder direkten Kontakt herstellen und den Züchter nach empfehlenswerten Sorten für die gegebenen Bedingungen und Präferenzen fragen.

Im Allgemeinen sind Indica-Sorten und Autoflowering-Cannabis die unkompliziertesten Cannabis-Arten zum Outdoor-Growing, wohingegen Sativa-dominanter, reiner Sativa und Kush im Freiland tendenziell schlechter gedeihen.

Outdoor-Hanfpflanzen vorbereiten & umpflanzen

Cannabis-Pflanzen, die im Indoor-Garten vorgezogen werden, werden im Freiland schrittweise an die Sonne und die Außenbedingungen gewöhnt, bevor die Pflanzen dauerhaft im Outdoorgarten aufgestellt werden.

Das bedeutet, junge Pflanzen für ein paar Stunden am Tag nach draußen zu stellen, wenn sie von der vollen Sonne bestrahlt werden, damit sie sich an Sonne, Wind und Regen gewöhnen können. Pflanzen, die indoors unter LED oder Leuchtstofflampen aufwachsen, können beschädigt werden, wenn sie sich tagelang in voller Sonne aufhalten. Sie benötigen eine schrittweise Annäherung, beginnend mit 1-2 Stunden direktem Sonnenlicht am frühen Morgen oder am späten Nachmittag pro Tag und allmählich um eine Viertelstunde länger pro Tag, bis ihre Blätter an die Sonne gewöhnt sind.

Die Pflanzen sollten einige Tage vor dem Umpflanzen getoppt werden und auf beiden Seiten der Blätter mit Neem, Kaliumsilikat, B-Vitaminen für Pflanzen und einem Tensid (z. B. Yucca-Extrakt) besprüht werden. Das Blattspray sollte etwa 225 Teile pro Million (0,4 EC) und einen pH-Wert von 5,7 haben. Bei der Herstellung von Blattspray sollte nur Umkehrosmose oder reines Regenwasser verwendet werden. Die Blätter dürfen nur dann besprüht werden, wenn die Wachstumsbeleuchtung ausgeschaltet ist oder wenn die Pflanzen mindestens eine Stunde lang nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Das Spray soll ja absorbiert werden, direktes Licht trocknet es zu schnell und backt es in das Blatt.

Transplantationsschock überwinden

Pflanzen können einen Transplantationsschock erleiden, wenn sie in größere Behälter oder in den Boden umgesetzt werden. Schlaue Grower bewässern ihre Pflanzen gründlich mit einer niedrigen Dosis eines hydroponischen oder organischen Grunddüngers, zusammen mit Roots Excelurator und einer Vitamin B-Formel und den zuvor beschriebenen nützlichen Wurzelverstärkermikroben. Eine kleine Menge Tensid sollte außerdem mit in das Wasser gegeben werden. Bei Sorgen über Wurzelschädlinge wie Blattlaus kann Neem mit dem Gießwasser gemischt werden.

Ich ziehe es vor, erst spät am Tag umzupflanzen, damit die Pflanzen sich über Nacht erholen und sich etablieren können, bevor sie am nächsten Tag direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Ich vermeide das Umpflanzen bei Regen oder Kälte.

Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass Outdoor-Growing wesentlich günstiger als Indoor-Growing ist. Die Erträge pro Pflanze können viel höher sein als in den anspruchsvollsten Indoor-Gärten. Ich habe gesehen, dass Cannabispflanzen im Freien ein Kilo oder mehr starke getrocknete Blüten pro Pflanze hervorbringen! Das Letzte, was ich noch mitteilen möchte, ist, dass Autoflowering-Cannabis für Outdoor-Growing immer beliebter wird, da es feminisiert ist, kleiner auswächst, was die Erkennung erschwert und es schneller zur Ernte bereit ist, als Photoperioden-Sorten. In Kürze wird es einen Artikel über die Top-Outdoor-Sorten der Saison geben.

Karl Vogel

 

 

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