Düsseldorf: Stadt und Uni planen 800.000 Euro-Cannabisstudie

Spätestens seit der Ende letzten Jahres im Düsseldorfer Rathaus abgehaltenen Fachtagung Cannabis, welche den „gesundheitspolitischen Spielraum von Kommunen“ hinsichtlich der legalen Abgabe ausloten sollte, wartet man nicht nur in NRW gespannt darauf, was den nun letztlich aus den Legalisierungsplänen des Düsseldorfer Ampelbündnisses aus SPD, Grünen und FDP werden wird. Im dortigen Gesundheitsamt arbeitet die AG Cannabis an den Details zu Studienplänen, in deren Rahmen Cannabis legal an erwachsene Teilnehmer abgegeben werden soll.

Im März wurden erste Einzelheiten der Pläne bekannt: Der Düsseldorfer Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke sprach von rund 500 ausgewählten Teilnehmern, welche mit einem entsprechenden Ausweise in Apotheken legal Cannabis zu Genusszwecken kaufen können sollen. Das Mindestalter für die Teilnahme soll bei 25 Jahren liegen. Während das Ampelbündnis im Düsseldorfer Rathaus damit endlich die Pläne für eine „lizenzierte Abgabe von Cannabisprodukten“ anging, welche bereits im August 2015 beschlossen worden waren, gab es es seitens der CDU natürlich Kritik. Die Legalisierungs- bzw. Studienpläne sind aus Sicht der Union nämlich „verlogen“.



Inzwischen scheint es mit den Vorbereitungen für die angestrebte Sondergenehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Durchführung einer wissenschaftlichen Studie weiter voranzugehen: Wie die Bild-“Zeitung“ heute berichtet, hat Gesundheitsdezernent Meyer-Falcke die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität für das „ergebnisoffene“ Projekt gewinnen können. Die Rektorin der Hochschule, Prof. Dr. Anja Steinbeck, sagte, dass die geplante Studie „die Gefährlichkeit von Cannabis bewerten“ solle. Sie begrüße dieses Vorhaben, da es auf diesem Gebiet „zu wenige gesicherte Erkenntnisse“ gäbe.

Im Rahmen der Studie sollen die 500 Probanten in zwei verschiedene Gruppen aufgeteilt werden, von welchen eine medizinisches Cannabis, die andere ein Placebo vaporisieren wird. Zur Finanzierung sagte Meyer-Falcke, dass allein für die Erstellung des Studiendesigns und die Beantragung beim BfArM bereits 20.000 Euro beschafft werden müssten. Was die Studie selbst betrifft, so ist die Rede von Kosten in der Höhe von 800.000 Euro. Der Düsseldorfer Gesundheitsdezernent sieht hinsichtlich der Forschungsgelder allerdings „gute Chancen“ und will sich auch an Verbände wenden.

Wir hoffen natürlich, dass die Chancen tatsächlich gut stehen und die Studie bald beginnen kann.

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