Berlin: Polizei-Hunde müssen ins Gefängnis

Nein, der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt hat nicht angeordnet, die Drogenspürhunde der Hauptstadt wegen ihres chronischen Hangs zu Rauschmitteln zu inhaftieren. Vielmehr sollen die vierbeinigen Helfer der Polizei verstärkt in Berliner Gefängnissen kontrollieren. Denn im vergangenen Jahr wurden dort deutlich mehr Drogen konfisziert als in den Jahren zuvor. Vor allem wurden wesentlich mehr Cannabisprodukte gefunden, insgesamt waren es beinahe sieben Kilo. Allein in der der JVA Tegel kamen 2016 beachtliche 3,2 Kilogramm zusammen, deutlich mehr als das Doppelte des Vorjahreszeitraums.

Der grüne Justizsenator Dirk Behrendt bewertete diesen Anstieg als „Beleg für den Erfolg von Kontrollen“ und will Drogen im Strafvollzug daher verstärkt „den Kampf“ ansagen. Bereits sein Amtsvorgänger Thomas Heilmann (CDU) hatte ein Projekt gestartet, welches vorsah, mehr eigene Spürhunde für den Vollzug anzuschaffen. Daraus wurde allerdings nichts, da im neuen Koalitionsvertrag vorgesehen war, auf die Anschaffung zu verzichten.



Nun schickt Behrendt also die Spürhunde der Polizei in die Gefängnisse, was ohnehin weniger Kosten verursache und effektiver sei: „Wir werden die umfangreichen Erfahrungen und Kompetenzen der Polizei und des Landeskriminalamtes nutzen, die über ausgebildete Spürhunde und Hundetrainer verfügen“, erklärte er.

Und wieder einmal zeigt sich: Ein vollständiges Verbot umzusetzen stellt sich letzlich als unmöglich heraus – sogar im Strafvollzug. Wenn Cannabis selbst hinter den berühmten schwedischen Gardinen munter weiter konsumiert wird, wer glaubt dann noch ernsthaft an den Erfolg einer Verbotspolitik in der Öffentlichkeit? Behrend will mit den Polizeihunden jedenfalls in den Gefängnissen der Hauptstadt aufräumen. Was man davon auch nun immer halten will: Die Vorstellung, den vierbeinigen Freunden-und-Helfern nun auf öffentlichen Plätzen seltener zu begegnen, ist auf jeden Fall begrüßenswert.

Ein Gedanke zu „Berlin: Polizei-Hunde müssen ins Gefängnis“

  1. So ein hickhack wegen Cannabis.
    Alkohol richtet dort mehr Schaden an.
    Cannabis beruhigt die Konsumenten.
    Von daher doch alles gut.

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