Medizin: Franjo Grotenhermen erneut im Hungerstreik

Franjo Grotenhermen, einer der führenden deutschen Experten auf dem Gebiet des Medizinalcannabis‘, befindet sich seit heute erneut im Hungerstreik. Bereits im Mai war der Mediziner, der selbst mit einer schweren Behinderung lebt, aus Solidarität mit unzulänglich versorgten Patienten in Hungerstreik getreten (wir berichteten).

Sein erneuter Hungerstreik gilt den sich häufenden Vorfällen von Patienten, die strafrechtliche Konsequenzen wegen ihrer Therapieform hinnehmen müssen: „Menschen in Deutschland, die gemäß einer ärztlichen Bescheinigung oder eines ärztlichen Attestes Cannabis medizinisch benötigen, dürfen nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden – und das muss der Gesetzgeber in das Betäubungsmittelgesetz schreiben!“

Grotenhermen kritisiert die nach wie vor problematische, bürokratische und ausschließende Praxis, die das „Cannabis-Gesetz“ in seiner jetzigen Form darstelle: „Bei jedem Schritt bekam jeder Teil der Bevölkerung Zugang zu einer Therapie. Und immer waren auch viele davon ausgeschlossen. Dieses Prinzip hat sich durch das neue Gesetz nicht verändert. Wir haben weiterhin viele Patienten, die von dem Gesetz nicht profitieren. In den letzten Monaten wurden mögliche Verbesserungsmethoden am Gesetz diskutiert – und ich denke, dass das auch notwendig ist – aber es wird das grundsätzliche Problem nicht lösen: Wir haben ein Bürokratie-Monstrum bekommen! Es ist für Ärzte nicht attraktiv, Patienten mit Cannabis und Cannabinoiden zu behandeln.“

Das komplette Statement an Unterstützer und Verantwortliche findet sich auf YouTube:

Grotenhermen erinnert an die Entscheidung des Bundesverwaltungsgericht: Der Zugang zu einer Cannabis-Behandlung sei ein Menschenrecht. „Wir haben hier eine Pflanze. Wir haben hier einen Schwerkranken. Und wir können keine Gründe anführen, warum wir die Pflanze nicht zu dem Patienten lassen? Warum wir dem Patienten verbieten, sich dieser Heilpflanze zu bedienen?“



Grotenhermen, der selbst gelegentlich für grow! schreibt, kritisiert die Strafverfolgung von Patienten, die durch das Gesetz keinen Zugang zu Cannabis erhalten haben: „Mir ist kein Argument bekannt, warum man diese strafrechtliche Verfolgung aufrecht erhalten muss.“

Suchtbericht 2017: Mortlers Schwanengesang?

Heute präsentiert die scheidende Bundesregierung in Berlin ihren jährlichen Drogen- und Suchtbericht 2017.

Die verantwortliche Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU), voll im Wahlkampf-Modus, sieht allerlei Gründe zum Eigenlob: „Der Drogen-und Suchtbericht 2017 macht deutlich, wie viel in dieser Legislaturperiode in der Drogen- und Suchtpolitik erreicht werden konnte. Ich denke dabei an das „Cannabis als Medizin-Gesetz“, das Verbot neuer psychoaktiver Stoffe, die Schockbilder auf Zigarettenverpackungen und die Novellierung des Substitutionsrechts.“



Die rechte Politikerin hat sich dieses Jahr auch einen neuen Fokus für ihren Bericht überlegt: Die Kinder von Suchtkranken sollen jetzt herhalten. Mortler sieht für diese keine rosige Zukunft: „Wenn wir die betroffenen Kinder nicht unterstützen, entwickelt ein Drittel von ihnen selbst eine Suchterkrankung und ein weiteres Drittel eine andere psychische Störung.“

Um dem entgegenzuwirken verlangt sie „funktionierende Netzwerke“ und „klare Ansprechpartner in Städten und Gemeinden“. Finanzierung dafür solle von den Ländern kommen. Etwas ominös klingt ihr letzter Satz zu dem Thema: „Und der Bund muss die Frage beantworten, wie die Sozialsysteme zum Wohle dieser Kinder noch besser zusammmenwirken können.“ Klingt als sollte nach der nächsten Blutprobe nicht nur der Führerschein kassiert werden….

Weitere „High-lights“ des Berichts:

  • Die Hanflobby betreibe „interessengetriebene“ Verharmlosung von Cannabis. Die ZEIT zitiert Mortler mit den Worten, die Cannabis-Lobby habe heute einen besseren Zugang zu Teilen der Politik als die Alkohol- oder Tabak-Lobby.
  • Die Zahl der Drogentoten sei in Deutschland gestiegen:  1333 Menschen – das seien 9% mehr als 2016 – haben demnach in Folge von Drogenkonsum ihr Leben verloren. Spitzenreiter ist dabei traurigerweise Mortlers Heimatland Bayern – zu diesem Punkt schweigt die Pressemitteilung allerdings.
  • Wie bereits im vergangenen Jahr betont sieht sich die Politikerin auch verantwortlich für digitale Angebote, „die zu einem Abrutschen in virtuelle Welten führen könnten“.
  • Tabak- und Alkoholkonsum unter Jugendlichen sei rückläufig in Merkel-Deutschland; die „Bereitschaft“ Cannabis zu konsumieren, sei hingegen gestiegen.
  • Der Wirkstoffgehalt von Cannabis sei heute „etwa fünf Mal so hoch (…) wie noch vor 30 Jahren“.
  • Um ihre Arbeit weiterführen zu können, müsse man „in den kommenden Jahren einen Millionenbetrag in die Hand nehmen“.

Bleibt nur die Frage: War dies womöglich Mortlers Schwanengesang als Bundesdrogenbeauftragte? Die Regierung, der sie angehört, ist praktisch nicht mehr im Amt – und in knapp 6 Wochen wird der Bundestag neu gewählt.

Mortlers Mandat als Abgeordnete scheint zumindest sicher: 2013 holte die CSU in ihrem Wahlkreis Roth mehr als 50% der Erst- und 45% der Zweitstimmen.

66% der Schweizer bereit für Cannabis-Legalisierung

Der Schweizer Fachverband Sucht veröffentlichte gestern die Ergebnisse einer in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage zur Legalisierung von Cannabis. Das Ergebnis: Zwei von Drei Schweizern würden eine Freigabe der Pflanze begrüßen, wenn denn gewisse Bedingungen eingehalten werden. Insgesamt wurden 1.200 volljährige Personen telefonisch befragt.

Den Teilnehmern wurden verschiedene Modelle der Legalisierung vorgestellt. Am wichtigsten war es ihnen, dass Cannabis nur an Volljährige ausgegeben wird und das Autofahren nach dem Konsum verboten bleibt. 66% der Befragten waren von diesen Bedingungen überzeugt.

Insgesamt unterstützten 64% der Befragten die Legalisierung, solange das Cannabis-Rauchen an die selben Bedingungen geknüpft sei wie das Rauchen von Zigaretten. 62% fanden, Cannabis solle nur in Apotheken oder Fachgeschäften von geschultem Personal verkauft werden. Nur 57% bzw 52% stimmten einer Legalisierung zu, bei der Cannabis einfach versteuert bzw. mit Warnhinweisen versehen wird.



Petra Baumberger, die Generalsekretärin des Fachverbands Sucht, zeigte sich erfreut über dieses Ergebnis. Die letzte Befragung zu diesem Thema sei bereits 16 Jahre alt gewesen: “Wir wussten also nicht, wie die Schweizerinnen und Schweizer heute zu dieser Frage stehen. Die Befragung bringt uns Licht ins Dunkle. Und die deutliche Zustimmung ist ein sehr wichtiges Signal an Politik und Behörden, die Bestrebungen, den Cannabismarkt neu zu regulieren, zu unterstützen.”

Zwar zeigte die Befragung regionale Unterschiede – Befragte in Tessin oder in der Deutschschweiz neigten eher zu einer Legalisierung als etwa Teilnehmer in der Suisse Romande. Bei anderen Faktoren wie Alter, Wohnort oder Bildungsgrad habe es aber kaum nennenswerte Unterschiede im Ergebnis gegeben.

Hanfparade 2017: Breiter kommen wir weiter [Update]

Am Samstag zog erneut die mittlerweile 21. Hanfparade durch die Straßen Berlins. Rund 7.000 Teilnehmer gingen für die Legalisierung auf der Straße; mindestens nochmal so viele Schaulustige und Touristen bestaunten den Umzug durch Berlin-Mitte.

Eine Galerie mit Schnappschüssen findest du hier.



Laut Polizeiangaben soll es sich um Anfangs 2000 Teilnehmer gehandelt haben. Am Rande der Veranstaltung kam es leider auch zu unschönen Szenen; insgesamt wurde gegen 22 Teilnehmer der Veranstaltung Strafverfahren wegen Verdacht auf Besitz oder Verkauf von Betäubungsmitteln eingeleitet; 15 von ihnen wurden auf Reviere abgeführt. Eine angereiste Demonstranten-Gruppe aus Magdeburg geriet erst auf dem Nachhauseweg in eine folgenschwere Kontrolle.

Die Abschlusskundgebung am Alexanderplatz wurde martialisch gesichert; Betonklötze und Polizisten mit Maschinengewehren kamen wegen einer erhöhter Terrorgefahr zum Einsatz.

Einen bedenklichen Zwischenfall mit der Polizei hatte der Cannabis-Patient Andreas Robbel, der recht martialisch am Rande der Veranstaltung festgenommen wurde. Er sollte eigentlich den LKW des DHV-Wagens fahren; die Berliner Polizei wollte seine Bescheinigung zur Fahrtauglichkeit unter Cannabis-Einfluss nicht wahrhaben. In einem verbitterten YouTube-Video hat sich Robbel mittlerweile an die Öffentlichkeit gewandt:

Die Kundgebungen selbst waren von den kommenden Bundestagswahlen geprägt; mit Grünen, Linken, Piraten und FDP nahmen vier Parteien an der Demo teil.

Warst du auf der Hanfparade? Wenn ja, lass uns doch in den Kommentaren wissen, wie du sie fandest.

Crowd-Funding: „Dealers Cup“-Brettspiel sucht Unterstützer

Über Facebook erreichte uns die News von „Dealers Cup“, einem kommenden Brettspiel Made in Germany, das die Arbeit von Drogendealern auf die Schippe nimmt. Das Spiel wird über Crowdfunding realisiert; sprich man kann bei Interesse den ersten Produktionslauf mit-finanzieren und erhält – im Erfolgsfalle – am Ende das fertige Spiel. Insgesamt, so hoffen die Entwickler, sollen bis Mitte Oktober mindestens 20.000 Euro zusammenkommen.

Hier der Trailer:

Wie bei Crowd-Funding-Projekten üblich, warten verschiedene „Belohnungen“ auf potentielle Unterstützer. Wer mindestens 25 Euro beisteuert, wird im Erfolgsfalle eine Ausgabe des Spiels erhalten. Für höhere Beträge winken besser ausgestattete Deluxe-Editionen des Basisspiels.

Das Ziel des Spiels: Der beste Drogendealer am Tisch zu werden. Wer als erstes die geforderte Menge an „Ware“ gesammelt hat, gewinnt – 1.000 kg Marokkanisches Hasch und je 500 kg Afghane, Ganja und Homegrown müssen es sein.



Wir hoffen, dass die Dealers Cup-Entwickler ihr selbstgestecktes Ziel erreichen!

Mehr Infos finden sich auf Kickstarter.com

Erneut Lieferengpässe bei medizinischem Cannabis

Längst ist den meisten Betroffenen und Beteiligten klar, dass das berühmte im März in Kraft getretene Gesetz zu Cannabis als Medizin die Lage der Patienten nicht unbedingt verbessert hat. Zwar entfällt seit der Neuregelung der bürokratische Aufwand der Beantragung einer Ausnahmeerlaubnis beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte, dafür müssen sich Patienten, welche einen Arzt gefunden haben, der ihnen tatsächlich ein Rezept für Cannabis ausstellt, nun mit den Krankenkassen herumschlagen, die sich weigern die Kosten wie vorgesehen zu erstatten. Das mit dem neuen Gesetz mitnichten alles im Grünen Bereich ist, haben auch die Kollegen von der Tagesschau inzwischen mitbekommen.

Oftmals wegen Zweifeln an der Wirksamkeit von Cannabis lehnen die Krankenkassen die Anträge auf Kostenerstattung zahlreicher Patienten einfach ab, welche daraufhin gezwungen sind, die aberwitzigen Kosten für ihr Medikament selbst zu tragen. Eine der am sehnlichsten erwarteten Verbesserungen, welche das neue Gesetz mit sich bringen sollte, blieb aus – der Kampf der Patienten geht weiter. Außerdem ist es mit dem Ringen um ein Rezept und die Kostenerstattung nicht getan, denn es gibt ein weiteres Problem.



Selbst, wenn die Krankenkasse einem Patienten die Kosten erstattet, ist dieser immer noch nicht auf der sicheren Seite. Was die Versorgungslage mit medizinischem Cannabis angeht, sieht es gegenwärtig alles andere als rosig aus. Patienten, welche schon vor der Neuregelung eine Ausnahmeerlaubnis zum Erwerb von Cannabisblüten aus der Apotheke hatten, kennen das Problem: Dank Lieferengpässen gingen leidende Patienten in ihren Apotheken bereits in der Vergangenheit viel zu oft leer aus. Und so gucken auch jetzt wieder zahlreiche Patienten in die Röhre, denn mal wieder wird das medizinische Cannabis knapp, wie z.B. Berichte aus Köln und Berlin zeigen.

Bis die Versorgung mit im eigenen Land produzierten Hanfblüten steht, wird es aber noch eine ganze Weile dauern: Staatlich lizenzierte Produzenten sollen erst ab 2019 je ca. 200 Kilo Hanfblüten pro Jahr liefern. Solange wird das medizinische Cannabis für die deutschen Patienten weiterhin aus dem Ausland importiert. Doch die Zulieferer aus den Niederlanden und Kanada können den gegenwärtigen Bedarf offensichtlich nicht decken: „Von zehn Hanfpräparaten kann ich derzeit nur eines anbieten“, zitiert die Tagesschau z.B. den Mainzer Apotheker Martin Schmidt. Für ihn ist klar, wer hierfür die Verantwortung zu tragen hat: „Das Gesetz war ein Schnellschuss. Man hätte sich vorher Gedanken darüber machen müssen, woher diese Mengen medizinischer Cannabisprodukte kommen sollen.“

Erster Anstieg an Cannabis-Verschreibungen nach Gesetzesänderung

Wie nicht nur unsere Leser längst wissen, trat am 10. März das neue Gesetz zu Cannabis als Medizin in Kraft, welches Ärzten seitdem ermöglicht, ihren Patienten Cannabis auf Rezept zu verordnen. Wie sich schnell gezeigt hat, gibt es aber auch unter der neuen Regelung zahlreiche Probleme, so dass die vorab in Aussicht gestellte Vereinfachung des Zugangs zu medizinischem Cannabis bislang nicht wirklich umgesetzt wurde. Nach wie vor haben die meisten Patienten z.B. Probleme mit der vorgesehenen Kostenerstattung durch die Gesetzlichen Krankenkassen.

Das Marktforschungsunternehmen QuintilesIMS hat sich angeschaut, wie oft Cannabis seit der Gesetzesänderung verordnet wurde. Demnach stiegen die abgerechneten Verordnungen cannabishaltiger Arzneimittel für gesetzlich Krankenversicherte zwischen März und Mai 2017 um ganze  79 Prozent. Vor der Neuregelung seien von Ärzten im Monat durchschnittlich „knapp 2.400 Packungen cannabishaltiger Arzneimittel“ verordnet. Im März, dem Monat, in welchem das Gesetz endlich in Kraft trat, waren es 3.600, im April bereits 4.300. Im Mai, dem letzten in der Analyse erfassten Monat, waren es 6.500 Packungen.



Trotz aller Schwierigkeiten und der Blockadehaltung der Krankenkassen hat die gesetzliche Reform in Sachen Cannabis als Medizin also tatsächlich zu mehr Verschreibungen geführt. Doch in welch kleinen Dimensionen sich diese Zahlen noch bewegen, zeigt der Vergleich mit der Menge der von deutschen Apotheken ausgegebenen Schmerzmittel: 2016 waren es laut dem QuintilesIMS-Marktbericht Dezember 2016 satte 143,8 Millionen Packungen.

Die Marktforscher haben sich aber nicht nur die Anzahl der Verordnungen angesehen, sondern auch darauf geschaut, wer diese ausgestellt hat. Demnach wurde mit 31 Prozent fast ein Drittel aller Cannabis-Rezepte von Neurologen ausgestellt. Allgemeinmediziner sind da bislang offenbar noch etwas zurückhaltender, sie stellten 23 Prozent der Rezepte aus, 19 Prozent stammten von Medizinischen Versorgungszentren. 8 Prozent der Verordnungen wurden von Internisten ausgestellt, 7 Prozent von Ambulanzen. Der Rest stammt aus der Feder diverser unterschiedlicher Fachärzte.

Legalisierung: Ex-Footballprofi verklagt US-Justizminister & DEA

Der US-Justizminister Jefferson „Jeff“ Sessions dürfte aktuell nicht unbedingt bester Laune sein. Zum einen, weil Präsident Trump den Erzkonservativen vergangene Woche öffentlich kritisiert und bloßstellt hat, um ihn offenbar zum Rücktritt zu bewegen. Aber auch ein anderes Thema dürfte dem entschiedenen Cannabisgegner ein Dorn im Auge sein: Die Klage, welche der Ex-Footballprofi Marvin Washington gemeinsam mit vier anderen gegen ihn, das Justizministerium und die mächtige Anti-Drogenbehörde DEA (Drug Enforcement Agency) eingereicht hat, um eine gesetzliche Reform in Sachen Cannabis herbeizuführen. Unter den weiteren Klägern ist außerdem ein 11-jähriger Epilepsie-Patient sowie ein Militärveteran mit posttraumatischer Belastungsstörung.

Konkret geht es in der Klage um den berühmt-berüchtigten Controlled Substances Act von 1970, nach welchem Cannabis ebenso wie z.B. Heroin und LSD als Rauschmittel der Kategorie „Schedule I“ gilt. In dieser Kategorie sind explizit jene Rauschmittel aufgeführt, welche ein besonders hohes Gefahren- bzw. Abhängigkeitspotential sowie keinen medizinischen Nutzen haben. In der Klageschrift heißt es: „Cannabis als ‚Schedule I Droge‘ zu klassifizieren ist derart irrational, das es gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten verstößt.“ Wie irrational die Einordnung tatsächlich ist, erkennt man auch daran, dass Crystal Meth und Kokain tatsächlich als Rauschmittel der Kategorie „Schedule II“, also als weniger gefährlich angesehen werden.



In der National Football League NFL wird nicht erst seit kurzem immer wieder intensiv über Cannabis diskutiert, diverse ehemalige und aktive Footballprofis setzen sich für die Legalisierung ein (siehe grow! 1/17). Viele der Profispieler konsumieren Cannabis auch als Ausgleich zu der extremen physischen Belastung, welche sie in Training und Spielen ständig aushalten müssen. Missbräuchlicher Konsum von Schmerzmitteln kommt bei den US-Footballprofis viermal häufiger vor als im Bevölkerungsdurchschnitt.

Ende 2016 stellte der amerikanische TV-Sender ESPN die Ergebnisse einer Umfrage vor, wonach sich 71 Prozent der Spieler für eine Legalisierung von Cannabis aussprachen. Mit 61 Prozent war die Mehrheit der Befragten außerdem der Meinung, dass der Schmerzmittelkonsum in der Liga zurückgehen würde, wenn die Sportler stattdessen medizinisches Cannabis verwenden dürften. Doch obwohl dies inzwischen in der Hälfte der US-Bundesstaaten legal ist, lässt die NFL es nicht zu. Wer positiv getestet wird, muss mit Sperrungen rechnen.

Deutscher Zoll warnt vor Einfuhr von CBD-Hanf aus der Schweiz

Nicht nur grow!-Leser wissen längst über den CBD-Hype in der Schweiz Bescheid. Der Handel mit den legalen CBD-haltigen Hanfprodukten boomt nach wie vor. Solange der Gehalt des berühmten psychoaktiven Wirkstoffs THC unter einem Prozent liegt, dürfen diverse Hanfprodukte in der Schweiz legal gehandelt werden. Mittlerweile werden sogar Hanf-Tabak-Zigaretten im Supermarkt angeboten (wir berichteten). Doch leider gelten in Deutschland andere Gesetze, wie der Zoll gestern noch einmal ausdrücklich betonte.

In der betreffenden Pressemitteilung der Generalzolldirektion wird von der Einfuhr der Schweizer Hanf-Zigaretten nach Deutschland „dringend“ abgeraten, denn: „Das Verbringen von Drogen ist eine Straftat und kann mit Geld- oder Haftstrafen geahndet werden.“ Obwohl es auch im deutschen Betäubungsmittelgesetz um den „rauschbewirkenden Wirkstoff der Blüte“, also THC geht, warnt der Zoll ausdrücklich davor, die beinahe THC-freien Produkte aus der Schweiz über die Grenze zu schaffen: „Neben den Hanf-Zigaretten werden auch andere Produkte mit geringem THC-Anteil in der Schweiz angeboten. Auch diese unterliegen bei der Einfuhr dem deutschen Betäubungsmittelrecht“, heißt es in der Mitteilung.



Der deutsche Zoll kann es sich hinsichtlich der Hanf-Tabak-Zigaretten mit Berufung auf Gesetze einfach machen: „Sämtliche Sorten enthalten THC“ – und damit sei die Einfuhr ohne behördliche Genehmigung verboten. Die Schweizer Polizei dagegen steht inzwischen vor einem Problem: Immer mehr Schweizer kaufen, besitzen und konsumieren die legalen Hanfprodukte: Mittlerweile sind beim Bund bereits 51 Produzenten mit ganzen 125 Produkten gemeldet. Doch diese sind in der Regel von illegalen, THC-haltigen Produkten nicht zu unterscheiden.

Aufgrund dieser für die Polizisten „undankbaren“ Situation, wie der Geschäftsführer des Verbands der Schweizer Polizeibeamten am Montag im „St. Galler Tagblatt“ es bezeichnet, fordert er nun die Einführung von Schnelltests. Denn bislang bleibt den Beamten nichts anderes übrig, als jegliche Hanfblüten im Zweifelsfall zu konfiszieren und in einem Labor in Zürich untersuchen zu lassen. Ist der Hanf legal, wird das eingeleitete Verfahren eingestellt und alles zurückgegeben – die Kosten übernehmen in dem Fall die Behörden.