Krankenkassen wollen nicht für medizinisches Cannabis zahlen

Das neue Gesetz, welches Ärzten ermöglicht ihren Patienten Cannabis auf Rezept zu verschreiben, ist noch keine Woche alt und schon stellen sich die Krankenkassen quer – wie viele Betroffene bereits im Vorfeld befürchteten. Die neue Regelung sieht vor, dass die Kassen die Kosten für medizinisches Cannabis übernehmen sollen. Dies war einer der für viele Patienten wichtigsten Punkte der neuen Gesetzeslage, denn die finanzielle Belastung einer angemessenen Versorgung ist für zahlreiche Betroffene ein großes Problem. Nun behaupten die Krankenkassen, dass die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis ungeklärt sei.

Mit Bezug auf eine entsprechende Meldung der Deutschen Presse-Agentur berichtet unter anderem die ZEIT-Online, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten vorerst nicht erstatten wollen. Ein Sprecher des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung behauptete: „Für den dauer- und regelhaften Leistungsanspruch in der gesetzlichen Krankenversicherung fehlt der Nachweis der Wirksamkeit.“



Der Verband hält die von der Regierung in Auftrag gegebene neue Studie zur weiteren Erforschung der Wirkung von Cannabis für richtig und teilte mit, dass erst die weitere Forschung zeigen werde, „ob die Cannabistherapie dauerhaft zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung gehört“ – oder eben nicht. Die Zweifel an der medizinischen Wirksamkeit von Cannabis sind blanker Hohn und für zahlreiche Patienten völlig aus der Luft gegriffen. Nicht nur die über 1.000 deutschen Patienten, welche dank einer entsprechenden Ausnahmeerlaubnis bereits vor der gesetzlichen Reform Cannabis als Medikament nutzen durften, können die Wirksamkeit bestätigen. International wird es immer häufiger erfolgreich zur Behandlung diverser Leiden und Erkrankungen eingesetzt und immer mehr Länder schaffen eine entsprechende gesetzliche Grundlage zur legalen medizinischen Nutzung.

Obwohl es in vielen potentiellen Einsatzgebieten tatsächlich nach wie vor an weiterführender Forschung mangelt, gibt es längst eine Vielzahl von Studien und Fallberichten, welche die Wirksamkeit von Cannabis belegen. Auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) findet sich z.B. eine Liste von Forschungsergebnissen zu zahlreichen Symptomen, von Asthma über Depressionen bis hin zu diverse Arten chronischer Schmerzen und Spastiken. Auch das Ärzteblatt veröffentlichte bereits vor Jahren einen Bericht, welcher aufgrund der Sichtung des damaligen Erkenntnisstandes zu dem Schluss kam: „Es gilt heute als erwiesen, dass Cannabinode bei verschiedenen Erkrankungen einen therapeutischen Nutzen besitzen.“

Für unzählige Patienten auf der ganzen Welt steht seit langem zweifellos fest: Cannabis ist Medizin! Dies müssen früher oder später auch die zahlungsunwilligen Kassen einsehen.

Ein Gedanke zu „Krankenkassen wollen nicht für medizinisches Cannabis zahlen“

  1. Aber Homöopathie bezahlen, welche sich in jeder Wirksamkeitsstudie, welche medizinischen Ansprüchen genügt, regelmäßig scheitern, werden von den meisten Kassen bezahlt.

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