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Autoflowering-Cannabis - Harzige Blüten und kurze Erntezyklen

23.01.2019
grow! Magazin
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Autoflowering-Cannabis
Auto Mazar von DutchPassion

Ich habe bereits vor 20 Jahren Autoflowering-Cannabis angebaut, als es von niederländischen Saatgutzüchtern entwickelt wurde. Sie gaben mir ein paar Samen und sagten: „Dies ist ein neues Konzept, an dem wir arbeiten. Erzählen Sie uns, was Sie davon halten.“

Diese frühen Autoflowering-Sorten aus der experimentellen Phase der Zucht beeindruckten mich überhaupt nicht, aber sie haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark verbessert.

Heutzutage wird Autoflowering oder von selbst blühendes Cannabis manchmal auch als „automatisches“ Cannabis bezeichnet. Autoflowering ist die genauere Beschreibung, da der wichtigste Unterschied zwischen photoperiodischem und Autoflowering-Cannabis darin besteht, dass Letzteres allein aufgrund des Pflanzenalters blüht, ohne künstliche oder natürliche Verkürzung der Lichtmenge, die es innerhalb von 24 Stunden erhält.

Anstelle des Beginns der Blütephase, die durch Änderungen der Lichtstunden pro Tag ausgelöst wird, tritt sie bei der Autoflowering-Pflanze zwei bis drei Wochen nach der Samenkeimung ein. Beachten Sie, dass Autoflowering-Sorten nur aus Samen, nicht aus Klonen gezüchtet werden.

Im Gegensatz dazu blüht photoperiodisches Cannabis nur dann in Innenräumen, wenn der Züchter den Wachstums-Lichtzyklus steuert und den Pflanzen zwölf Stunden ununterbrochenes Licht und zwölf Stunden ununterbrochene Dunkelheit pro 24-Stunden-Zyklus gibt. Im Outdoor-Anbau geht das photoperiodische Cannabis in die Blütephase, wenn im Spätsommer und Herbst pro Tag nur noch zwölf bis 13 Sonnenstunden oder weniger anfallen.

Obwohl einige Landrassen-Cannabis-Sorten ein paar Eigenschaften von modernem Autoflowering-Cannabis aufweisen, sind die heutigen Autoflowering-Sorten eine menschliche Kreation, die sich niemals durch natürliche Evolution entwickelt hätte.

Faktisch ist Autoflowering-Cannabis das Produkt eines innovativen Zuchtprogramms, das Cannabis-Ruderalis-Genetik (s.u.) in die photoperiodische Cannabis-Genetik einfügt, um Autoflowering-Sorten zu schaffen.

Ruderalis ist eine Unterart von Cannabis, welche ursprünglich in Osteuropa und Russland gefunden wurde und später auch als "ditch weed" (Wildhanf) bekannt wurde, weil sie auch überall dort wucherte, wo Faserhanf kultiviert wurde. In ihrem natürlichen Zustand produziert sie sehr geringe Mengen an THC (Tetrahydrocannabinol), aber relativ hohe Mengen an CBD (Cannabidiol).

Folgende Ruderalis-Eigenschaften sind für Hanfsamenzüchter von besonderem Interesse:

  • Pflanzen sind sehr robust, natürlich resistent und widerstandsfähig im Kampf gegen Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben sowie auch gegen Krankheiten wie Grauschimmel, Wurzelfäule und Mehltau.
  • Die Blütephase beginnt mit einem bestimmten Alter der Pflanze, nicht jedoch anhängig von der Belichtungszeit.
  • Pflanzen blühen früher und sind von daher auch schneller erntebereit als Photoperioden-Cannabis.
  • Ruderalis kann mit harten Bedingungen im Freien wie Trockenheit, Regen, Wind, Mangel an Nahrung, extremer Hitze und Kälte umgehen.
  • Die Pflanzen neigen dazu, viel kleiner als Photoperiodenpflanzen zu sein; Ruderalis wird selten größer als 1 bis 1,5 Meter, normalerweise eher noch deutlich kleiner.
Night Queen von DutchPassion

Modernes Autoflowering-Cannabis ist immer ein lohnenswerter Anbau

Ich fing mit experimentellen Autoflowering-Sorten in einem Indoor-Garten an, bevor sie im Handel erhältlich waren und sie bereiteten viele Probleme. So neigten sie dazu, hermaphroditisch zu werden. Aus einer Charge von 30 Samen blühten einige automatisch nach zwei bis drei Wochen, aber andere blühten nie, außer sie wurden einem künstlich manipulierten Lichtzyklus unterworfen.

Die Buds waren klein, wiesen spärliche Mengen an Harzdrüsen auf und verströmten nur wenig Duft von den enthaltenen Terpenen. Es entwickelten sich viele Blätter in der Blüte. Aus angeblich ein und derselben Autoflowering-Sorte entstanden viele verschiedene Phänotypen. Ich wartete also fünf Jahre, bis ich Autoflowering-Sorten erneut ausprobierte und stellte fest, dass die Samenproduzenten einige Verbesserungen vorgenommen hatten. Die Variation des Phänotyps wurde eingegrenzt, ebenso wie die überschüssige Menge an Blättern in den Buds. Die Cannabinoid- und Terpenoid-Anteile waren erhöht. Die Anwesenheit von Hermaphroditismus und anderer genetischer Instabilität wurde reduziert. Das Erntegewicht wurde vergrößert. Dennoch musste ich feststellen, dass die Potenz der Autoflowering-Sorten gegenüber ihren Photoperioden-Pendants um 15 bis 35 % niedriger war. Ich betrachtete Autoflowering-Cannabis als eine sinnvolle Alternative für Grower, die nicht den Raum, die Zeit oder die Sicherheit haben, um photoperiodisches Cannabis anzubauen. Deshalb freue ich mich jetzt, sagen zu können, dass ich kürzlich die besten Autoflowering-Sorten angebaut habe und sehr beeindruckt von ihnen war. Einige der Sorten wiesen fast alle günstigen Eigenschaften ihrer Photoperioden-Vorläufer auf und psychoaktive und medizinische Wirkungen waren in der Potenz nahezu gleich.

Ich sehe diese neueste Generation von selbstblühendem Cannabis als einen echten Durchbruch, der die Möglichkeiten der Züchter enorm erweitert. Jetzt schauen wir uns Autoflowering-Cannabis genauer an.

Die wichtigsten Vorteile von selbstblühendem Cannabis sind:

  • Keine Notwendigkeit, Licht- und Dunkelzyklen künstlich zu manipulieren, um die Blütephase einzuleiten und aufrechtzuerhalten.
  • Die meisten Autoflowering-Sorten brauchen von der Keimung bis zur Ernte nur zehn Wochen oder weniger, während die Photoperioden-Sorten mindestens zwölf Wochen dafür benötigen.
  • Mit Autoflowering-Cannabis hat der Züchter mehr Ernten pro Jahr und niedrigere Kosten für jeden Erntezyklus.
  • Autoflowering-Sorten sind feminisiert und blühen automatisch, wenn sie zwei bis drei Wochen alt sind, was sie viel geeigneter für Outdoor-Guerilla-Growing im Vergleich zu photoperiodischen Sorten macht.
  • Da es keine männlichen Pflanzen gibt, muss der Grower die Pflanzen nicht überwachen und jene aussortieren, um die Bestäubung der weiblichen Pflanzen zu verhindern.
  • Der Freilandzüchter braucht nicht bis zum Spätsommer oder Herbst warten, bis die Blüte beginnt, da die Autoflowering-Pflanzen früher blühen und dadurch eher fertig werden können als die photoperiodischen Sorten. Dies hilft Growern, Probleme der späten Jahreszeit, wie Regen, Schimmel, Frost, Diebe und kalte Temperaturen, zu vermeiden.
  • Ein weiterer Vorteil des Autoflowering-Cannabis ist, dass es zum Outdoor-Growing
    viel geeigneter ist, da es härteren Bedingungen standhalten kann, als Photoperioden-Cannabis.
  • Da Autoflowering-Cannabis früher fertig ist als photoperiodisches, das zur gleichen Zeit angepflanzt wurde, bringt es dem kommerziellen Produzenten Marktvorteile, da er seine Buds schon vor der üblichen Herbstschwemme von geerntetem Outdoor-Cannabis getrocknet und bearbeitet hat. Gleiches gilt auch für Indoor-Gärtner.
  • Autoflowering-Cannabis ist einfacher zu züchten und benötigt zum Wachsen weniger vertikalen Raum. Das macht es ideal für Anfänger und Züchter, die nur begrenzten Raum für einen Cannabis-Garten haben. Die meisten Autoflowering-Sorten werden nicht höher als 1 bis 1,5 Meter, und einige bleiben sogar noch viel kleiner.
  • Die geringe Höhe der meisten Autoflowering-Sorten ermöglicht es Growern, energieeffiziente Beleuchtung wie LEDs zu verwenden.
  • Indoor-Züchter von Photoperioden-Cannabis müssen den täglichen Lichtzyklus während der Blütephase streng kontrollieren, um zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden ununterbrochene Dunkelheit zu gewährleisten. Autoflowering-Cannabis benötigt keine Lichtsteuerung, um die Blütephase zu starten oder fortzusetzen.
Black Lemon von Exotic Seeds

Besondere Bedingungen und Verfahren für das Wachstum von Autoflowering-Cannabis

Autoflowering-Cannabis braucht weniger Zeit, um Wurzeln, Stängel, Äste und andere Strukturen aufzubauen, bevor es in die Blütephase übergeht. Das bedeutet, dass jeder Erntezyklus viel zählt und der kluge Gärtner alles daran setzt, Autoflowering-Pflanzen mit maximalen Inputs und feinsten Bedingungen zu versehen. Hier sind einige Tipps und Taktiken für die Maximierung von Wachstum und Ertrag für Züchter von Autoflowering-Cannabis:

  • Die ideale Autoflowering-Kultivierungssituation ist ein Indoor-Growroom mit absoluter Sicherheit und kontrollierter Umgebung. Je weniger Stress die Pflanzen haben, desto besser.

  • Die Samen kommen in Steinwolle-Starterwürfeln, die auf pH 6,0 eingestellt sind.

  • Es wird nur Umkehrosmosewasser, kein Leitungswasser oder Brunnenwasser verwendet.
    Tiefwasserkultur, Aeroponik oder ähnliche, rein hydroponische Systeme fördern die höchsten Erträge und die beste Wachstumsrate. Diese Systeme pumpen Sauerstoff, Feuchtigkeit und Nährstoffe mit einer höheren Rate in die Wurzeln als andere Systeme oder Böden, so maximieren sie Wachstumsrate, Ertrag und Blütenwirksamkeit.

  • Die Raumtemperatur erhöht man auf 25 °C, wenn das Licht eingeschaltet ist und senkt man auf 21 °C, wenn es abgeschaltet ist (wenn Sie C02 hinzufügen, siehe unten).

  • Die relative Luftfeuchtigkeit im Raum sollte auf 56 bis 70 % eingestellt sein und während der Blütephase auf 55 bis 66 %.

  • CO2 zu 1100 Teilen ppm (parts per million) fügt man nur während der Beleuchtungsphase hinzu. Die Zimmertemperatur kann hier mit zugesetztem C02 bis zu 29 °C erreichen, sollte aber während des Nachtzyklus‘ auf 22 °C gesenkt werden.

  • Ein großer oszillierender Ventilator sollte für jede 400-Watt-Lampe eine sanfte, aber anhaltende Brise auf die Pflanzen wehen.

  • Die gekeimten Sämlinge pflanzt man direkt in die Behältergröße, in der sie auch fertig werden sollen, Top-Autoflowering-Pflanzen zwei bis drei Wochen nach der Keimung, kurz bevor oder wenn sie gerade beginnen, in die Vorblüte zu gehen.

  • Die Pflanzen abzustützen kann vier bis fünf Wochen nach der Keimung notwendig sein, besonders bei verzweigten Autoflowering-Sorten mit dicken, großen Blüten.

Dünger und Beleuchtung bei Autoflowering-Cannabis

Da Autoflowering-Cannabis eine so kurze Wachstumsphase und eine relativ kurze Blütephase im Vergleich zu Photoperioden-Cannabis hat, passen die erfolgreichsten Gärtner ihre Düngeprogramme an diese Unterschiede an. Grower von Photoperioden-Cannabis ernähren ihre Pflanzen traditionell mit zwei Arten von Basisdünger – einen für die vegetative (Wachstums-) Phase und den anderen für die Blütephase. Wachstumsphasendünger hat ein höheres Verhältnis von Stickstoff zu Phosphor und Kalium, da Stickstoff während des vegetativen Wachstums am nützlichsten ist, wenn Stiele und Blätter erzeugt werden müssen.

Phosphor und Kalium sind natürlich auch in der vegetativen Phase notwendig, aber sie sind viel wichtiger in der Blütephase. Auch Stickstoff ist notwendig, aber in der Blütephase weniger wichtig. Die erfolgreichsten Grower von Autoflowering-Cannabis verwenden Wachstumsdünger in niedriger Dosierung und beginnen damit etwa vier Tage nach der Samenkeimung. Bei jungen Pflanzen sollte man immer sehr vorsichtig mit den Nährstoffzugaben umgehen. Ich schaue mir die Dosierungsempfehlungen der Hersteller an und reduziere sie dann nochmal auf ein niedrigeres Level. Wenn es zum Beispiel 2 ml pro Liter Wasser sein sollen, würde ich einen ½ ml pro Liter verwenden. Nachdem der Sämling drei bis fünf Sätze Blätter entwickelt hat, erhöhe ich die Dosierung auf 1 oder 2 ml pro Liter Wasser. Ich führe dieses Düngeprogramm weiter, bis ich die frühesten Anzeichen der Vorblüte auf den Pflanzen sehe. Danach benutze ich eine Übergangsmischung von 50 % Wachstumsphasen-Grunddünger und 50 % Blühphasen-Basisdünger für eine Woche, nachdem die Vorblüten auftauchen. Anschließend verwende ich 100 % Blütephasen-Basisdünger. Autoflowerings, die während der Blütephase 18 bis 20 Stunden Licht bekommen, was sechs bis acht Stunden pro Tag mehr sind als bei photoperiodischen Pflanzen, nutzen diese Energie, um Blüten, Cannabinoide und Terpene aufzubauen - aber nur, wenn Qualitätsdünger richtig eingesetzt wird.

Autoflowering-Cannabispflanzen verbrauchen oft mehr Wasser und Nährstoffe als Photoperioden-Pflanzen. Das ist von der relativen Luftfeuchtigkeit im Anbaugebiet abhängig und davon, ob CO2 hinzugefügt wird. Außerdem spielen die Wurzelgesundheit und -größe sowie die Art und Intensität der Beleuchtung des Growraums eine Rolle.

Um die Wurzelentwicklung zu unterstützen, fügen Züchter der Wurzelzone nützliche Bakterien und Pilze über das Düngewasser zu. Sie beginnen damit eine Woche nach der Keimung und beenden dies drei Wochen vor der Ernte. Ich empfehle auch, eine Vitamin-B-Formel vom Anfang bis zum Ende des Erntezyklus‘ zu verwenden. Vitamin-B-Komplex hilft Pflanzen, mit Stress umzugehen. Einige Grower sagen auch, dass in der Blütephase ein Kalzium-Magnesium-Ergänzungsmittel erforderlich ist. Die Buds werden auch größer, wenn ein Blüten-Booster, der mehr Kalium als Phosphor enthält, zusammen mit den Basisnährstoffen zugeführt wird. Da viel Wasser und Dünger durch die Autoflowering-Pflanzen laufen und sie die Nährstoffe im Pflanzengewebe speichern können, was auch den Geschmack und die Reinheit der fertigen Blüten beeinflusst, machen Gärtner während der letzten vier bis sechs Tage eine Spülung mit reinem Umkehrosmosewasser (mit sonst nichts).

Viele Grower von Autoflowering-Cannabis haben nur begrenzten Platz und eingeschränkte Möglichkeiten, Wärme abzuleiten. Professionelle Wachstumslampen, die von Photoperioden-Cannabis-Growern verwendet werden, wie zum Beispiel Natriumdampflampen (HID), sind oft zu heiß und intensiv für kleine Räume. Aus diesem Grund verwenden Autoflowering-Züchter oft Licht emittierende Keramik-, Plasma- oder LED-Lampen.

Wenn ein Gärtner mit klimatisiertem Raum und genügend vertikaler Höhe Autoflowering-Pflanzen unter Hochdruckmetallhalogenid- und Hochdrucknatrium-Lampen züchtet, liefern sie massive Erträge. Aber auch in Wachstumsbetrieben mit LED-, Plasma- und Licht emittierenden Keramik-Grow-Lampen. Die Hauptsache in jedem Indoorgarten ist, die Pflanzen nicht zu nah an den Lampen zu haben. Es gibt so viele verschiedene Arten von Wachstumslampen, dass es nicht sinnvoll ist, eine einheitliche Abstandsempfehlung von Pflanzenspitze zur Lampe zu geben.

Der wahre Schlüssel zur Überprüfung, ob die Lampen zu nah sind, ist die Temperatur der Blattoberflächen. Wenn die Wachstumslampen nahe und intensiv genug sind, um die Blätter im oberen Teil des Kronendachs auf mehr als 33 °C zu erhitzen, ist das zu nah. Die Lampen müssen dann höher gehängt werden.


Die beste Methode zur Messung der Blattoberflächentemperatur ist die Verwendung eines Infrarot-Thermometers. Diese kostengünstigen Geräte sind so weit entwickelt, dass der Benutzer sie so einstellen kann, dass sie die Reflektivität der Blattoberfläche von verschiedenen Materialien, einschließlich Pflanzenblättern, berücksichtigt.

Sea of Green & Low Stress Training

Einige Autoflowering-Cannabis-Sorten werden sich zu einer Einzel-Blütenpflanze mit einer Hauptblüte und sehr wenigen Seitenverzweigungen – wenn überhaupt – entwickeln. Aufgrund der kürzeren Erntezyklen des Autoflowerings, der geringeren Höhe und der automatisch blühenden Einzel-Blütenpflanzenstruktur bietet sich für den Grower hier auch der Sea-of-Green-Anbau an.

Bei Sea of Green werden Pflanzen so dicht nebeneinander gepflanzt, dass sie sich in einem Gitter mit hoher Dichte fast berühren. Die Pflanzen werden nicht getoppt, um sie buschiger zu machen. Wenn eine Pflanze aus nur einem Hauptstängel besteht und sich die Blüten von unten nach oben bilden, ist diese Pflanze der ideale Typ für Sea of Green.

Und dann gibt es da noch das Low-Stress-Training (Leichtes Stress-Training). Es funktioniert besser mit Photoperioden-Pflanzen, weil der Grower die Länge der Wachstumsphase kontrollieren und verlängern kann, um das Training an die Entwicklung der Pflanzen anzupassen.

Autoflowering-Sorten, die längere Zeit zum Reifen brauchen (solche, die zehn Wochen nach der Keimung noch nicht geerntet werden können), können mit leichtem Stresstraining zum Ausreifen animiert werden und die Ernteerträge erhöhen sich dadurch.

Wenn Sie Fotos einer Cannabispflanze sehen, die aussieht, als wäre sie zu einem Bonsai-Baum geformt worden, wobei einige Pflanzen sogar einen Meter breit werden, dann sehen Sie das Ergebnis des Low Stress Trainings, auch bekannt als LST. Der LST-Prozess lehnt sich an Techniken an, die von Bonsai-Baumzüchtern verwendet werden.

LST ist ein zeitaufwändiges, akribisches Hobby, bei dem zuerst der Hauptstängel einer jungen Cannabispflanze in der Wachstumsphase so gebunden wird, dass sie eine halbhorizontale Position einnimmt. Die Pflanze wird versuchen, wieder vertikal zu wachsen, was bedeutet, dass ihre Seitenäste beginnen, die Position und Funktion eines vertikalen Hauptstängels anzunehmen.
Der Erzeuger bindet, stützt und trainiert diese Seitenzweige, um das Wachstum horizontal zu verteilen. Gleichzeitig könnte der Grower auch Blattnodien (Blattknotenpunkte) beschneiden, um Verzweigungen zu erzeugen. Das bedeutet, die oberen Spitzen von den Blattnodien abzuschneiden. Wenn das getan ist, entwickelt der Knoten zwei Zweige, wo sonst nur einer gewachsen wäre.

Autoflowering-Grower verzichten manchmal auf das Topping, weil es die Pflanzenhormone beeinflusst und die Blütenentwicklung verzögern oder sabotieren kann. Ich rate Growern, den Samenproduzenten nach seiner Meinung zu fragen, ob eine bestimmte Sorte für LST und/oder zum Topping geeignet ist. LST ist ein künstlerischer und zeitaufwändiger Prozess, aber wenn Sie das Foto einer LST-Pflanze sehen, die einen Meter breit ist und 170 Gramm oder mehr getrocknete Cannabisblüten an einer Pflanze produziert, die nicht mehr als einen Meter hoch ist, verstehen Sie, warum Züchter dies tun. Grower, die genügend Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit aufwenden, um LST-Pflanzen zu erzeugen, werden gut belohnt, aber dafür müssen sie erst lernen, wie man LST richtig anwendet, weil dies nicht so ganz einfach ist.

Am besten lernt man LST, indem man es sich auf Videos ansieht. Daher hier die URLs von Filmen auf YouTube, die die besten zum Thema sind. Wenn diese Videos nicht abgespielt werden, schreibt man am besten den Suchbegriff "Low Stress Training, Cannabis" in die Suchmaske von YouTube und es werden andere angezeigt.

https://www.youtube.com/watch?v=qezx_H7zZHE
https://www.youtube.com/watch?v=jpplWJDTajk&t=13s

Epilog: Tatsachen über Autoflowering-Cannabis

Ich habe schon die neueste Generation von Autoflowering-Sorten angebaut, und diese haben sich stark gegenüber denen verbessert, die ich erst vor drei Jahren angebaut habe. Etwa 15 % der auf dem Markt befindlichen Sorten produzieren qualitativ hochwertige, hochwirksame Blüten, vergleichbar mit den Photoperioden-Sorten, von denen sie abstammen. Grower sollten sich dessen bewusst sein, dass Dutzende neuer Produzenten von Autoflowering- Cannabissamen wie Unkraut aus dem Boden geschossen sind, und viele verkaufen keine Qualitätsgenetik.

Und es gibt immer noch Probleme mit Autoflowering-Sorten im Vergleich zu Photoperioden-Cannabis:

- Einige Autoflowering-Cannabissorten bilden tendenziell mehr CBD aus als das Photoperioden-Cannabis, von dem sie abstammen. Aber das ist kein Problem, wenn der Grower ein medizinischer Cannabis-Konsument ist, der Cannabis mit hohem CBD-Gehalt möchte.

- Das Klonen von Autoflowering-Sorten lohnt sich nicht.

- Beim Autoflowering ist alles feminisiert, so dass keine Pollen von männlichen Pflanzen anfallen, die man zum Züchten brauchen würde.

- Die Buds neigen dazu, mehr Blätter zu entwickeln, als man es bei einer entsprechenden photoperiodischen Sorte sehen würde.

- Autoflowering-Sorten mit signifikantem Sativa-Einfluss können zehn bis 13 Wochen von der Keimung bis zur Ernte benötigen. Dies dauert fast so lang wie bei einigen Photoperioden-Sorten.

- Autoflowering-Sorten gedeihen am besten mit 18 bis 20 Stunden Licht von Anfang bis Ende. Das verbraucht mehr Strom, verschleißt Lampen schneller und erzeugt mehr Wärme als bei Photoperioden-Sorten, die die Hälfte ihres Lebens (Blütephase) nur zwölf Stunden Licht pro Tag benötigen. Die kürzere Reifezeit kann diesen erhöhten Stromverbrauch und andere Folgen einer 18 bis 20 Stunden dauernden Beleuchtung, wie sie von Autoflowering-Cannabis benötigt wird, nicht vollständig ausgleichen.

Trotzdem lässt sich abschließend feststellen, dass die besten Autoflowering-Sorten genauso gut sind wie Photoperioden-Sorten, außerdem widerstandsfähig und leicht zu kultivieren. Ich hoffe, dass ich manchem Cannabis-Grower, der bisher dachte, Autoflowering-Pflanzen seien interessant anzuschauen, aber kein lohnenswertes Hobby, ein reelleres Bild dieser Pflanzen vermitteln konnte.

Steve Davis

 

 

 

Dieser Artikel stammt aus der grow! Ausgabe 6-2018. Falls du diese Ausgabe nachbestellen möchtest, schau doch mal in unseren Shop. Alternativ findest du die Ausgabe auch als ePaper zum bequemen Lesen auf deinem Smartphone, PC oder Tablet.

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