Gesünder Kiffen mit medizinischen Vaporizern

Der Konsum von Cannabis ist stark verbreitet. Und nicht erst seit dem Tabakverbot stellt sich so mancher Konsument die Frage, wie gesundheitsschädlich das Kiffen eigentlich ist. Diesem Thema hatten wir in der Vergangenheit bereits mehrere Artikel gewidmet. Dabei wurde klar, dass – abgesehen von den möglichen psychischen Folgen, wie etwa der Entstehung einer Sucht – auch körperliche Risiken mit dem Konsum von Cannabis einhergehen. Doch die lassen sich durch die Wahl der geeigneten Konsumform minimieren.

Gesünder Kiffen mit medizinischen Vaporizern Gesunder_Kiffen_Medizinische_Vaporizer_4 Über die drei am Erfolg versprechendsten Konsumformen, das Essen, Rauchen und Inhalieren, haben wir euch im ersten Teil dieser Rubrik bereits einführend berichtet. Dabei wurde klar, dass wohl das Essen die Methode ist, die am wenigsten zu direkten körperlichen Schäden führt. Auf der anderen Seite ist sie aber auch die Methode, die am schwierigsten zu dosieren und zu kontrollieren ist. Das Inhalieren der Wirkstoffe ist dagegen sehr gut dosierbar und – wird es sachkundig eingesetzt – auch nicht gesundheitsschädlich, im Gegenteil, es kann gesundheitsfördernd wirken.

Um einen Wirkstoff inhalieren zu können, werden die ätherischen Öle, in denen sich die Wirkstoffe in der Regel befinden, auf eine bestimmte Temperatur erhitzt, bis sie schließlich verdampfen, eingeatmet und so über die Lungen aufgenommen werden können. Das Gute dabei ist, dass die Temperaturen, bei denen die Wirkstoffe verdampfen, unter denen liegen, wo eine chemische Reaktion beginnt. Diese chemische Reaktion kennen wir alle unter der Bezeichnung „Verbrennung“. Bei der Verbrennung reagieren kohlenstoffhaltige Bestandteile der Pflanze mit dem Sauerstoff der Luft und Energie wird freigesetzt. Bei diesem chemischen Prozess können aus relativ harmlosen Stoffen plötzlich gefährliche Gifte werden. Es ist leider keine Propagandalüge, dass dabei auch Stoffe entstehen, die zum Beispiel zu einem tödlichen Lungenkrebs führen können. Und derartige Substanzen möchte man nicht wirklich über einen längeren Zeitraum freiwillig einatmen …

Es spielt bei der Verbrennung keine große Rolle, welche Kräuter verbrannt werden, Gifte entstehen jedes Mal. Also nicht nur das Rauchen von Tabak kann auf lange Sicht die Atemwege schädigen, zu ähnlichen Ergebnissen führt auch häufiges Rauchen von Cannabis oder anderen Kräutern wie etwa Kamille oder Eukalyptus.

Aber, wie bereits erwähnt, ist es gar nicht erforderlich, die Kräuter zu verbrennen, um deren Wirkstoffe einatmen zu können. Bereits Anfang der 90er Jahre machte sich der Amerikaner Eagle Bill einen Namen in der Hanfscene, indem er auf Veranstaltungen wie dem Cannabis Cup mit seinem Vaporizer auftauchte und die Leute daran probieren ließ. Es war das erste Mal, das jemand diese neue Methode vorstellte und sehr leidenschaftlich vertrat. Doch der damals noch verhältnismäßig hohe Preis sorgte dafür, dass man Vaporizer eher selten zu sehen bekam.

Doch das änderte sich vor einigen Jahren, als einige kreative Köpfe die Idee vom Vaporizer aufnahmen und ihn zu einer Perfektion führten, dass er heute sogar als medizinisches Gerät von den Krankenkassen anerkannt und die Kosten dafür übernommen werden.

An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich mit dem AroMed und dem Volcano gleich zwei deutsche Produkte dem internationalen Markt stellen und mittlerweile zu den Top-Marken weltweit zählen.

Ein guter Vaporizer zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Temperatur in der „Brennkammer“ einstellen lässt. Je nachdem, welches Heilkraut eingesetzt werden soll, ändert sich die Verdampfungstemperatur. Um bei unseren Beispielen zu bleiben, verdampfen die ätherischen Öle des Cannabis bei einer Temperatur von 180°C, Kamille bei 190°C und Eukalyptus bei einer Temperatur von 130°C. Eine Verbrennung des Pflanzenmaterials setzt erst ab Temperaturen von über 230°C ein.

Bei einem guten Vaporizer wird die Temperatur automatisch nachgeregelt, denn je nachdem, wie stark vom Konsumenten gezogen wird, verändert sich der Luftstrom und damit die Temperatur in der „Brennkammer“.

Nicht unerheblich ist, wie die nötige Wärme erzeugt wird. Früher wurden dazu gerne Heißluftpistolen aus dem Baumarkt eingesetzt. Doch mittlerweile dürfte sich rumgesprochen haben, dass die Heizspiralen derartiger Geräte gefährliche Substanzen freisetzen, die besser nicht direkt eingeamtet werden sollten. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass das meiste Know-how bei einem Vaporizer in der Wärmequelle und der Temperatursteuerung liegt. Und das wiederum sorgt dafür, dass derartige Geräte ihren Preis haben.

Viele Vaporizer funktionieren nur in Verbindung mit einer Wasserpfeife. Die hat dabei die wichtige Aufgabe: die erhitzte Luft auf unter 50°C zu kühlen, damit sie gefahrlos inhaliert werden kann. Außerdem sorgt das Wasser dafür, dass sich kleine Pflanzenpartikel und Staubteilchen darin lösen und so nicht mehr in die Lunge geraten können. Zwar löst das Wasser auch einen Teil der eigentlichen Wirkstoffe, jedoch nur in einem vertretbaren Maße. Wer aber dennoch nicht auf sie verzichten will, kann das Wasser – im Gegensatz zu den normalen Wasserpfeifen – anschließend trinken …

Es wurden bereits verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen zu den Vaporizern durchgeführt. Dabei konnten sich vor allem der AroMed und der Volcano hervortun. Beide sind für den medizinischen Einsatz geeignet und werden vom ACM (Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin) empfohlen. Sie konnten deutlich die Entstehung von schädlichen Verbrennungsprodukten verringern. Dabei sind sie nicht nur äußerlich total verschieden.

Gesünder Kiffen mit medizinischen Vaporizern Gesunder_Kiffen_Medizinische_Vaporizer_1.jpg Den AroMed Vaporizer wollen wir an dieser Stelle kurz vorstellen, weil es das wohl hochwertigste Gerät ist, was nach dem erwähnten Wasserpfeifen-Prinzip funktioniert. Ein AroMed besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten, der Glasbong und einer Wärmequelle. Als Wärmequelle wird eine spezielle Lampe verwendet, die garantiert, dass die vorbei strömende Luft nicht direkt mit den eigentlichen Heizdrähten in Berührung kommen kann. Der berüchtigte „Heißluftpistolen-Effekt“ kann so verhindert werden. Zudem ist eine Steuerung integriert, die zuverlässig die Einhaltung der gewählten Temperatur sicherstellt. Die wiederum lässt sich problemlos einstellen und mittels digitalem Display überprüfen.

Der AroMed ist als ein medizinisches Gerät anerkannt, das von der Krankenkasse auf Rezept übernommen wird. Damit das möglich wurde, mussten gewisse technische und medizinische Auflagen erfüllt werden. Das führte dazu, dass der AroMed zwar sehr hochwertig ist, aber auch nicht gerade billig. Rund 400 Euro muss man investieren, hat dann aber lange die Möglichkeit, nicht nur komplett auf Tabak oder sonstige Verbrennungshilfen zu verzichten, man spart auch Heilkräuter, da ihre Wirkstoffe effektiver genutzt werden können.

Gesünder Kiffen mit medizinischen Vaporizern Gesunder_Kiffen_Medizinische_Vaporizer_3.jpg Viele der Punkte, die für den AroMed gelten, lassen sich auch auf den Volcano übertragen. Doch bei allen Gemeinsamkeiten, was die Qualität und die Einsatzfähigkeit betrifft, sind sie doch von Grund auf verschieden. Beim Volcano wird der Einsatz einer Wasserpfeife unnötig, da die heiße Luft nicht direkt eingeamtet, sondern erst in einem Bratschlauch gesammelt wird. Der Bratschlauch kann nach dem Befüllen vom Gerät abgenommen und mittels eines Mundstücks leer geatmet werden. Auch wenn dies anfangs auf viele sehr skurril wirkt, hat sich der Volcano auf so mancher Veranstaltung bereits zum Partyknüller entwickelt. Dieses Prinzip erlaubt eine gewisse Mobilität, die stationäre Geräte wie der AroMed nicht wirklich zulassen.

Gesünder Kiffen mit medizinischen Vaporizern Gesunder_Kiffen_Medizinische_Vaporizer_2 Natürlich sind dies nicht die beiden einzigen Geräte, die sich im Dauereinsatz bewährt haben. Erwähnenswert sind auch der Vapir, den es mittlerweile in den verschiedensten Ausführungen gibt oder der Verdamper, ein niederländisches Produkt, das stark dem Urmodell von Eagle Bill ähnelt. Und auch vom Verdamper gibt es verschiedene Modelle, eines zum Beispiel für den Betrieb über 12 Volt Autobatterien.

Gar nicht erwähnt wurden bisher die „günstigen“ Vaporizer, die oft schon für ein paar Euro zu haben sind. Sie stehen in dem Ruf, nicht wirklich so zu funktionieren, wie das von einem guten Vaporizer erwartet wird. Deshalb werden wir uns in der nächsten Ausgabe genauer mit ihnen beschäftigen. Ein Versuch, bei dem alle verfügbaren Geräte auf „Herz und Nieren“ getestet werden sollen, ist ebenfalls in Vorbereitung.

2 Gedanken zu „Gesünder Kiffen mit medizinischen Vaporizern“

  1. Den Vulcano gibt es seit geraumer Zeit als Version „Vulcano Med“ mit diversen TÜV SÜD Zertifikaten und Zulassung durch das Kanadische Gesundheitsministerium.

    Weiß jemand wie es um die Annerkennung dieses Gerätes durch deutsche Krankenkassen steht?

    1. Ich würde mal behaupten, dass sich noch keine Krankenkasse in Deutschland diese Frage gestellt hat. Wenn das „Cannabis-Gesetz“ endlich greift und die Kassen den Kaufpreis von getrockneten Blüten erstatten, werden solche Fragen bestimmt auch aufkommen (und zur Not vor Gericht geklärt werden). Mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass die „Anerkennung“ von Cannabis-Zubehör durch die Krankenkassen noch einige Zeit brauchen wird.

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