Erster Anstieg an Cannabis-Verschreibungen nach Gesetzesänderung

Wie nicht nur unsere Leser längst wissen, trat am 10. März das neue Gesetz zu Cannabis als Medizin in Kraft, welches Ärzten seitdem ermöglicht, ihren Patienten Cannabis auf Rezept zu verordnen. Wie sich schnell gezeigt hat, gibt es aber auch unter der neuen Regelung zahlreiche Probleme, so dass die vorab in Aussicht gestellte Vereinfachung des Zugangs zu medizinischem Cannabis bislang nicht wirklich umgesetzt wurde. Nach wie vor haben die meisten Patienten z.B. Probleme mit der vorgesehenen Kostenerstattung durch die Gesetzlichen Krankenkassen.

Das Marktforschungsunternehmen QuintilesIMS hat sich angeschaut, wie oft Cannabis seit der Gesetzesänderung verordnet wurde. Demnach stiegen die abgerechneten Verordnungen cannabishaltiger Arzneimittel für gesetzlich Krankenversicherte zwischen März und Mai 2017 um ganze  79 Prozent. Vor der Neuregelung seien von Ärzten im Monat durchschnittlich „knapp 2.400 Packungen cannabishaltiger Arzneimittel“ verordnet. Im März, dem Monat, in welchem das Gesetz endlich in Kraft trat, waren es 3.600, im April bereits 4.300. Im Mai, dem letzten in der Analyse erfassten Monat, waren es 6.500 Packungen.



Trotz aller Schwierigkeiten und der Blockadehaltung der Krankenkassen hat die gesetzliche Reform in Sachen Cannabis als Medizin also tatsächlich zu mehr Verschreibungen geführt. Doch in welch kleinen Dimensionen sich diese Zahlen noch bewegen, zeigt der Vergleich mit der Menge der von deutschen Apotheken ausgegebenen Schmerzmittel: 2016 waren es laut dem QuintilesIMS-Marktbericht Dezember 2016 satte 143,8 Millionen Packungen.

Die Marktforscher haben sich aber nicht nur die Anzahl der Verordnungen angesehen, sondern auch darauf geschaut, wer diese ausgestellt hat. Demnach wurde mit 31 Prozent fast ein Drittel aller Cannabis-Rezepte von Neurologen ausgestellt. Allgemeinmediziner sind da bislang offenbar noch etwas zurückhaltender, sie stellten 23 Prozent der Rezepte aus, 19 Prozent stammten von Medizinischen Versorgungszentren. 8 Prozent der Verordnungen wurden von Internisten ausgestellt, 7 Prozent von Ambulanzen. Der Rest stammt aus der Feder diverser unterschiedlicher Fachärzte.

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