BfArM schreibt Aufträge für legalen Cannabis-Anbau aus – mit unfassbaren Auflagen

Seit am 10. März das neue Gesetz in Kraft getreten ist, dank welchem Ärzte ihren Patienten nun Cannabis auf Rezept verschreiben können, warteten zahlreiche Interessierte mit Spannung auf die angekündigte Ausschreibung der Anbau-Aufträge. Inzwischen ist es soweit: Die Bundesopiumstelle des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, unter dessen Dach auch die neue deutsche Cannabisagentur angesiedelt ist, hat eine Auftragsbekanntmachung für „Anbau, Weiterverarbeitung, Lagerung, Verpackung und Lieferung von Cannabis zu medizinischen Zwecken“ veröffentlicht. Geplant ist, 10 Bewerbern eine Lizenz zum legalen Anbau zu erteilen.

Als Laufzeit des EU-weit ausgeschriebenen Auftrags werden 65 Monate angegeben, eine Verlängerung ist nicht möglich. Die Produzenten sollen ab 2019 bis 2022 ca. 200 Kilo Hanfblüten pro Jahr liefern. Die Rahmenbedingungen und Auflagen, welche von interessierten Produzenten erfüllt werden müssen, sind natürlich umfangreich. Wenig überraschend ist, dass die Cannabisproduktion „in einer gesicherten Inhouse-Plantage in Deutschland“ erfolgen soll. Doch das ist noch lange nicht alles.



Als Kriterium für die Auswahl wird im Auftrag nämlich angegeben, dass „Referenzen über früher ausgeführte Aufträge des Bewerbers zu Anbau, Verarbeitung und Lieferung von Cannabis für medizinische Zwecke mit einer Liefermenge von mindestens 50 kg je Referenz in den letzten 3 Jahren“ vorgelegt werden müssen. Interessenten aus Deutschland haben also keine Chance, diesen Punkt zu erfüllen und einen der Aufträge zu ergattern. Schließlich gab es hier bislang keine legale Möglichkeit des kommerziellen Anbaus. Ein weiteres genanntes Kriterium sind „Referenzen über den Anbau, die Verarbeitung und die Lieferung von Arzneipflanzen (ohne Cannabis) mit einer Liefermenge von mindestens 50 kg je Referenz in den letzten drei Jahren“.

Je nachdem, wie genau die Bewerber diese Kriterien erfüllen, vergibt das BfArM Punkte an die potentiellen Produzenten. Für Referenzen über bereits ausgeführte Aufträge zum Cannabisanbau werden allerdings doppelt so viele Punkte vergeben wie für Aufträge zur Produktion anderer Arzneipflanzen. Damit sind hiesige Interessenten definitiv benachteiligt. Wenn über 10 Bewerber auf mehr als 60 Punkte kommen sollten, wird „die Auswahl anhand der höchsten Gesamtliefermenge in den letzten drei Jahren“ erfolgen, heißt es in der Bekanntmachung.

Um an der Ausschreibung teilnehmen zu können, müssen interessierte Cannabisproduzenten die Teilnahme an dem Verfahren beantragen. Der Schlusstermin für den Eingang der Angebote oder Teilnahmeanträge ist der 5. Juni 2017.

2 Gedanken zu „BfArM schreibt Aufträge für legalen Cannabis-Anbau aus – mit unfassbaren Auflagen“

  1. Leider handelt es sich hier um ein zensiertes Portal.
    Eigentlich ist Zensur ja etwas, das gerade die Cannabis-Konsumenten ablehnen…..
    Aber jedem seinen Vorteil lassen (hier ist es Ihre Grow-Zeitungsauflage).
    Sollten Sie -mutigerweise- trotzdem meinen Kommentar veröffentlichen und evtl. hierzu eine Diskussion auslösen trauen, dann nachfolgend dieser Kommentar:
    Angesichts der tausenden jungen Männer weltweit, die nach Cannabiskonsum ihr Leben und das ihrer Verwandten zerstört haben (teilweise sogar gemordet haben), ist die Verharmlosung des Cannabiskonsums und die Verbreitung weiterhin scharf strafrechtlich zu verfolgen.
    (Dieser Kommentar war sinnlos, da er -feigerweise- vom Administrator sowieso nicht veröffentlich wird.)
    Aber Feigheit ist ein Attribut von Cannabis-Konsumenten – die gern den Kopf in den Sand stecken -kenne dazu mehrere-.

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