Schweden: Erste Patienten bekommen medizinisches Cannabis

International finden Reformen in Bezug auf medizinisches Cannabis statt – nicht nur in Deutschland. Nun dürfen erstmals auch zwei schwedische Patienten Cannabis zur Behandlung ihrer chronischen Schmerzen verwenden.

Obwohl Schweden dafür bekannt ist, im Irrglauben an die Erreichung einer „drogenfreien Gesellschaft“ die Prohibition besonders strikt umzusetzen, hat die für Arzneimittel zuständige Behörde Läkemedelsverket erstmals zwei Ausnahmegenehmigungen erteilt. Dr. Fredrik von Kieseritzky, der die behandelnden Ärzte der beiden Patienten berät, ist zufrieden: „Ich freue mich, dass die Arzneimittelbehörde den pragmatischen Schritt gemacht hat, es Patienten mit chronischen Schmerzen verfügbar zu machen, welche durch keine zugelassenen Medikamente gelindert werden können.“



Das benötigte Cannabis für die beiden Patienten soll aus den Niederlanden importiert werden. Was die Konsumform betrifft, merkte von Kieseritzky an, dass es auch zum Backen verwendet werden kann. „Natürlich kann es geraucht werden, aber wir raten strengstens davon ab“, sagte der Doktor der organischen Chemie. Es sei ihm außerdem besonders wichtig, die Unterscheidung zwischen der medizinischen Verwendung und der Freizeitnutzung von Cannabis aufrecht zu erhalten.

Die schwedische Arzneimittelbehörde unterstrich zudem, dass die Entscheidung, den beiden Patienten eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen, nicht als grundsätzliche Freigabe von medizinischem Cannabis verstanden werden sollte. Dennoch ist es nicht zu abwegig, wenn nun gemutmaßt wird, dass in Zukunft auch weitere schwedische Patienten eine Genehmigung zur medizinischen Nutzung von Cannabis erhalten könnten – schließlich standen auch in anderen Ländern zunächst einzelne Ausnahmegenehmigungen am Anfang einer Entwicklung, welche letzten Endes zu weitreichenderen Reformen führte.

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