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Die Öl-Förderung

26.04.2018
grow! Magazin
(Kommentare: 1)
extrakte

"Upcycling"

Der Herbst ist nun vorbei, und für die meisten Outdoor Grower ist die Ernte des Jahres mittlerweile eingefahren. Nachdem bei vielen Growern die Finger schon ganz wund vom endlosen Trimmen der kostbaren Buds sind, ist es jetzt soweit, sich auch noch um die Weiterverarbeitung der angefallenen Schnittreste zu kümmern. Schließlich soll ja nichts verkommen. Der Möglichkeiten sind viele - von der Grasbutter-Herstellung über die Haschproduktion per Siebung, bis hin zur Öl-Extraktion mit ihrem potenten Endprodukt. Wer die Wahl hat, hat eben auch die Qual. Einer, der seine Wahl getroffen hat, ist Peter (Name geändert - Anm. d. Red.). Er hat sich eine ebenso exotische wie umstrittene Form der Cannabis-"Resteverwertung" ausgesucht. Die Rede ist von der Ölextraktion mithilfe von Butangas. Seine Erfahrungen im Umgang damit, schildert er im folgenden Bericht:

Ich habe schon einige Male meine Erntereste weiterverarbeitet, aber kürzlich bin ich auf eine Methode gestoßen, die mich neugierig gemacht hat. Es handelt sich dabei um den "Honey Bee Extractor". Der Hersteller wirbt damit, dass man mit dem Extraktionsapparat und einer Kartusche Feuerzeuggas unkompliziert hochwertiges Öl herstellen kann. Bei Gras- und Hasch-Öl handelt es sich zunächst einmal ganz einfach um Cannabis-Extrakte. Das bedeutet nichts anderes, als dass die erwünschten Inhaltsstoffe des Ausgangsmaterials herausgezogen (extrahiert) werden. Der unbrauchbare Rest wie beispielsweise Chlorophyll, Fasern etc. wird entsorgt. Am Ende der Extraktion steht idealerweise ein Produkt, das einerseits sehr rein und andererseits sehr potent ist.

Öl-Förderung: Ausgangsmaterial und Ergebnis

Wie immer führen mehrere Wege zum Ziel, aber in puncto Ölgewinnung haben bei mir zwei Verfahrensweisen die Nase vorn, wenn es um die Herstellung kleinster Mengen geht. Die erste und zugleich älteste etablierte Extraktionsmethode stammt bereits aus den Kindertagen der Alchemie. Die Rede ist von der Alkoholextraktion. Kurz gesagt, weiche ich Cannabis in 95- bis 99-prozentigem Ethanol (unvergällter Trinkalkohol) ein. Die verbleibende Flüssigkeit wird abgesiebt, eingedampft oder verdunstet - übrig bleibt das Öl.

Die zweite Möglichkeit besteht in der Extraktion mithilfe von Butangas. Diese Methode kommt aus Nordamerika, birgt jedoch Risiken. Der Hauptvorwurf gegen diese Methode besteht in der Sicherheit. Gas ist naturgemäß gefährlich, weil es leicht flüchtig ist und bei Verwendung entsprechender Mengen schnell zu hochexplosiven Verbindungen mit Sauerstoff (Raumluft) führen kann. Tatsächlich haben sich in der jüngeren Vergangenheit die Vorfälle gehäuft, bei denen in verschiedenen US-Staaten Gas-Extraktionsanlagen (und deren Räumlichkeiten) in die Luft geflogen sind. Der Grund: Es wurde in geschlossenen Räumen mit großen Mengen Butan hantiert. Ein Funke genügte, um für die Katastrophe zu sorgen. Dieser Vorwurf wiegt in der Tat schwer, denn die Erhaltung der Gesundheit sollte immer unbedingt an erster Stelle unseres Handelns stehen. Bei der Gewinnung kleiner Mengen für den gelegentlichen Eigenbedarf werden in der Regel aber meist weitaus geringere Mengen Butangas benötigt, was das Risiko einer heftigen Explosion mindert. Seit einiger Zeit gibt es auf dem Markt professionell gefertigte Extraktoren, die ebenfalls eine "sicherere" Öl-Extraktion versprechen. Die Vorsicht sollte jedoch in allen Fällen immer an oberster Stelle stehen, wenn man mit Lösungsmitteln hantiert!

Die benötigten Utensilien

Bevor ich mit der Arbeit loslegen konnte, musste ich mich um ein paar Sachen kümmern. Da wären zunächst die Kräuter. Dann benötigt man das Extraktionsgerät. In diesem Fall war es kein Problem, den "Honey Bee Extractor" in einem lokalen Headshop für 21 Euro zu kaufen. Er solle laut Beschreibung mit 3 bis 18 Gramm Kräutern gefüllt werden. Beim Extraktionsmedium "Butangas" müsse ich unbedingt auf möglichst hohe Reinheit achten. Das heißt, ich sollte von Gasgemischen, Campinggas etc. Abstand nehmen. Ich entschied mich für eine 300-ml-Dose-Butangas für 5,99 Euro. 200 Milliliter Gas empfiehlt der Hersteller des Extraktors für einen Durchgang, das Dreifache sei für eine Füllung des Gerätes angemessen. So nahm ich gleich zwei Dosen mit.

DIe Ölförderung - Equipment

Schließlich benötige man noch ein kälteresistentes Auffanggefäß für das austretende Gas-/Ölgemisch, in diesem Fall eine feuerfeste Schale mit glattem Boden und einem Fassungsvolumen von etwa 0,75 Litern. Alternativ, und sogar besser, kann man auch mit Silikonmatten und speziellen Spachteln arbeiten. Diese Anschaffung einer Silikonmatte ließ ich erstmal bleiben, kaufte aber noch eine billige Ölpfeife aus Glas für 3,50 Euro. Das schien mir ratsam, und so beliefen sich die Investitionskosten zu Beginn meines Projekts "Ölgewinnung" auf rund 35 Euro. Ich gebe zu, dass ich schon ein wenig ins Grübeln kam, ob sich die Ausgaben rentieren würden.

Die Vorbereitungen

Im Internet hatte ich mehrfach gelesen, dass es von Vorteil sei, wenn das Material vor seiner Verwendung komplett durchgetrocknet sei und danach fein zerkleinert würde. Außerdem würde die Aufbewahrung für mehrere Stunden in der Tiefkühltruhe für eine optimale Auslösung der THC-haltigen Harzkristalle aus dem Grünzeug sorgen. Das hat mir eingeleuchtet, und so habe ich es ja auch schon von früheren Siebungen her gekannt. Also, rein in den Gefrierschrank. Apropos Gefrierschrank: Weil zu erwarten war, dass der Extraktionsapparat im Verlauf des Prozesses sehr kalt werden könnte, habe ich vorsorglich einen Wollhandschuh bereitgelegt. Damit habe ich später meine Hand geschützt.

In diesem Fall kamen rund 25 Gramm trockener Pflanzenschnitt zum Einsatz, der auf zwei Extraktionsvorgänge verteilt wurde. Verwendet habe ich die mittelgroßen Blätter, die harzigen Stängel und die getrimmten Blütenblätter von insgesamt acht kleinen Auto-Indicas. Damit war der Extraktor beide Male etwa zu zwei Dritteln lose befüllt.

Der Hersteller des Gerätes empfiehlt, sich ein Plätzchen im Freien für die Extraktion zu suchen, weit genug entfernt von potentiellen Feuer- und Funkenquellen, um sicher arbeiten zu können. Man tut gut daran, sich an die Empfehlungen zu halten, denn Gefahren lauern nicht nur infolge eigener Unachtsamkeit. Wer kann beispielsweise schon vorhersagen, ob nicht ein Nachbar während des Extraktionsvorgangs auf dem heimischen Balkon plötzlich mit einer Zigarette im Mund den seinen, direkt nebenan, betritt? Wer kann ahnen, ob nicht ausgerechnet zum Zeitpunkt einer potenziell explosiven Gasgemischkonzentration in der heimischen Wohnung unvermittelt der Postbote klingelt - woraufhin die Klingel eventuell einen Funken fabriziert, der das Gas-/Luftgemisch zur Explosion bringt? Keiner! Und daher gilt es, jedwedes Risiko von vornherein so weit wie möglich auszuschließen. Selbst ein blödes Handy stellt im eingeschalteten Zustand eine potentielle Gefahrenquelle dar.

Die Anwendung

Das Laden des Honey Bee Extractors, der für mein Empfinden mit einer allzu rudimentären Gebrauchsanleitung und zwei Papier-Wechselfiltern daherkommt, hat sich in meinem Fall unkompliziert gestaltet und erklärt sich in Prinzip von selbst. Tatsächlich war ich ein wenig überrascht darüber, wie simpel die ganze Konstruktion ist. Die eine Seite des Gerätes ist verschlossen und lediglich ein längsseits mittig gebohrter Durchlass ermöglicht den Zufluss des Gases. Der Durchlass dient zum Aufsetzen und Entleeren der Gaskartusche. Die andere Seite verfügt über ein Gewinde, welches mit einem Mutter-artigen Deckel gekontert und die Röhre so verschließt.

Die Ölförderung gegrindet

In die Stirnseite sind neun Löcher mit jeweils einem Millimeter Durchmesser eingelassen, die im Inneren des Deckels mit einem kreisrunden Filterpapier abgedichtet sind, womit Pflanzenreste zurückgehalten werden sollen. Auf der offenen Seite der Hartplastikröhre erfolgt logischerweise die Befüllung des Extraktors. Beim Befüllen habe ich darauf geachtet, dass kein Material das Gewinde verunreinigt und dadurch eventuell die Dichtigkeit leidet. Danach habe ich das Gerät fest verschlossen und die erste Gaskartusche auf die Einfüllöffnung des Apparates gesetzt. Die Ausfluss-Öffnung habe ich dabei, wie empfohlen, 15 bis 20 Zentimeter über meine Schale gehalten - und kräftig draufgedrückt. Der Druck der Gaskartusche gegen die Einfüllöffnung hat das Gas innerhalb von Sekunden ins Innere des Extraktors entleert.

Die Ölförderung - Feuerzeugbenzin

Während der ersten zehn Sekunden geschah wenig, außer dass die Röhre spürbar kühler wurde, und sich um mich herum eine leichte Gaswolke bildete. Anscheinend gab es trotz meiner Vorsicht am Gewinde eine gewisse Undichtigkeit in der Steckverbindung zwischen Gaskartusche und Extraktor. Anders als Feuerzeuge verfügt dieses Gerät nämlich nicht über eine Gummidichtung am Einfüllstutzen - was ich mir gewünscht hätte. Ein wenig mulmig war mir deshalb schon, weil ich ja keine Ahnung hatte, wie lange der Vorgang dauern würde. Zu Recht, denn die Gaswolke in unmittelbarer Nähe des Kopfes sollte den Nutzer eindringlich an die Sicherheitsvorschriften erinnern. Wenn in dieser Situation der Kollege nebenan meint, er müsse mal geschwind einen Reefer anzünden, dann sehen beide im Bruchteil einer Sekunde aus wie Nikki Lauda nach seinem Rennunfall. Für eine Verpuffung, die sich lediglich über ein Volumen von einem halben Kubikmeter erstreckt, reichen diese Gasmengen bereits aus. Ich wollte den Vorgang schon abbrechen, aber nach etwa zehn Sekunden begann das Gemisch aus flüssigem Gas und den extrahierten Inhaltsstoffen aus dem Deckel der Röhre in das Gefäß darunter zu tropfen. In meinem Fall lief es zur Hälfte, und die andere Hälfte verflüchtigte sich beim Verlassen des Extrators als Gaswolke und gesellte sich zu der bereits vorhandenen. Das Ergebnis: Bei Verwendung einer 300-ml-Gaskartusche saß ich für die Dauer von etwa einer Minute in einer veritablen Gaswolke. Nachdem die erste Kartusche leer war, habe ich sie abgenommen, erst ein paarmal kräftig Luft geholt und dann die alte Dose durch eine neue ersetzt. Mit zunehmender Befüllung der Schüssel mit Flüssiggas spritzte es bei der Arbeit gegen Ende auch ganz schön, und ich wünschte mir, ich hätte eine Brille aufgezogen.

Egal, jetzt musste es so gehen. Nach rund drei Minuten war mein Extraktionsvorgang schließlich Geschichte. Ich legte den Extraktor beiseite und blickte in ein halb mit giftig grünem Gas gefülltes Gefäß, in dem es leicht brodelte, weil das Gas bei den warmen Tagestemperaturen zu sieden begann.

Die Ölförderung Sieb

Nach einer guten halben Stunde hatte sich das Flüssigkeitsvolumen in der Schüssel bereits massiv reduziert, und die vorhandene Restflüssigkeit wies mittlerweile eine dunkelgrüne Farbe auf, was neben der zunehmenden Konzentration auch auf einen ablaufenden Oxidationsvorgang schließen ließ.

Cannabis-Öl

Nach einer weiteren Stunde war fast nichts von dem Flüssiggas mehr zu sehen, und das gewonnene Öl hatte seine endgültige Farbe angenommen (wie ich es mir erträumt hatte), ein dunkles Goldgelb, das erfreulicherweise nicht wie Motorenöl aussah. Lediglich die ein wenig wässerige Konsistenz des Öls wies darauf hin, dass noch nicht das ganze Gas verdunstet war.

Die Ölförderung - farblich schon mal gut

Genau dies musste jedoch geschehen, um auszuschließen, dass mein Öl mit krebserregenden Alkanen verunreinigt sein würde. Darauf hatte ich keine Lust. Also hieß es für mich noch eine Nacht geduldig sein. Bei näherem Hinsehen am nächsten Morgen erwies sich, dass die Filtervorrichtung des Extraktors nicht zu hundert Prozent dicht abgeschlossen hatte, denn es fanden sich kleinste Pflanzenreste im Extrakt. Deswegen, und um das großflächig in der Schüssel verteilte Öl leichter in einem Bereich des Gefäßes sammeln zu können, habe ich dem Gemisch an dieser Stelle ein wenig Ethylalkohol (96 Prozent) hinzugefügt.

Die Ölförderung - Details

Einerseits ließ sich damit die klebrige Substanz komplett aus der Auffangschüssel lösen und sammeln. Andererseits konnte ich durch den Einsatz eines handelsüblichen Teesiebes auch die letzten Pflanzenreste aus der Lösung filtern. Gleichzeitig(das war mir besonders wichtig) jedoch wurde auf diese Weise eine Verdünnung des gesundheitlich bedenklichen Butans erzielt, bei am Ende gleichbleibender Konzentration des Extraktes. Dadurch wurde mir zwar die Wartezeit bis zur endgültigen Verwendungsfähigkeit des gewonnenen Öls um rund 24 Stunden verlängert, das Resultat war jedoch frei von Schwebstoffen. Zudem befand sich das Endprodukt nach kompletter Verflüchtigung von Gas und Alkohol bereits in einem Bereich am Rand des Gefäßes, von wo aus ich es bequem herausschaben und sammeln konnte.

DIe Ölförderung - Extrakt

Das Ergebnis

Anfangs war mir nicht klar, was von dieser Methode der Harzextraktion zu halten sei. Zu viele, teils widersprüchliche Einschätzungen und Beschreibungen im Internet hatten mich verunsichert. Klar war hingegen, dass ich mit der geringen Menge an Grasschnitt erst gar nicht mit "Bubble Bags" anfangen brauchte. Und ein Piecemaker oder etwas Vergleichbares kam nicht in Frage, weil das Endprodukt ein öliges sein sollte. Daher gab am Ende vermutlich auch die Werbung den Ausschlag: das Versprechen des Herstellers, auf sichere Art und Weise in relativ kurzer Zeit ein qualitativ hochwertiges Rauchprodukt herzustellen. Und das auch noch aus den vorhandenen Schnittresten. Knapp 36 Stunden nach meiner Extraktion sollte sich das Resultat zeigen und zwar in quantitativer wie qualitativer Hinsicht. Ich war ungeduldig.

Die Konsistenz des gewonnenen Öls war bei Raumtemperatur zähfließend, gerade so, dass man es mit einer Nadel-, Nagel- oder Messerspitze aufnehmen konnte, ohne, dass es davonlief. Die Farbe war dunkel gold-gelb. Das typische Dunkelgrün anderer Extraktionsmethoden, bei denen auch das im Pflanzenmaterial enthaltene Chlorophyll mit ausgewaschen wird, fehlte hier Gott sei dank.

Zur Aufbewahrung habe ich das gewonnene Öl dann mithilfe eines Schabers sowie einer leicht erwärmten Teppichmesserklinge in ein kleines Glasfläschchen gefüllt. Den letzten im Evaporierungsgefäß verbliebenen Rest des Öls, welcher nicht mehr mit mechanischen Hilfsmitteln zu sammeln war, habe ich mit zerkleinertem Weed ausgewischt. Gut durchgeknetet, habe ich mich später ganz schön über den Potenzzuwachs meiner ohnehin schon guten Kräuter gefreut. Am Ende hatte ich knapp 1,5 Gramm Öl in einem kleinen befüllten Glasfläschchen. So weit, so gut, dachte ich in dem Moment. A bisserl mager vielleicht. Die entscheidende Frage lautete aber: 1,5 Gramm wovon? Hatte ich meinen gesamten, guten Schnitt verballert, nur um daraus eine übelriechende Schmiere ohne psychoaktive Wirkung zu fabrizieren? Schnitt, mit dem man unter Einsatz eines Pollenshakers sicherlich zwei Gramm exzellentes Haschisch hätte herstellen können. Oder hat sich der Einsatz gelohnt? Darf ich mich über ein außergewöhnliches Raucherlebnis freuen, welches ich mir in der Folgezeit hin und wieder gönnen kann?

Die Ölförderung - Barrel

Um es kurz zu machen: In meinem Fall konnte mich das Ergebnis in qualitativer Hinsicht voll und ganz überzeugen. Weder im kalten noch im erhitzten Zustand war ein Rest von Gas oder Alkohol wahrnehmbar. Die Menge von etwa 1/20 Gramm Öl, mit einem Nagel in eine einfache Glaspfeife eingebracht, reichte aus, um einen gestandenen Toker wie mich ein gutes Stündchen zu beschäftigen. Geschmacklich an den Dampf eines Vaporisators erinnernd, übernahm das gewonnene Öl all die gewünschten Eigenschaften der verarbeiteten Indica-Pflanzen. Das Resultat war ein vollmundiger Rauch und ein intensiver Kick, der wie ein Uppercut von Mike Tyson daherkam. Unmittelbar, rein, genau zwischen die Ohren. Ich war beglückt, und auch meine Freunde haben nicht schlecht gestaunt.

Mein persönliches Fazit

Es kamen rund 25 Gramm Schnittreste zum Einsatz. Am Ende stand ein Ertrag von etwa anderthalb Gramm reinen Öls. Zum Ölscheich bin ich mit dieser Menge nicht avanciert, und tatsächlich sorgte der erste Anblick der Ertragsmenge für ein gewisses Erstaunen. Spektakulär sah das Ergebnis mengenmäßig aber nicht gerade aus. Diese Einschätzung relativierte sich freilich nach dem ersten Genuss des Gras-Öls. Die benötigte Menge war so gering, dass selbst die gewonnenen anderthalb Gramm für zahlreiche, freudvolle Sessions reichen würden. Ein hochpotentes Stöffchen, gerade richtig zum Chillen mit Freunden an einem kalten Winterabend; relaxend, ohne einzuschläfern. Die Investition von rund 35 Euro für den Extraktor, das Gas und die Pfeife hatten sich gelohnt. Der Wert des gewonnenen Gras-Öls belief sich auf mindestens das Doppelte, aber darum ging es hier nicht. Vielmehr war es mein Ziel, aus verfügbaren Abfällen in geringer Menge etwas Außergewöhnliches herzustellen, woran man sich hin und wieder erfreuen kann. Hinzu kam die Freude an der Arbeit per se. Das aktive Mitgestalten eines Prozesses, bei dem Abfall zu einem neuen hochwertigen Produkt recycelt wird. Upcycling sozusagen. Somit erscheinen mir die gewonnen 1,5 Gramm in der Gesamtschau aller Faktoren als durchaus vernünftiges Resultat der eigenen Bemühungen.

Öl-Extrakte gehören sicherlich zu den potentesten Cannabis-Produkten. Ausschlaggebend für die Güte des Endresultats ist dabei in erster Linie die Qualität des verwendeten Materials. Wer nur Müll in seinen Extraktor füllt, darf kaum hoffen, 1A-Qualität herauszubekommen. Da ist Enttäuschung in jeder Hinsicht vorprogrammiert, denn die Potenz von Null ist selbst im zehnfachen Bereich immer noch Null. Allerdings gilt es auch, den Sicherheitsaspekt im Auge zu behalten, denn die Extraktion mit Butangas ist kein Kinderspiel! Klar, auch bei einer Alkohol-Extraktion entstehen Dämpfe, die bei entsprechender Konzentration in der Luft leicht explodieren können. Die Menge an Gas jedoch, die zeitgleich in die Umgebung entweicht, ist viel höher. Eine Dramatisierung der Gefahren scheint mir jedoch nicht nötig, wenn alle geforderten Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden (siehe Gebrauchsanleitung). Wie sich das beim größeren "Bruder" des Honey Bee Extractors verhält, ist indes fragwürdig. Immerhin kann das größere Gerät mit einem Mehrfachen an Schnittmenge befüllt werden - was zwangsläufig auch zu einem Mehreinsatz an Butangas führt. Da kommt bei entsprechender Befüllung des Gerätes schnell ein Liter Flüssiggas zusammen, das einem um die Ohren zischt. Leicht nehmen sollte man das potentielle Risiko in keinem Fall. Für die Produktion großer Mengen von Gras-Öl wohl nur bedingt geeignet, hat der Extraktor in diesem Fall offenkundig einen prima Job erledigt. Der Aufwand scheint überschaubar gewesen zu sein, wenngleich Peter sauber und akkurat arbeiten musste. Die finanziellen Investitionen waren für ihn spürbar, aber sie haben sich noch in einem vernünftigen Rahmen gehalten. Die Kombination von Menge und Qualität des Endproduktes erschien daher in diesem Fall vernünftig. Wie es sich im Falle von vergleichsweise harzarmen Haze-Pflanzenresten mit dem Resultat verhält, ist eine andere spannende Frage.

 

Dieser Artikel stammt aus der grow! Ausgabe 1-2016. Wir veröffentlichen hier aus jeder neuen Ausgabe unseres Print-Magazins vier vollständige Artikel - erst als Leseproben, acht Wochen später als vollständige Texte, gratis für alle. Falls du diese Ausgabe nachbestellen möchtest, schau doch mal in unseren Shop. Alternativ findest du die Ausgabe auch als ePaper zum bequemen Lesen auf deinem Smartphone, PC oder Tablet.

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Kommentare

Kommentar von SuomiOlli |

Ich habe mal in der Chemie gearbeitet und stelle auch Öl her, mit Ethanol und dem HoneyBee. Das Öl rauche ich in meiner elektrischen Zigarette. Das ist sehr praktisch. Man kann es gut mit einem Basisliqiud mischen, und noch Geschmackliquid hinzu fügen. Ist eine feine Sache. Salbe habe ich auch damit hergestellt, aus 25g Royal Amnesia. Die Salbe verschenke ich an Rheumakranke. Heute habe ich mal eine Massage damit genommen. Bin echt dicht. Ist schon heftig und es wirkt ganz anders. Kann ich nur empfehlen mal auszuprobieren.
Gruss aus Finland

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