Warum Automobil-Unternehmen EU-Hanffasern nutzen sollten

Bereits jetzt nutzen diverse Unternehmen der Automobil-Branche Hanffasern. In einer Pressemitteilung erklärt die HempFlax Group, warum das eine gute Idee ist. Die Hauptgründe sind Versorgungssicherheit, Preisstabilität, Leichtbau, ein niedriger ökologischer Fußabdruck und die zertifizierte Nachhaltigkeit.

Hanfanbaugebiete in der EU 2016 in ha (Quelle: EIHA 2016)
Hanfanbaugebiete in der EU 2016 in ha (Quelle: EIHA 2016)

In der EU wird immer mehr Nutz- bzw. Industriehanf angebaut. 2016 kam eine Anbaufläche von mehr als 33.000 ha zusammen, dreimal mehr als noch 2011. Kein Wunder, dass die Nachfrage steigt, denn die Fasern der alten Kulturpflanze zählen zu den stärksten und nachhaltigsten Naturfasern auf der Welt. In erster Linie werden sie als Bio-Verbundwerkstoffe in der Automotive-Industrie, als Dämmstoff und als Leichtpapiere verwendet. Was die Automobilkonzerne betrifft, so verwenden fast alle Hersteller inzwischen Hanffasern zur Verstärkung von Innenbauteilen.

Hanfernte in Rumänien
Hanfernte in Rumänien

Obwohl die Ernten aufgrund von Wetterbedingungen in den Anbaugebieten in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Rumänien lokal zwar gefährdet sein können, ist die Versorgungssicherheit dennoch gegeben, da die Gefährdung nie in allen Regionen zur selben Zeit besteht. Was die Ernte selbst betrifft, stehen inzwischen moderne, effiziente und etablierte Technologien zur Verfügung. In den vergangenen Jahrzehnten hat die europäische Hanfindustrie neue Ernte- und Verarbeitungstechniken entwickelt.



Ein weiteres Argument für die Verwendung von Hanffasern sind die attraktiven Preise. Diese haben sich in den letzten zehn Jahren nur moderat entwickelt. Trotz hoher sozialer und ökologischer Standards sind europäische Hanffasern auch in Vergleich zu exotischen Importfasern preislich konkurrenzfähig.

Außerdem besonders interessant: Hanf weist einen niedrigen ökologischen Fußabdruck auf und kann ohne den Einsatz von Pestiziden angebaut werden. Die Pflanze wächst bekanntlich besonders schnell und ist gegenüber Krankheiten resistent. Als Gegengewicht zu den sich ausdehnenden Monokulturen stellt Hanf mit einem hohen Fruchtfolgewert eindeutig eine Bereicherung der Agro-Biodiversität und einen Zugewinn für den nachhaltigen Anbau dar. Während die Produktion einer Tonne Glasfaser einen THG-Fußabdruck von etwa 1,7-2,2 Tonnen CO2-eq aufweist, liegt der Wert für die gleiche Menge Hanffasern bei gerade einmal 0,5 – 0,7 Tonnen CO2-eq.

Noch etwas haben die EU-Hanffasern anderen Naturfasern für automobile Anwendungen voraus: Sie sind die einzigen, die eine etablierte Nachhaltigkeits-Zertifizierung haben. In den Niederlanden erhielt das Hanfstroh von der Firma HempFlax im Juni 2016 das ISCC-PLUS-Cert-DE110-75160108 Nachhaltigkeits-Zertifikat, weitere Produzenten durchlaufen gerade den Prozess der Zertifizierung. Die Zertifizierung bescheinigt die Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe in vielen industriellen Bereichen. Außerdem wird damit eine gute landwirtschaftliche Praxis zum Schutz von Luft, Boden, Wasser, Land- und Menschenrechten sowie Arbeitsbedingungen bescheinigt.

Die vollständige 20-seitige Präsentation „Why you should use European HEMP FIBRES for your automotive applications” können Interessierte hier herunterladen.

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