Cannabis und Meditation

Es gibt zahlreiche Mittel und Wege, einen tiefen Zustand der Entspannung zu erreichen. Die meisten unserer Leser wissen natürlich nicht nur um die manchmal erheiternde, manchmal appetitanregende Wirkung von Cannabis, sondern auch um die körperlich und geistig entspannende Komponente. Andere ziehen verschiedene Meditationstechniken vor, um herunterzukommen und Stress abzubauen. Und dann gibt es noch jene, welche beides miteinander kombinieren. Cannabiskonsum und Meditation – kann das funktionieren?

Berauscht meditieren?

Je nachdem, mit wem man über dieses Thema spricht, fallen die Reaktionen sehr unterschiedlich aus. Manche lehnen die Kombination des Konsums von berauschenden Substanzen und meditativer Praxis von vorneherein kategorisch ab, andere sind aufgrund bereits vorhandener Erfahrungen oder ihrer enthusiastischen Überzeugung vom einen oder anderen Rauschmittel anderer Meinung. Tatsache ist, dass es zahlreiche Kulturen gab und gibt, in welchen die Verbindung zwischen Religion bzw. Spiritualität und Cannabis ausgelebt wurde und wird (siehe auch Hanf im Spiegel der Religionen in grow! 3/16). Am häufigsten werden in diesem Kontext die Rastafari genannt, welche Cannabis bzw. Ganja rituell nutzen, um sich Gott bzw. Jah näher zu fühlen. Die Pflanze wird in dieser Gemeinschaft als Sakrament betrachtet. In der Philosophie der Rastafari heißt es, „das Kraut ist der Schlüssel zu einem neuen Verständnis des Selbst, des Universums und von Gott. Es ist das Vehikel zu kosmischem Bewusstsein.“

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Grow Report: Sudden Flower

Automatiksorten liegen ja im Trend, weil sie innerhalb eines relativ klar definierten Zeitraums geerntet werden können. Und der ist deutlich kürzer als bei herkömmlichen Pflanzen. Dabei spielt die Dauer des Lichts keine Rolle für die Einleitung der Blüte. Nach durchschnittlich zwei, drei oder vier Wochen Wachstum fangen die Teile einfach damit an, hören nicht mehr auf, und nach rund 70 bis 90 Tagen ist in der Regel alles vorbei. Diesen Umstand machen sich pfiffige Outdoorgrower zunutze. Sie nutzen einfach die längste (und meist wärmste) Zeit des Jahres, gönnen ihren Schätzchen auch während der Blütephase bis zu 16 Stunden Licht und ernten noch im Sommer. Rechtzeitig zur diesjährigen Freilandsaison erreicht uns ein Growbericht über eine Automatiksorte, die freilich ein wenig anders zu ticken scheint …

Hey, zusammen! Ich habe mich im vergangenen Jahr mal an eine Auto-Sorte gewagt, von der ich anfangs nicht so recht wusste, was ich davon halten soll. „Sudden Flower“ von „Earth Seeds“ hatte mein Interesse geweckt. So richtig viele Infos habe ich damals nicht über die Sorte gefunden, und auch über die Seedbank war darüber kaum etwas herauszufinden. Was mich angesprochen hat, waren diese Punkte:

  1. Die Sorte solle auch für Anfänger gut geeignet sein. Gut, weil meine Erfahrungen in diesem Bereich zwar vorhanden, aber überschaubar sind.
  2. Sie erbringt hoffentlich einen höheren Ertrag als die üblichen Erntemengen im Automatikbereich, mit denen man häufig gequält wird.
  3. Der Samenkauf würde mich nicht arm machen, und die Sorte solle (aufgrund der Anfänger-Kompatibilität) nicht die exklusivsten Ansprüche an Dünger und Boden stellen.

Alles in allem wollte ich eine indicadominante Sorte, die einen nicht komplett in den Sessel drückt, aber trotzdem einen gewissen „Eindruck“ im Körper hinterlässt. Zu viel verlangt? Auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau? Cool fand ich schon mal, dass man laut Händlerangabe bei entsprechender Topfgröße mit einer Höhe von 1,20 Meter bis 1,80 Meter rechnen könne. Meine bisherigen „Autos“ haben eigentlich niemals die 1-Meter-Marke geknackt, trotz großer Töpfe und sonnigem Standort. Deswegen habe ich für diesen Grow auf eine etwas größere Erntemenge gehofft. Mit ein wenig mehr als drei Euro pro regulärem, nicht-feminisierten Seed fand ich den Preis fair. Auch deswegen am Ende meine Entscheidung für diese Sorte.

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THC E-Liquid: Ein Experiment (Snippet)

Verbrennungsfreier Genuss liegt im Trend. Egal, ob beim Nikotin oder beim THC. Der Markt ist voller Gerätschaften, die dampfen und dünsten; und in Sachen E-Liquids gibt es kaum eine Geschmacksrichtung, die es nicht gibt. Allein die Cannabisfreunde müssen bislang ohne legale THC-haltige Liquids auskommen. Zwar existieren bereits seit Jahren sogenannte E-Joints, aber die arbeiten fast ausschließlich mit Cannabisaromen oder CBD-Liquids. Lediglich in den USA scheint es die hierzulande so sehnlichst erwünschten Produkte zu geben. Grund genug für hanfaffine Tüftler, sich selbst an die Lösung ihres Problems zu machen. Hier kommt der Bericht eines THC-E-Liquid-Pioniers:

Vor einiger Zeit habe ich das „aktive Rauchen“ (mit Feuerzeug und Tabak und so weiter) aufgegeben und mir meine erste E-Zigarette gekauft. Bald darauf folgte ein recht großer Vaporizer. Ich fand das eine ganze Zeit recht ok, aber dann hat mich zunehmend genervt, dass ich nicht mehr kiffen konnte, wenn ich unterwegs war. Zum einen, weil mein Vaporizer primär für den Hausgebrauch bestimmt ist (ich habe ihn immer noch), zum anderen, weil ich ohnehin nicht mit zwei Rauchgeräten durch die Gegend laufen würde. Daher habe ich darüber nachgedacht, ob es vielleicht möglich sei, ein eigenes E-Liquid herzustellen, welches sowohl THC als auch Nikotin enthält, also dieselben Zutaten, die in einem klassischen Joint präsent sind. Das schien mir ein durchaus interessanter Gedanke zu sein, und aus meiner Sicht sprach auch nichts dagegen.



Zunächst habe ich mich daran gemacht, das Internet nach entsprechenden Angeboten abzuklappern. Schließlich kann man sich ja durchaus von kommerziellen Angeboten inspirieren lassen. Erfreut nahm ich zur Kenntnis, dass es zahlreiche Suchmaschinen-Ergebnisse zum Thema gab. Die Freude wich allerdings relativ schnell einer gewissen Ernüchterung, denn die entsprechenden professionellen Angebote enthielten allesamt kein THC. Aber genau das war es ja, was ich wollte. Was soll ich mit einem E-Joint, der nur wie Gras schmeckt, wenn ich eigentlich stoned sein möchte? Also habe ich schnell einen Haken unter meine Suche gemacht und begonnen, mich stattdessen in den einschlägigen Foren umzusehen. Rückblickend betrachtet war dies sicherlich eine sehr gute Idee, wenngleich sie sich zunächst zu einer Art Januskopf zu entwickeln drohte. An Vorschlägen und auch an Beispielen herrscht im Netz kein Mangel. Das Problem hierbei ist nur, dass jeder meint, er müsse seinen Senf zu allem dazu geben, egal, ob Sachwissen vorhanden ist, oder nicht. Das Resultat sind endlose Recherchen, vom Hundertsten ins Tausendste gehende Argumentationsketten ohne Punkt und Ziel sowie sich ständig widersprechende „Fakten“. Immerhin: Nach Stunden des Sichtens, Abgleichens und Selektierens von Informationen ist es mir gelungen, ein paar Infos zu isolieren, die sich mehrfach wiederholten. Zwar bestand auch hier keine hundertprozentige Übereinstimmung, aber an einem Punkt habe ich mir gesagt: „Jetzt probierst du es einfach mal selbst mit einer kleinen Menge. Und dann siehst du, ob deine Idee funktioniert. Schlimmstenfalls verlierst du Ausgangsmaterial für ein paar Mal rauchen.“

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Dabbing: Cannabis-Konzentrate Teil 2 (Snippet)

Pharmakologie und Gebrauch

Im ersten Artikel dieser kleinen Serie zum Thema „Dabbing“ und Cannabis-Konzentrate (erschienen in der vorletzten grow!-Ausgabe), haben wir erwähnt, dass sich in den vergangenen zehn Jahren eine Revolution in Sachen Verarbeitung und Konsum von Cannabis ereignet hat.

Es gibt mittlerweile eine Reihe von psychoaktiven bzw. medizinischen Cannabisprodukten, zu denen folgende gezählt werden können:

  • die ganzen Blüten (Marijuana, Gras, Buds)
  • Haschisch, Kief, Dry Sift, Bubblehash, Wasser-Hasch (die Harzkristalle wurden für diese Produkte ohne die Hilfe von Lösungsmitteln und/oder chemischen Methoden gesammelt)
  • „Medibles und „Edibles“ (Nahrungsmittel, Speiseöle, Fette und Getränke, die mit Cannabisbestandteilen versetzt wurden)
  • Cannabis-Tinkturen und -Extrakte
  • konzentrierte Cannabisprodukte, die als „Shatter“, „Rosin“, „Wax“, „Dabs“, „klare Dabs‟, Öle, E-Zigaretten-Öl usw. bezeichnet werden

All diese Cannabisprodukte enthalten einige der Komponenten, die nur in Cannabis zu finden sind und als „Cannabinoide“ bezeichnet werden. Jedes Cannabinoid besitzt seine eigenen physiologischen Effekte. Einige von ihnen sind für das Cannabis-typische „High“ verantwortlich. Andere schwächen das Cannabis-High ab. Einige haben eine medizinische Wirkung, aber keinen psychoaktiven Effekt.

Cannabisblüten enthalten Hunderte von Stoffen. Cannabiskonzentrate hingegen enthalten oft nur wenige Stoffe, und manchmal enthalten sie nur ein Cannabinoid: Tetrahydrocannabinol (THC).

THC ist das Cannabinoid, dass mehr als alle anderen mit der berauschenden, euphorisierenden und halluzinogenen Wirkung von Cannabis in Verbindung gebracht wird.

Lasst uns einen genauen Blick darauf werfen, wie THC und andere Cannabinoide zu diesen kurzfristigen und intensiven Veränderungen in Körper und Geist führen.

Der menschliche Körper ist mit Rezeptorensystemen ausgestattet, die aktiviert werden, wenn bestimmte Stoffe in Kontakt mit ihnen kommen. Es gibt zwei wichtige Rezeptoren, die durch Cannabinoide beeinflusst werden: CB1 und CB2.

Die CB1-Rezeptoren sind an den psychoaktiven Effekten von Cannabis beteiligt. Sie befinden sich hauptsächlich in Gehirn, Lunge, Leber und Nieren, mit der höchsten Konzentration in Kleinhirn, Hippocampus, Mandelkern und den Basalganglien.

Das Kleinhirn ist evolutionär gesehen eine ältere Gehirnstruktur, die vorrangig bei der Koordination, Feinabstimmung und dem Erlernen von Bewegungsabläufen involviert ist. Auch bei zahlreichen kognitiven Prozessen soll es eine Rolle spielen.

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Interview mit Tommy Chong (Snippet)

Hanfszene

Den älteren unter euch brauche ich von „Cheech und Chong“ bestimmt nichts zu erzählen. Ihren ersten Film „Viel Rauch um nichts“ (original: Up in Smoke) von 1978 dürften die meisten gesehen haben. Und denjenigen, die nicht direkt an das Kiffer-Kult-Comedy-Duo denken, sei gesagt, dass Cheech und Chong in den Siebziger- und Achtziger-Jahren Kifferfilme gedreht haben, wie man sie bis dahin noch nicht gesehen hatte, und das zu einer Zeit, als der amerikanische Drogenkrieg gerade an Fahrt aufnahm. Seitdem gehören sie zu den bekanntesten Kiffern überhaupt und haben Fans auf der ganzen Welt.

Tommy Chong von Cheech & Chong im Interview

Während der ICBC in Berlin trafen wir einen der beiden, Tommy Chong, denn er hatte seinen Messestand dem unseren gegenüber. Klar, dass er um ein Interview nicht herumkam …

grow! Hallo, Tommy, wie ich sehe, teilst du dir deinen Stand mit Luc von Paradise Seeds.

Tommy: Ja, Luc und ich arbeiten seit einigen Monaten zusammen und haben neue Hanfsorten auf den Markt gebracht.

grow! Du bist also nach wie vor im Hanfbusiness aktiv?

Tommy: Absolut! Cannabis begleitet mich schon mein ganzes Leben.

grow! Aber du bist nicht mit Joint auf die Welt gekommen …

Tommy: Nein, natürlich nicht. Bis zu meinen 17. Lebensjahr wusste ich über Cannabis nur das, was ich in Filmen wie „Reefer Madness“ gesehen hatte.

grow! Oh Gott, einen schlechteren „Lehrfilm“ zum Thema Cannabis kann man sich wohl kaum vorstellen …

Tommy: Ja, das stimmt. Entsprechend vorsichtig war ich, als mir zum ersten Mal jemand einen Joint in die Hand drückte…

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CBD-Hype in der Schweiz (Snippet)

Was sich derzeit in der Schweiz abspielt, ist für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar: Die extrem gestiegene Nachfrage nach CBD-Produkten, insbesondere CBD-haltigen Hanfblüten, hat sich zu einem wahren Boom entwickelt. Die Nachfrage ist größer als die Produktion.
Dabei ist CBD ein Cannabinoid, dass nicht psychoaktiv ist und keinen „Rausch“ verursacht. Zudem gibt es „CBD-Hanf“ bereits lange in Form von Nutzhanf. Was ist los in der Schweiz, dass hier plötzlich so ein Interesse an CBD-haltigen Cannabisprodukten entstanden ist?

Zum ersten Mal ist uns das CBD-haltige Cannabis 2016 auf der CannaTrade Hanfmesse in Dietikon bei Zürich aufgefallen. Hier konnte man am Stand der Firma Bio Can AG CBD-haltige Hanfblüten nicht nur anschauen, sondern auch kaufen. Und das völlig legal, wie uns auf Nachfrage versichert wurde.



Da CBD keine berauschende Wirkung hat, ist es auch nicht verboten. Weder in der Schweiz, noch in Deutschland oder Österreich. Auch hier kann man CBD-haltige Produkte wie CBD-Öl legal kaufen, nur der Verkauf von CBD-haltigen Cannabisblüten ist problematisch.
Das liegt daran, dass Cannabisblüten von Natur aus einen gewissen Anteil an THC enthalten. Und wie wir wissen, ist THC psychoaktiv und wurde vom Gesetzgeber als Droge eingestuft und verboten.

Es wurden Grenzwerte festgesetzt, die zertifizierter Nutzhanf nicht überschreiten darf, um legal angebaut werden zu können. In Deutschland liegt dieser Grenzwert bei 0,2 % THC, in Österreich bei 0,3 % und in der Schweiz muss der THC-Gehalt unter 1 % liegen.
Hanfblüten dürfen in der Schweiz also mehr als viermal so viel THC enthalten wie in Deutschland. Das macht es den Produzenten deutlich einfacher, CBD-Hanf anzubauen, dessen THC-Gehalt im legalen Rahmen bleibt…

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Marteria im Interview: Kiffen muss stylisch bleiben (Snippet)

Wie hätten wir nein sagen können? Marteria, a.k.a. Marsimoto, a.k.a. Marten Laciny, lud Anfang Mai Pressevertreter ein, um sein neues Album ‚Roswell‘ vorzustellen. Wir sprachen mit dem redseligen Rostocker Rapper über seine Musik, das Flair von Südafrika und die Kunst, Kiffen und Superstar-Karriere unter einen Hut zu bringen.

grow! Marten! Dein neues Album nennt sich einfach ‚Roswell‘. Dass du an Aliens glaubst, war uns klar – aber bist du auch ein Verschwörungstheoretiker?

Marten: Nee. Der Sinn dahinter ist für mich ein ganz anderer, wie auch bei dem ‚Aliens‘-Song. Für mich sind Aliens keine Außerirdischen, sondern Außenseiter. Das zieht sich durch mein Leben durch: So Typen, die’s verdient haben, dass man sie beschützt, oder dass man auf sie aufpasst. Ich glaube, das kommt auch aus meiner Hip-Hop-Zeit in Rostock … das war ne kleine Szene von drei-, vierhundert Leuten. Damals gab’s viele Probleme – und man war immer der Außenseiter. Gehst du da falsch lang, kriegst du von den Nazis auf die Fresse. Wenn dann einer aus einem anderen Land zu uns an die Schule kam, haben wir den genommen und gesagt „Du gehörst jetzt zu uns, wir passen auf dich auf“. Dass man Schwächere, die es einfach scheiße haben oder aus einer beschissenen Situation kommen, beschützt – das war immer meine Definition von Hip Hop. Denk an einen der größten Welthits: „I’m an Alien … I’m an Alien in New York“. Da geht es ja nicht darum, dass man sich wie ein Alien fühlt, sondern, dass man ein Alien ist. Und, wenn man es so filmisch betrachtet, die ersten Zeilen der Platte … du hast sie schon gehört, oder?



grow! Oh ja!

Marten: … die ersten Zeilen sind ja „Aus Area 51 wird Marteria 51 / Aus Roswell wird Rostock“. Ich hatte das immer filmisch gesehen, stell dir vor: Das Ortseingangs-Schild ‚Rostock‘, krasser Regen, nachts, das Wasser fließt da so runter … ‚Ros‘ bleibt stehen und ‚tock‘ geht weg, und dann steht da ‚Roswell‘. Das war das erste Bild, das ich zu dieser Platte hatte. Eigentlich geht’s nur darum. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Aber ich finde schon, dass Leute, die nicht an Außerirdische glauben, in die Klapse müssen. Das geht ja nicht! Es wird ja irgendwo Leben geben, das All ist unendlich.

grow! Woran glaubst du noch?

Marten: Was die Menschen nicht sehen, begreifen sie nicht. Genau so wie Spiritualität – aber es gibt diese krassen Medizinmänner, die wirklich ganz verrücktes Zeug drauf haben. Ich hab das in kleiner Form beim Reisen immer mitbekommen. Ein Medizinmann hat mal zu mir gesagt: „Immer, wenn du in einem anderen Land bist, musst du als allererstes zum Markt gehen und eine Zwiebel essen.“ Mach ich seitdem immer. Der Sinn: Die Zwiebel kommt aus der Erde, und jedes Land hat eine andere Erde. Dadurch baust du einen inneren Schutz auf, wenn du die Zwiebel isst….

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Marteria in Südafrika
Photo by Paul Ripke

Wenn Chong auf Paradise trifft…

Seeds&genetics

Eine Cannabis-Legende arbeitet mit einer niederländischen Hanfsamenbank zusammen

Jeder, der Cannabis raucht, sollte Tommy Chong kennen. Er ist eine Hälfte des Kult-Comedy-Duos Cheech und Chong, das Anfang der siebziger Jahre „Weed“ und das Thema Cannabis mit Filmen wie „Up in Smoke“ (Viel Rauch um nichts) in die Öffentlichkeit brachte. Der Mann, der den berühmten Spruch prägte: „Wenn mehr Leute stoned wären, gäbe es weniger Gewalt in der Welt“, Tommy Chong, ist seit den Siebzigern ein Kämpfer für Cannabis und arbeitet für die Akzeptanz der Hanfpflanze für medizinische Zwecke und für den Freizeitkonsum.

Mit dem Boom der Legalisierungsbewegung in den USA gehört Tommy Chong nun auch zu den Mitgliedern des „Cannabis-Adels“, die eine eigene Produkt-Linie vorweisen können. So bringt er seine Lebenserfahrung als Cannabiskonsument in „Chong‛s Choice“ ein, der Firma, die er zusammen mit seinem Sohn Paris führt. Zu ihren Produkten zählen unter anderem einige Marijuana-Sorten, die den berühmten Namen tragen dürfen.

Jeder, der Cannabis liebt, sollte Paradise Seeds kennen. Die Hanfsamenbank mit Sitz in Amsterdam gehört seit über 20 Jahren zu den wichtigen und innovativen Pionieren im Hanfsamenbusiness.

Chong und Paradise haben sich für eine Zusammenarbeit entschieden. Sie wollen das Know How, die Energie und den Geschmack der Genetiken zweier Kontinente, sprich die kalifornische und die niederländische Genetik, miteinander kombinieren. Drei neue explosive Samensorten haben sie daraus entwickelt: L.A. Amnesia (Sativa), Blue Kush Berry (Indica) und Mendocino Skunk (Hybrid).

  • L.A. Amnesia (Sativa): Tommy war auf der Suche nach etwas Besonderem für Chong‛s Choice exklusive Sativa-Linie, und diese Sorte ist genau das! Der Strain kombiniert Genetik der weltberühmten und fruchtigen holländischen Sorte Amnesia Haze mit einer kalifornischen Kush. Das Ergebnis dieser Kreuzung ist L.A. Amnesia, eine Sorte voller Power und mit einem THC-Gehalt von 20 bis 24 Prozent.

    LA Amnesia Paradise Seeds Tommy Chong Choice grow! Magazin
    L.A. Amnesia
  • Mendocino Skunk (Hybrid): Diese neue Sorte wurde inspiriert durch das Zusammentreffen von zwei großen Cannabis-Traditionen. Einmal in Form des kalifornischen Emerald Triangle, dem Cannabisanbaugebiet in Nordkalifornien, das als das älteste und größte der USA gilt, sowie der holländischen Coffeeshop-Szene. Aus dieser transatlantischen Kombination ist eine fruchtige Skunk-Sorte in der Tradition des Paradise-Seeds-Topsellers „Wappa“ entstanden. Das Ergebnis, die Mendocino Skunk, hat einen großartigen Geschmack und eine angenehme Wirkung gepaart mit einer guten Performance, sowohl in Indoor- als auch in Outdoor-Gärten.

    Mendocino Skunk Paradise Seeds grow! Magazin Tommy Chong
    Mendocino Skunk
  • Blue Kush Berry (Indica): Tommy wollte eine Indica mit einem starken Effekt, die ihn regelrecht umhaut. Doch sie sollte auch gut schmecken und angenehm zu rauchen sein. Die Züchter von Paradise Seeds haben sich diesem Wunsch angenommen und ihre eigenen Vorstellungen in die Kreuzung dieser neuen Sorte eingebracht, die die Kraft der gewaltigen Kush mit einem köstlich süßlichen Aroma verbindet. Diese Sorte bietet, was Tommy Chong sich gewünscht hat: Einen fruchtig süßen Geschmack, gepaart mit einem langanhaltenden Indica-Effekt, der an den Sessel fesselt. Genau das richtige für Indica-Freunde.

    Blue Berry Kush Paradise Seeds Tommy Chong Choice grow! Magazin
    Blue Berry Kush
Wie kam es zur Zusammenarbeit von Paradise Seeds und Chong‛s Choice?

„Wir erhielten eine Anfrage von Chong‛s Choice, ob wir nicht Joints für sein Angebot an ‚Vorgerollten‛ machen könnten“, erklärt Luc Krol von Paradise Seeds. „Das ging nicht, aber wir kamen dennoch ins Gespräch. Am Ende wurde vorgeschlagen, dass wir auf dem Gebiet der Genetik und Samen zusammenarbeiten und neue Sorten entwickeln sollten. Wie hätten wir das ablehnen können, mit solch einer Cannabis-Legende zusammenzuarbeiten? Wir waren schon immer große Fans von „Cheech und Chong“ gewesen. Und in den siebziger und achtziger Jahren gab es nicht viele Cannabis-Helden, die bereit waren, in der Öffentlichkeit die Cannabis-Flagge hochzuhalten. Tommy Chong war und ist ein wahrer Kämpfer für die Hanf-Pflanze und die Cannabis-Kultur.‟

„Wir von Paradise Seeds sind absolut begeistert von diesen neuen Sorten. Das Chong‛s-Choice-Legends-Sortiment enthält einige hochqualitative Strains, die das Beste aus kalifornischen und holländischen Zuchtprogrammen mitbringen. Wir haben im vergangenen Jahr intensiv an der Entwicklung dieser neuen Sorten gearbeitet und sind nun soweit, sie an die Grower-Gemeinde weiterzugeben!“

Tommy Chong verdiente sich viel Anerkennung als „gesetzloser“ Comedian in den siebziger und achtziger Jahren, mit einer Reihe von Cheech-und-Chong-Alben (für die Internet-Generation: das sind Vinyl-Schallplatten) und Filme, in denen sie viel Spaß mit Cannabis hatten. Nach einigen Jahren Trennung, haben er und Cheech im Jahr 2008 wieder damit begonnen, zusammen auf Tour zu gehen. Im Jahr 2003 wurde Chong unfreiwillig zu einer Art Märtyrer der Cannabisbewegung, weil er für neun Monate ins Gefängnis musste, und zwar aufgrund seiner Rolle in einer Firma, die mit Glasbongs und Pfeifen handelte. Seitdem sagt er: „Die Gefangenschaft war wahrscheinlich das Aufregendste, was mir jemals passiert ist.“ In den letzten Jahren nutzte Tommy das Cannabis in Verbindung mit Chemotherapien, um sich von Krebs zu heilen.

Die Firma Chong‛s Choice wurde erst letztes Jahr gegründet, und ihre Webseite bewirbt sie als Quelle für die „qualitativ hochwertigsten Cannabisprodukte auf dem Markt“ (in den US-Staaten, wo Cannabis legal ist) – und das schließt alles ein, vom vorgedrehten Joint über Cannabis-Öl, bis hin zu Atemsprays mit THC, das gut gegen Mundgeruch helfen soll.

Die neue Chong‛s-Choice-Samenlinie gibt es exklusiv bei Paradise Seeds und ihren Vertriebspartnern. Weitere Informationen lassen sich auf der Homepage von Paradise Seeds finden.


Dieser Artikel stammt aus der grow! Ausgabe 2-2017. Wir veröffentlichen hier aus jeder neuen Ausgabe unseres Print-Magazins vier vollständige Artikel – erst als Snippets, acht Wochen später als vollständige Texte, gratis für alle. Falls du diese Ausgabe nachbestellen möchtest, schau doch mal in unseren Shop. Alternativ findest du die Ausgabe auch als ePaper zum bequemen Herunterladen auf deinen Geräten. Wenn dir unsere Artikel und Berichterstattung gefallen und du uns supporten möchtest, denk doch mal über ein Abo nach: Unser Heft erscheint sechs mal im Jahr, du kriegst es früher als der Kiosk, zum Super-Preis – und wir versenden sehr diskret! 😉

Immer mehr Hasch-Plantagen: blühende Phantasien deutscher Drogenfahnder

Am 27. Januar 2017 fanden Polizeibeamte in Dresden eine „professionelle Cannabis-Aufzuchtanlage“ in einem Kleiderschrank. Am selben Tag eine Profi-Plantage in Berlin mit 59 Pflanzen, die in einer WG standen. Egal, wie klein die gefundene Box, wie gering die Anzahl der Pflanzen oder des beschlagnahmten Grases sind, glaubt man den Pressemeldungen der Polizei, ist ungefähr jeder zweite ertappte Grower ein Profi oder hat wenigstens eine professionelle Cannabis-Aufzuchtanlage betrieben.

„Bild“-Rhetorik auf den Pressestellen

Vor zwei Jahren verursachte die Polizei-Oberhausen auf diese Art einen Facebook-Shitstorm. Die Beamten hatten eine Homebox mit zehn Graspflanzen gefunden und die Festnahme von drei Kriminellen bekanntgegeben, die auf einer „Haschisch-Plantage“ „Rauschgift“ angebaut hatten. Das Wort „Haschisch-Plantage“ steht doch eigentlich für große Felder und eine professionelle Produktion, Weiterverarbeitung und Verkauf. Es hat nichts mit denen zu tun, die ein paar Graspflanzen für den eigenen Bedarf anbauen. Außerdem könnten sich die Pressesprecher von Deutschlands Polizeidienststellen mal hinter die Ohren schreiben, dass Hasch gar nicht auf Plantagen wächst.

Konfrontiert mit dieser Tatsache hatte der Pressesprecher der Polizei in Oberhausen, Axel Deitermann, damals auf telefonische Anfrage hin eingeräumt, man habe keine Haschisch-Plantage gefunden. Die Pressemitteilung sei aus „plakativen Gründen“ so formuliert worden, schließlich „enthielten die Pflanzen das Haschisch, also das THC“. Wie gut, dass man bei der Polizei in Oberhausen so gut Bescheid weiß. Gäbe es wirklich Haschplantagen wäre das begehrte Harz bestimmt um Einiges günstiger. Haschisch, das am Stück wächst, könnte den Growern zudem viel Arbeit sparen, wird es aber wohl so bald nicht geben. Denn egal ob großer oder kleiner Grower, Hasch ist ein Nebenprodukt, von dem selbst bei großen Ernten nur ein paar Gramm für den Eigenbedarf abfallen. Vorausgesetzt ein Hanfbauer macht sich überhaupt die Mühe, stundenlang zu waschen und zu sieben, weil das wirtschaftlich gar nicht zu rechtfertigen ist. Eigentlich müsste man von „Graskeks-Plantage“ reden, denn das Verbacken oder Verkochen der Erntereste ist viel verbreiteter und beliebter, als Hasch aus ihnen zu machen. Aber eine solche Meldung generiert halt weniger Klicks als die „Hasch-Plantage“. Beim Indooranbau, ganz besonders beim professionellen, geht es eigentlich immer um Gras, Hasch aus heimischer Produktion ist in Deutschland eine Rarität und selbst in niederländischen Coffeeshops nur noch selten zu haben.

Außerdem ist ein Betreiber einer „Profi-Plantage“ schneller in U-Haft. Nicht nur, weil man davon ausgehen muss, dass es sich bei den gefundenen Pflanzen um eine nicht geringe Menge Cannabis handeln muss, sondern auch, weil schon das Wort Plantage Profitdenken impliziert. Nicht gering klingt nach viel, aber eine nicht geringe Menge sind in Deutschland 7,5 Gramm reines THC, weil das der Bundesgerichtshof vor 20 Jahren so entschieden hat. So viel kann bereits in einer Balkon-Pflanze enthalten sein, denn 7,5 Gramm THC entsprechen, je nach Wirkstoffgehalt, ungefähr 30 bis 70 Gramm Gras. Demnach könnte schon eine einzige Lady, wenn sie genug Sonne, einen großen Topf und ein wenig Pflege abbekommt, eine professionelle Plantage sein. Wird ein Gärtner also mit zwei oder drei Pflanzen ertappt, können die Ermittler theoretisch immer davon ausgehen, dass es sich um eine nicht geringe Menge handelt und ihm kommerzielle Absichten unterstellen, was im Süden der Republik auch immer wieder passiert.

Homeboxen und alles andere, was im Normalfall in den eigenen vier Wänden steht, besitzen aber gar nicht die Größe, für wirkliche Profi-Grower eine Option zu sein. Profis mieten Einfamilienhäuser oder leerstehende Industriekomplexe unter falschem Namen. Selbstversorger-Module im Zeltformat sind mit einer Größe zwischen 0,5 und zwei Quadratmetern für Single-Haushalte oder WGs nur dazu gemacht, ein paar Gramm für den eigenen Bedarf zu ergärtnern, weil man es satt hat, sich im nächsten Stadtpark bescheißen zu lassen. Weil die Drogenfahnder aber selten wirklich Lagerhallen, dafür aber immer mehr kleine Growzelte finden, scheinen die zuständigen Pressestellen uns alle für dumm verkaufen zu wollen wider besseren Wissens zu übertreiben.

UV-Haschisch und anderer Nonsens

Bei den Räuberpistolen aus Beamtenfeder handelt es sich auch nicht um Einzelfälle, hinter den boulevardesken Meldungen scheint System zu stecken. Denn ein Blick in die Statistik verrät, dass 95 Prozent aller ertappten Hanfgärtner Kleinstgrower sind. Die Plantage ist die Ausnahme der Regel, ganz besonders, wenn es um den Anbau in den eigenen vier Wänden geht. Mit 93.000 beschlagnahmten Indoor-Pflanzen in Deutschland im Jahr 2015 liegen die hiesigen, illegalen Hanfgärtner weltweit nur noch hinter den US-Growern und somit vor klassischen Indoor-Gras-Nationen wie Kanada und den Niederlanden oder Spanien. Aber: Nur knapp fünf Prozent der beschlagnahmten Pflanzen stammt von professionellen oder halb-professionellen Operationen, bei weit über 94 Prozent der Beschlagnahmungen wurden unter hundert Pflanzen gefunden. In Städten wie Berlin, Bremen oder Hamburg wird den kleinen Fischen gar keine mediale Beachtung mehr geschenkt und die Polizei erfasst die Tat nur noch als Cannabisbesitz, nicht mehr als Anbau. Wer dort unter 20 Pflanzen anbaut, wird sogar für die Statistik uninteressant oder gar störend. Man hätte in der letzten „Rauschgiftlage“ der Bundesregierung gar nicht mal genug Platz gehabt, die Säule der Kleinstgrower abzudrucken, ohne den Maßstab bis ins Unleserliche zu verkleinern.

Trotzdem müssen sich selbst die statistisch vernachlässigten Mini-Grower vor Gericht verantworten und werden meist härter als für den reinen Besitz einer Geringen Menge Gras oder Hasch bestraft.
Der Unterton bei den von lokalen Medien oft im Wortlaut übernommenen Polizeimeldungen klingt fast immer gleich: Da wird von Wärmelampen gefaselt, mit denen man seine Pflanzen töten würde, weil das Gras darunter verbrenne. Ohne die erwähnten Asservate wie Lüfter, Dünger und Aktivkohlefilter, die von den Ermittlern als „Professionelles Equipment“ bezeichnet werden, könnte selbst der kleinste und unprofessionellste Hobby-Gärtner gar nicht indoors anbauen. Die meisten Heim(lich)gärtner wurden wegen der Geruchsbelästigung enttarnt, was eher auf eine dilettantische als auf eine professionelle Herangehensweise schließen lässt. Denn Profis scheuen den Kauf teurer Aktivkohlefilter und zusätzlicher Geruchsneutralisatoren nicht, im Gegenteil. Profis haben genug Geld und Gründe, hier perfekt vorzubeugen. Hobby-Gärtner sind da oft ein wenig schlampiger, sei es aus Geldmangel, Faulheit oder Naivität. Sie kaufen, weil ein guter Filter für ihr unkommerzielles Vorhaben zu teuer ist, stattdessen oft einen billigen. Diese Entscheidung bereut man nicht bereits, wenn es anfängt zu riechen, sondern erst, wenn es an der Tür klopft.

Die 200-Euro Plantage

Was der Polizei eine „Profi-Anlage“ ist, gibt es schon ab 200 Euro bei Ebay zu kaufen. Growzelte als Profi-Equipment zu bezeichnen, ist wie einer Mutter zu unterstellen, sie betriebe eine Bäckerei, wenn sie einmal die Woche einen Kuchen für die Familie backt.

Im europäischen Vergleich ist die anhaltende Kriminalisierung von kleinen Growern in Deutschland schon fast peinlich. Spanien hat mit seinen Cannabis Social Clubs schon eine legale Option für Selbstversorger, Tschechien und die Niederlande dulden den Anbau von bis zu fünf Pflanzen, in Belgien ist es eine und auch in der Schweiz und in Portugal käme niemand auf die Idee, die Gärtner derart drakonisch abzustrafen, wie es in Deutschland oft noch der Fall ist. Hier kann ein kleiner Indoor-Grow unter schlechten Umständen direkt in den Knast führen, sofern man in Bayern oder Baden-Württemberg wohnt, eine Bewährungsstrafe ist auf jeden Fall sicher. Direkt vor der Ernte droht noch größeres Ungemach, denn zu diesem Zeitpunkt verfügen selbst ein paar Pflanzen über eine Menge THC, bei der der Gesetzgeber keinen Spaß versteht. Ein Besuch bei den selben Pflanzen sechs Wochen zuvor zöge, auch wenn die Tat dieselbe ist, ein geringeres Strafmaß nach sich, da die Hanfdamen zu diesem Zeitpunkt kaum THC enthalten. Auch ein Messer, das zur Pflanzenpflege dient, wird im schlechtesten Falle in der Anklageschrift zur Waffe. Dann geht es um „bewaffneten Drogenhandel“. Ein paar hundert Euro Bargeld werden bei Mini-Growern gerne als „Drogengeld“ beschlagnahmt und bleiben bis zum Beweis des Gegenteils Staatseigentum.

Gebt uns fünf

All das beweist, dass bei der Behandlung von kleinen Selbstversorgern ein rechtliches Ungleichgewicht herrscht. Vor allen Dingen, wenn man sie mit der juristischen Stellung von Konsumierenden vergleicht, die mit einer geringen Menge Cannabis ertappt werden. Je nach Konstellation der jeweiligen Landesregierung spielt man auf Kosten von Kiffern und Growern Bullshit-Bingo, indem man die geringe Menge abwechselnd senkt und erhöht. In Schleswig-Holstein waren es mal 30 Gramm, jetzt sind es nur noch sechs. Auch Nordrhein-Westfalen, Bremen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Hamburg heben oder senken immer dann an, wenn die Regierung wechselt. Doch bislang wagt sich kein Bundesland daran, ein paar Pflanzen zu entkriminalisieren. Bremen hatte eine dahingehende Verordnung im April 2016 angekündigt, sie aber bislang noch nicht umgesetzt.

Trotz der geringen Menge steigt die Zahl der Strafverfahren gegen Konsumierende jährlich weiter an, das juristisch seltsame Konstrukt funktioniert als Entkriminalisierungs-Werkzeug definitiv nicht. Ohne eine einheitliche Regelung, die auch den Anbau von ein paar Pflanzen für den eigenen Bedarf nicht mehr unter Strafe stellt, stehen Selbstversorger vor dem Gesetz weiterhin wie Dealer da. Das muss nicht sein. Es ist legal, 99 Tabakpflanzen für den eigenen Bedarf anzubauen. Wieso hält man es mit dem weniger gesundheitsschädlichen Hanf nicht einfach ähnlich? Dürfte man hier fünf oder sechs Pflänzchen anbauen, wären auch die imaginären Hasch-Plantagen bald ein echtes Ammenmärchen.


Dieser Artikel stammt aus der grow! Ausgabe 2-2017. Wir veröffentlichen hier aus jeder neuen Ausgabe unseres Print-Magazins vier vollständige Artikel – erst als Snippets, acht Wochen später als vollständige Texte, gratis für alle. Falls du diese Ausgabe nachbestellen möchtest, schau doch mal in unseren Shop. Alternativ findest du die Ausgabe auch als ePaper zum bequemen Herunterladen auf deinen Geräten. Wenn dir unsere Artikel und Berichterstattung gefallen und du uns supporten möchtest, denk doch mal über ein Abo nach: Unser Heft erscheint sechs mal im Jahr, du kriegst es früher als der Kiosk, zum Super-Preis – und wir versenden sehr diskret! 😉

Reisebricht: Andalusien, Spanien (Snippet)

Wo die Senioren chillen

Dunkel war es geworden. Dunkel, einsam und leer. Genial ist es gewesen. Göttlich. Magisch. Dann grausam und zerstörerisch. Im Größenwahn abgestürzt in die Hölle des Kokains. Hoch geflogen und noch viel tiefer gefallen und schließlich aufgewacht unterm Sauerstoffzelt der Intensivstation eines Kreiskrankenhauses im Nordschwarzwald.

Soviel in kurzen Worten auf die Frage, wo und warum und was überhaupt mit dem Haag los ist. Details eventuell zu einem späteren Zeitpunkt. Das Wichtigste jedenfalls: Ich lebe … und noch viel wichtiger: Ich habe mich wieder voll und ganz auf das besonnen, weswegen wir uns schließlich seit langer, langer Zeit kennen und was einen selbst aus den tiefsten Abgründen des Cracks wieder ans Licht des Lebens führen kann.

Ich sprang dem Tod jedenfalls gerade nochmal so von der Schippe und wusste, dass ich den Verlockungen Südamerikas erstmals dringend entsagen sollte. Das tut schon weh, wenn man seit über 30 Jahren regelmäßig dort war und sich eigentlich auf das Altwerden in der Sierra Nevada vorbereitet hat. Allerdings muss man erst mal so alt werden…

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