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"Zeig Dich!" 100.000 Die Legalisierungsbewegung Seit über drei Jahren läuft nun diese Aktion, die bewirken will, das sich viele Cannabis KonsumentInnen "zeigen", um so dem Bedürfnis nach einer Legalisierung von Cannabis-Produkten Ausdruck verleihen. Dabei geht es darum, das von unserer Anwältin in Frankfurt so viele "Selbstbezichtigungen" wie möglich gesammelt werden. Wenn irgendwann eine so große ZAhl an Selbstbezichtigungen gesammelt ist, sollen diese dem Bundesjustizminister - und nicht irgendeiner Polizeidienststelle - .übergebenen werden. Werner Sack, Richter in Frankfurt, hat zu diesem Thema folgende Rede gehalten: Es ist Zeit, sich zu zeigen [...] "Der Konsum von Cannabis ist längst ein Massenphänomen geworden. Ein immer noch strafbares Massenphänomen, und das, obwohl mit den Konsumverboten des BtMG in erster Linie die Gesundheit des Einzelnen geschützt werden soll. Aufgabe des Strafrechts ist es jedoch nur, grob abweichendes Verhalten zu sanktionieren. Dies ist Konsens in allen Sparten der Kriminalwissenschaften. Nur ein Verhalten, das die Gesellschaft schlechterdings nicht hinnehmen kann, darf strafbar sein. Angesichts der geringen Gefährlichkeit von Cannabis, der massenhaften Verbreitung dieser Droge und in Anbetracht der Gefahren, die aus den Begleitumständen am illegalen Markt resultieren, ist das Konsumverbot nicht mehr zu begründen. Die Frauenbewegung hat es vorgemacht, als sie Anfang der 70er Jahre zum massenweisen Bekenntnis "Ich habe abgetrieben" aufrief. Die Frauen mögen mir den Vergleich verzeihen, sicherlich war der Druck der Strafbarkeit des Schwangerschaftsabbruchs nach den seinerzeitigen Gesetzen weitaus größer, als die Belastung der Kiffer durch Illegalität, aber hier geht es nur um das politische Mittel der Selbstbezichtigung, das Bewegung in die Sache bringen kann, nicht um eine unangebrachte Gleichmacherei beim Leidensdruck. Ich begrüße die Aktion von Selbstanzeigern, die mit 2 bis 3 Gramm Stoff aufs Polizeirevier gehen, sich das Zeug abnehmen und sich wieder nach Hause schicken lassen. Dies alles reicht aber nicht aus. Der Justizapparat muß mit Verfahren nur so überschwemmt werden, denn seit der Entscheidung des Verfassungsgerichts können die Gelegenheitsuser zwar nicht mehr bestraft werden, die Strafverfolgungsbehörden müssen aber bis zur vorgegebenen Einstellung die Verfahren betreiben. Auch den Führerscheinstellen und den Verwaltungsgerichten müßte der Zusammenbruch drohen, dann würde man sich hoffentlich beeilen, ihn durch Entkriminalisierung zu verhindern. Bürgerinnen und Bürger, die ihr gelegentliche oder regelmäßige Konsumenten von Cannabis seid, zeigt euch, bekennt euch, damit der Unfug des Konsumverbots ein Ende hat." Werner Sack Jurist und Dipl.päd. Jugendrichter in Frankfurt am Main (Auszug aus seiner Rede vor der 5. CBK in Karlsruhe) Weitere Informationen zur "Zeig Dich!" Aktion 100.000, ein Diskussionsforum für Fragen und Anregungen, die aktuelle Zahl der eingegangenen Selbstbezichtigungen und noch vieles mehr gibt es im Internet unter http://www.zeig-dich.de !!! Mach mit! Gemeinsam sind wir stark! |