Großbritannien: Liberaldemokraten planen Cannabis-Legalisierung

International wandelt sich nach und nach das Image von Cannabis. Was die medizinische Nutzung angeht, gibt es ständig Neuigkeiten aus aller Welt. Doch die Legalisierung als Genussmittel wird ebenfalls immer häufiger diskutiert – auch politisch. In Großbritannien könnte die Debatte nun wieder ein wenig Fahrt aufnehmen, denn zum ersten Mal macht eine der etablierten britischen Parteien Wahlkampf mit der Forderung nach einer Freigabe.

Die Partei der Liberaldemokraten gab Freitag bekannt, sich künftig für eine staatlich regulierte Freigabe von Cannabis einzusetzen. Die gegenwärtige Herangehensweise an Cannabis sei ein „katastrophales Scheitern“ gewesen. Die Partei argumentiert in der Mitteilung für ihr neues Wahlversprechen nicht nur damit, dass auf diesem Weg der Schwarzmarkt eingedämmt werden könnte, sondern kalkuliert auch die zu erwartenden Steuereinnahmen aus legalen Cannabisverkäufen in Großbritannien auf eine satte Milliarde Pfund. Diese könnten z.B. in Prävention und das Gesundheitssystem fließen. Zudem spare man sowohl bei der Polizei als auch in Gefängnissen.



Die Liberaldemokraten verweisen auf andere Länder, in welchen Cannabis bereits entkriminalisiert oder legalisiert wurde: „Wenn ein besonders vernünftiges Land wie Kanada zu dem Schluss gekommen ist, dass Regulierung besser ist als Prohibition, weiß man, dass sich das Blatt gewendet hat“, schreiben die liberalen Demokraten auf ihrer Webseite. Die Frage sei nun, wie man diese Regulierung verantwortungsbewusst und effizient realisieren könne. Nach Vorstellung der Partei wären Produktion und Handel vollständig erlaubt und Erwachsene könnten ihr Cannabis ähnlich wie in diversen US-Bundesstaaten in lizenzierten Fachgeschäften erwerben.

„Der prohibitionistische Ansatz kostet eine große Menge Geld, bedeutet, dass wir eine große Menge an Menschen kriminalisieren und den Schaden vergrößern. Wir geben viel Geld aus, um das Leben von Menschen schlechter zu machen. Das kann nicht richtig sein“, kommentierte Liberaldemokrat Julian Huppert gegenüber BuzzFeed. Die Forderung nach einer Legalisierung soll Teil des neuen Wahlkampfprogramms werden, welches in den nächsten Tagen vorgestellt werden wird. Die Liberaldemokraten waren übrigens zwischen 2010 und 2015 zwar erstmals Regierungspartei, doch bei den letzten Wahlen zum britischen Unterhaus 2015 legten sie ein historisch schlechtes Ergebnis hin. Vielleicht sorgt der neue Punkt im Wahlprogramm ja wieder für mehr Stimmen.

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