Legalisierung: Ex-Footballprofi verklagt US-Justizminister & DEA

Der US-Justizminister Jefferson „Jeff“ Sessions dürfte aktuell nicht unbedingt bester Laune sein. Zum einen, weil Präsident Trump den Erzkonservativen vergangene Woche öffentlich kritisiert und bloßstellt hat, um ihn offenbar zum Rücktritt zu bewegen. Aber auch ein anderes Thema dürfte dem entschiedenen Cannabisgegner ein Dorn im Auge sein: Die Klage, welche der Ex-Footballprofi Marvin Washington gemeinsam mit vier anderen gegen ihn, das Justizministerium und die mächtige Anti-Drogenbehörde DEA (Drug Enforcement Agency) eingereicht hat, um eine gesetzliche Reform in Sachen Cannabis herbeizuführen. Unter den weiteren Klägern ist außerdem ein 11-jähriger Epilepsie-Patient sowie ein Militärveteran mit posttraumatischer Belastungsstörung.

Konkret geht es in der Klage um den berühmt-berüchtigten Controlled Substances Act von 1970, nach welchem Cannabis ebenso wie z.B. Heroin und LSD als Rauschmittel der Kategorie „Schedule I“ gilt. In dieser Kategorie sind explizit jene Rauschmittel aufgeführt, welche ein besonders hohes Gefahren- bzw. Abhängigkeitspotential sowie keinen medizinischen Nutzen haben. In der Klageschrift heißt es: „Cannabis als ‚Schedule I Droge‘ zu klassifizieren ist derart irrational, das es gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten verstößt.“ Wie irrational die Einordnung tatsächlich ist, erkennt man auch daran, dass Crystal Meth und Kokain tatsächlich als Rauschmittel der Kategorie „Schedule II“, also als weniger gefährlich angesehen werden.



In der National Football League NFL wird nicht erst seit kurzem immer wieder intensiv über Cannabis diskutiert, diverse ehemalige und aktive Footballprofis setzen sich für die Legalisierung ein (siehe grow! 1/17). Viele der Profispieler konsumieren Cannabis auch als Ausgleich zu der extremen physischen Belastung, welche sie in Training und Spielen ständig aushalten müssen. Missbräuchlicher Konsum von Schmerzmitteln kommt bei den US-Footballprofis viermal häufiger vor als im Bevölkerungsdurchschnitt.

Ende 2016 stellte der amerikanische TV-Sender ESPN die Ergebnisse einer Umfrage vor, wonach sich 71 Prozent der Spieler für eine Legalisierung von Cannabis aussprachen. Mit 61 Prozent war die Mehrheit der Befragten außerdem der Meinung, dass der Schmerzmittelkonsum in der Liga zurückgehen würde, wenn die Sportler stattdessen medizinisches Cannabis verwenden dürften. Doch obwohl dies inzwischen in der Hälfte der US-Bundesstaaten legal ist, lässt die NFL es nicht zu. Wer positiv getestet wird, muss mit Sperrungen rechnen.

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