Skandal in Kanada: Pestizide in medizinischem Cannabis

PestizidSkandal

Qualitätskontrolle ist wichtig – natürlich auch, wenn es um Cannabis geht. Was passieren kann, wenn nicht ausreichend geprüft wird, zeigt ein Blick nach Kanada. Der nördliche Nachbar der USA bereitet sich bekanntlich aktuell auf die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel vor, doch die medizinische Nutzung ist bereits seit längerem erlaubt.

Aktuell erschüttert jedoch ein Skandal die kanadischen Patienten: Die Firmen Mettrum Ltd., OrganiGram Inc. und Aurora Cannabis Inc. haben große Mengen Cannabis zurückgerufen, nachdem in Hanfblüten ein verbotenes und als krebserregend bekanntes Pestizid gefunden worden war. Die erste Rückrufaktion gab es bereits im Dezember, allerdings wurden die Patienten zunächst weder von der betreffenden Firma noch von der zuständigen Behörde über den Grund informiert. Inzwischen wurde mit Pestiziden belastetes Cannabis im Wert von über einer Millionen Dollar vernichtet.



Ein ehemaliger Mitarbeiter der Firma Mettrum berichtete der Zeitung The Globe and Mail, dass er bereits seit 2014 beobachtet habe, wie Angestellte die Pflanzen mit Myclobutanil besprühten – obwohl diese chemische Verbindung verboten ist, da sie bei Erhitzung Blausäure abgibt.

Um nicht aufzufliegen, habe man die Pestizide in der Decke der Büros der Firma versteckt, wenn Inspektoren von Health Canada zu Kontrollbesuchen kamen. Wie die Zeitung außerdem berichtet, hat die für medizinisches Cannabis zuständige Behörde die Blüten der 38 staatlich lizenzierten Produzenten bislang nicht auf verbotene Chemikalien getestet. Als Reaktion auf die jüngsten Ereignisse kündigte Health Canada jedoch an, künftig stichprobenartige Tests durchzuführen. Auf diesem Weg will die Behörde von nun an sicherstellen, dass die lizenzierten Produzenten ausschließlich die 13 offiziell zugelassenen Pflanzenschutzmittel verwenden. Verpflichtende Tests wurden allerdings bisher nicht angekündigt.

Die Sicherung der pharmazeutischen Qualität von medizinischem Cannabis ist von immenser Wichtigkeit. Wer möchte schon krebserregende Stoffe in seiner Medizin? Wir hoffen natürlich, dass die Verantwortlichen aus diesem Skandal lernen und auch hierzulande auf eine ausreichende Qualitätssicherung geachtet werden wird, sobald die aktuell im Aufbau befindliche Deutsche Cannabisagentur die ersten Lizenzen für die Produktion von medizinischem Cannabis erteilt.

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