Erneut Lieferengpässe bei medizinischem Cannabis

Längst ist den meisten Betroffenen und Beteiligten klar, dass das berühmte im März in Kraft getretene Gesetz zu Cannabis als Medizin die Lage der Patienten nicht unbedingt verbessert hat. Zwar entfällt seit der Neuregelung der bürokratische Aufwand der Beantragung einer Ausnahmeerlaubnis beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte, dafür müssen sich Patienten, welche einen Arzt gefunden haben, der ihnen tatsächlich ein Rezept für Cannabis ausstellt, nun mit den Krankenkassen herumschlagen, die sich weigern die Kosten wie vorgesehen zu erstatten. Das mit dem neuen Gesetz mitnichten alles im Grünen Bereich ist, haben auch die Kollegen von der Tagesschau inzwischen mitbekommen.

Oftmals wegen Zweifeln an der Wirksamkeit von Cannabis lehnen die Krankenkassen die Anträge auf Kostenerstattung zahlreicher Patienten einfach ab, welche daraufhin gezwungen sind, die aberwitzigen Kosten für ihr Medikament selbst zu tragen. Eine der am sehnlichsten erwarteten Verbesserungen, welche das neue Gesetz mit sich bringen sollte, blieb aus – der Kampf der Patienten geht weiter. Außerdem ist es mit dem Ringen um ein Rezept und die Kostenerstattung nicht getan, denn es gibt ein weiteres Problem.



Selbst, wenn die Krankenkasse einem Patienten die Kosten erstattet, ist dieser immer noch nicht auf der sicheren Seite. Was die Versorgungslage mit medizinischem Cannabis angeht, sieht es gegenwärtig alles andere als rosig aus. Patienten, welche schon vor der Neuregelung eine Ausnahmeerlaubnis zum Erwerb von Cannabisblüten aus der Apotheke hatten, kennen das Problem: Dank Lieferengpässen gingen leidende Patienten in ihren Apotheken bereits in der Vergangenheit viel zu oft leer aus. Und so gucken auch jetzt wieder zahlreiche Patienten in die Röhre, denn mal wieder wird das medizinische Cannabis knapp, wie z.B. Berichte aus Köln und Berlin zeigen.

Bis die Versorgung mit im eigenen Land produzierten Hanfblüten steht, wird es aber noch eine ganze Weile dauern: Staatlich lizenzierte Produzenten sollen erst ab 2019 je ca. 200 Kilo Hanfblüten pro Jahr liefern. Solange wird das medizinische Cannabis für die deutschen Patienten weiterhin aus dem Ausland importiert. Doch die Zulieferer aus den Niederlanden und Kanada können den gegenwärtigen Bedarf offensichtlich nicht decken: „Von zehn Hanfpräparaten kann ich derzeit nur eines anbieten“, zitiert die Tagesschau z.B. den Mainzer Apotheker Martin Schmidt. Für ihn ist klar, wer hierfür die Verantwortung zu tragen hat: „Das Gesetz war ein Schnellschuss. Man hätte sich vorher Gedanken darüber machen müssen, woher diese Mengen medizinischer Cannabisprodukte kommen sollen.“

4 Gedanken zu „Erneut Lieferengpässe bei medizinischem Cannabis“

  1. Ab 2019 2 Tonnen Cannabis für all die Kranken Menschen ist viel zu wenig !!!!!!!!
    Haben so eine Mortler und so ein Gröhe eigentlich keine Erziehung bze. Kinderstube
    gehabt ??????? Anstatt Kranken Menschen zu helfen und Sie zu beschützen, kriminalisieren
    Sie Sie und räümen Sie Ihnen nur Steine in den Weg. Die vergessen wohl, dass es das Volk
    wahr, die Sie gewählt haben, also zu dem gemacht haben, was Sie jetzt sind!! Pfui, schämen
    sollten Sie sich!!!!

  2. Mann, all siese Patienten müssten sich Ihr Recht auf Eigenanbau bei dieser haarsträubenden
    Gesetzeslage endlich vor Gericht einklagen!!!!!!!!!

  3. Die Verantwortlichen, wie z. B. Fr. Mortler, Dr. Kiefer,….. sollten sich doch bitte mal einer öffentlichen Diskussion mit Dr. Franjo Grotenhermen und/oder betroffenen Menschen stellen!!!!

    Meine Krankenkasse (Barmer) lässt mich auch komplett hängen! Weder die Kosten für Blüten werden übernommen, und auch die Kosten für einen Vaporizer (Arizer Extreme-Q, ca. 200€) werden nicht bezahlt………

    SOLANGE SICH NICHTS ÄNDERT, BIN ICH FÜR ZIVILEN UNGEHORSAM! JEDER SOLLTE SEINE MEDIZIN SELBST ANBAUEN!

  4. Es gibt 2 neue Importeure:
    CANNAMEDICAL PHARMA GmbH und ACA MÜLLER ADAG PHARMA GmbH

    Cannamedical aus Köln und ACA Müller ADAG Pharma GmbH aus Hilzingen, sind im Gegensatz zu den bisherigen Lieferanten, nicht an bestimmte Produzenten oder nationalmonopole Märkte gebunden. Diese Ungebundenheit ermöglicht den Firmen Cannabis von jedem erdenklichem Produzenten, aus jedem erdenklichem Land, nach der nötigen behördlichen Lizenzierung, nach Deutschland zu importieren. In Anbetracht des rapide steigenden Bedarfs für Cannabisarzneien in Deutschland ist der Import nicht nur eine lukrative Einnahmequelle, sondern auch eine Notwendigkeit um Schwerkranke mit der von ihnen benötigten Medizin zu versorgen.
    Quelle: http://besserlebenmitcannabis.de/

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