Agnostic Front – Warriors (2007)

 www.myspace.com/agnosticfront
www.agnosticfront.com

Wir schreiben das Jahr 1983. Ich gehe in die 7. oder 8. Klasse und bekomme von einem Kumpel ein Tape in die Hand gedrückt (jawohl, damals hat man noch Tapes gehört), darauf stand Agnostic Front. Da hatte zu der Zeit noch keine Sau was von gehört - kein Wunder, waren das Maß aller Dinge in Sachen Härte doch die Scorpions. Nun ja, was sich mir dann bot, hat mir das damals noch vorhandene weiche Gehirn völlig aus dem Schädel gepresst – meine Fresse, was für eine Macht. 2008 hat diese Band, die erstaunlicherweise immer noch sehr aktiv ist, nichts von Ihrer Faszination verloren. Im Gegenteil, auf dem neuen Album geht es zu, als hätte man nix zu verlieren. Es wird gebolzt und aufs Gas gedrückt, dass es eine wahre Freude ist und ich grinse, als wäre ich wieder dreizehn Jahre alt. Die ganze Scheibe ist übergeil, aber als absoluter Oberkracher kristallisiert sich sofort der Song „For My Family“ heraus. Da läuft es einem kalt den Rücken runter, ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es dabei live abgeht.
AF haben mit ihrer ersten Scheibe „Victim in Pain“ damals die Latte sehr hoch gesetzt und erreichen dieses Level immer wieder. Vinni Stigma an der Gitarre ist gut und gerne Mitte 50, Roger Miret ist auch Mitte 40 und wer die Herren mal live erlebt hat, wird dies kaum glauben können.
Diese Band ist in Hardcore-Kreisen so ziemlich unerreicht, ob sie auf großen Festivals spielen oder in kleinen Clubs. Sie bringen jeden Laden zum Kochen. Ihre erste Scheibe hat mein Leben maßgeblich beeinflusst und das ist auch gut so. Ich hatte das Glück, die Jungs mal zu beherbergen und war doch erfreut zu sehen, wie down-to-earth die Burschen sind. Sie leben das, wovon Sie singen und sind absolute Sympathieträger. Ich könnte noch stundenlang weiter Lobpreisen, aber entscheidet selbst. I Gotta Gotta Go …… Agnostic Hose

 

 

The National – Boxer (2007)

http://www.americanmary.com/
http://www.myspace.com/thenational

Als Musiksüchtiger ist man ja doch ständig auf der Suche nach neuem „Stoff“ und dank Internet und myspace ist dies einfacher als jemals zuvor. Früher hat man sich stundenlang in Plattenläden durch Tonnen von Alben gehört, heute geschieht dies per Mausklick. Nun ist mir das Platten hören in verrauchten Hinterhofläden ja eigentlich viel lieber, aber leider sind diese sehr rar geworden, wenn es sie noch gibt, wie z.B. in Hamburg. Da sind sie seit Neuestem bestimmt nicht mehr verraucht und zudem findet man selten Außergewöhnliches, halt nur Mainstream Schrott (außer z.B. in Hamburg). Was Außergewöhnliches habe ich hier entdeckt und bin völlig entzückt, sodass es mir schwer fällt, das Gehörte in Worte zu fassen.
Vielleicht erstmal kurze Fakten, the National kommen aus New York, USA und „Boxer“ ist ihre dritte Platte und was für eine. Voll von Emotionen, hat aber nix mit Emo zu tun, im Gegenteil: hypnotisierende Melodien, die sich langsam in dein Gehirn säuseln, während du träumend am Boden liegst und dich ertappst, wie deine Gedanken in völlig andere Sphären  abgedriftet sind – unglaublich … es werden Glockenspiele, Pianos, Horns, etc. verwendet, gepaart mit einem Songwriting, dass das Label „Lyrik“ mehr als verdient. Ich weiß gar nicht, mit welcher anderen Band man the National vergleichen könnte. Der Gesang erinnert mich teilweise an den genialen Mark Lanegen von den Screaming Trees, diese hier sind aber etwas ruhiger.
Mit dieser Musik kann man seiner Freundin zeigen, dass man doch nicht ein ungehobelter Bolzen ist, sondern sentimental wie 10 Lionel Richie Konzerte am Stück. Ach was, hört nicht auf mich, diese Musik ist ganz groß ... hört sie euch an und vergesst für einige Augenblicke die Gegenwart.
Hose

 

Wayne Hancock – Tulsa (2007)

http://www.waynehancock.com/
http://www.myspace.com/waynehancock

Die Zeit, die ich in Texas gelebt habe, hat dann doch ihre Spuren hinterlassen. Richtig, ich wurde Liebhaber von guter, ehrlicher Country Musik. Ich rede jetzt nicht von diesen Schnulzen, wie man sie vielleicht im Radio hört, wie z.B. Shania Twain oder wer auch immer. Nein, es gibt richtigen coolen Oldschool Outlaw Country. Von Klassikern wie Hank Williams (unerreicht) und Lefty Frizzle bis hin zu heutigen Größen wie z:B. Hank the III oder Big Sandy and his Fly-Rite-Boys. Ganz großes Kino ist wohl Wayne „The Train“ Hancock aus Austin. Seine sehr markante Stimme kann man nur lieben oder hassen. Sie hört sich an, als wolle eine sabbernde Bulldogge singen, sie hat jedoch vergessen, den Kautabak rauszunehmen. Wenn man seine Musik hört, sieht man sich in einem V8 Oldsmobile oder so ähnlich durch die Wüste cruisen, das Bier auf dem Schoß und so weiter … Wayne bietet uns eine Mischung aus Honky Tonk, Western Swing, Blues und Big Band … Wilde Mischung werdet ihr sagen, richtig, aber keine Angst, der Mann versteht sein Handwerk und ist ständig auf Tour. Der Typ groovt völlig und wem dabei nicht die Füße anfangen zu wippeln, der liegt wahrscheinlich schon in einer Holzbox. Seit offen für Neues und zieht euch den Kollegen rein, ihr werdet begeistert sein oder mich steinigen wollen … darauf lasse ich es ankommen … Wayne Hoscock

 


Municipal Waste – The Art of Partying (2007 – Earache Records)

www.facethewaste.com / http://www.myspace.com/municipalwaste 

Es hört sich wahrscheinlich abgedroschen an, aber es ist, wie es ist – dies hier ist GANZ GROßES Kino. Zur Info, Municipal Waste spielen ein Gebräu aus Thrashcore, Thrashmetal und den Crossover, wie man ihn aus den guten alten 80ern kennt. Also, um ein bisschen namedropping zu betreiben, hier hört man Einflüsse solcher Größen wie, DRI, Suicidal Tendencies, Cryptic Slaughter, Metallica (zu Kill ´Em All - Zeiten), Exodus, Crumbsuckers, SOD, Anthrax, etc. Nun sind MW keine Neulinge, dies ist bereits ihr vierter Longplayer (Die Split 12" mit Crucial Unit mitgerechnet) und sie touren sich seit Jahren weltweit den Arsch ab, sind daher live auch absolute Vollprofis und spielen noch jeden an die Wand. Ihr Old School lastiger Sound kommt so erfrischend daher, dass es eine wahre Freude ist, die Platte abermals und abermals durchlaufen zu lassen und die Wohnzimmer Einrichtung Geschichte werden zu lassen. Durch ihr pausenloses Touring haben sie sich im Untergrund eine große Anhängerschaft erspielt und dieses Jahr schaffen sie es dann auch auf die großen Festival Bühnen der europäischen Festivals - es sei ihnen gegönnt. Trotzdem sind die Clubshows zu bevorzugen, da es sich so eingebürgert hat, dass die Fans in Verkleidungen zu den Shows kommen, meist angelehnt an B-Splatter-Movies, sodass einem schon mal eine Mumie auf den Kopf springt, oder eben das Publikum voll von Zombies ist. Auf diese Vorliebe der Fans und auch der Band deutet auch das neue Cover mit dem supergenialen Artwork hin, dessen Macher u.a. auch schon für Megadeth tätig war. Hier wird die Tradition der Horror Cover -, und T-Shirts erwartungsgemäß und Frankenstein sei Dank, weitergeführt. Auch in den Texten werden so wichtige Themen wie Zombie Attacken und Parties abgehandelt, wobei man sich selber überhaupt nicht ernst nimmt. Ein paar Titel zur Probe; Headbanger Face Rip; Beer Pressure, Excuse me - Thrash, mind if i do?; etc. Eine ganz runde Sache und ich sage Euch, Municipal Waste werden das nächste große Ding in Sachen harte Musik, verdient hätten sie es. Face The Waste Municipal Hose

 

Sido – „Eine Hand wäscht die Andere“ (2007 – Aggro Berlin)

www.aggroberlin.de

Lange hab ich überlegt, ob und wenn ja, wie ich dieses Review schreiben soll. Ich stehe dieser ganzen Aggro Berlin Geschichte sehr zwiespältig gegenüber, hervorgerufen durch deren Videos und deren Inhalte, die da proklamiert werden und unters junge Volk gebracht werden. Aus beruflichen Gründen hab ich sehr wohl mitbekommen, welche Auswirkungen, negativ wie positiv, die Messages von Sido oder Bushido usw. auf Jugendliche haben. Nun ja, wollte ich das Ganze erst nicht machen, hab mich dann entschlossen, mich doch mit der Materie auseinander zu setzen. Denn, wenn ich ehrlich mit mir selber bin, dürfte ich wohl auch Slayer etc. nicht hören, deren Mucke hört man auch nicht unbedingt beim Kaffeekränzchen im Pastorat und zudem sollte man jedem eine Chance geben. Erst mal zur Scheibe selber, hier sind alle Songs (20) mit Gastkünstlern aufgenommen und ich denke, hier bekommt Mensch was für sein Geld. Die meisten Leute, mit denen Sido hier jammt, sind in der Hip Hop Szene bestimmt jedem ein Begriff. Ein paar Namen gefällig?! B-Tight, Kitty Kat, Tomcraft, etc. Zur Musik selber brauch ich wohl nix zu sagen, kennt eh jeder und entweder man mag es oder nicht. Es gibt Songs, wie z.B. „Das Eine", denen bin ich nicht sehr aufgeschlossen gegenüber und mir erschließt sich häufig auch nicht ganz die sozialkritische Komponente, die, die Texte laut Aussage CD-Inlay haben oder haben sollen. Gerade junge, nicht sehr standfeste Jugendliche (und wer ist das in dem Alter schon?) können hier völlig falsche Wertvorstellungen bekommen oder die Texte, die ja evtl. einen kritischen Hintergrund haben, nicht deuten können und dann enttäuscht werden und tief fallen ... Zumindest dann, wenn erlebt wird, dass die eigene Welt anders funktioniert und man wohl viel arbeiten muss, um so zu rappen wie Sido etc. Ich denke, auch beim Hip Hop fallen einem keine gebratenen Hähnchen in den Hals, sondern es ist harte Arbeit ... Ihr findet auf der Scheibe auch Songs, deren Texte ich persönlich klasse finde! Mein ganz großer Favorit ist „Ein Teil von mir", da muss ich Sido echt zu gratulieren, den hör ich echt gerne und das will schon was heißen, mich als alten Punk zu überzeugen. Also, ich denke, generell, um Musik zu spielen, muss man schon ein gewisses Feingefühl haben, um überhaupt Melodien etc. auf den Plan zu bekommen und das hört man hier auch deutlich raus. Ich denke, Sido ist ein hoch sensibler Mensch, der aufgrund seiner Herkunft („Unterschicht?!") gesellschaftliche Missstände, die ja nicht weniger werden, mit der Sprache der Straße, anprangert. Das ist sehr rebellisch und engagiert, was ich durchaus begrüßen kann. Ich würde mir dennoch von solchen Künstlern wie Sido oder Bushido (und natürlich auch Slayer etc.) wünschen, dass diese sich mit zunehmender Popularität ihrer großen Verantwortung bewusst sein sollten, die sie gegenüber ihren jungen Fans haben - denn nicht Alle können hier zwischen Unterhaltung und Realität differenzieren. Zum Beispiel, wenn es um Frauen als bloße Lustobjekte oder Gewalt gegenüber den anderen Crews geht. Von Bushido weiß ich, dass er sich sozial engagiert, warum hat man denn dann noch solche Texte nötig ...? Würde darüber gern mal bei einer Tass Kaff mit Sido schnacken. Abschließend muss ich doch sagen, tolle Platte Sido !!!!!!!! Hose

 

The Aggrolites – Reggae Hit L.A. (2007 – Hellcat Records)

Hellcat Records, Live-Action-Cover- gut denke ich, Kollegen von rancid etc., also Punk !? Weit gefehlt, beim ersten Anspielen bin ich dann doch überrascht, ´bester Ska/Reggae aus den USA. So auf Anhieb kann ich gar keine Parallelen zu andere Bands ziehen, obwohl ich da einiges kenne. Ihr Stil ist sehr eigen, viele Instrumental-Passagen, angereichert mit einer Brise Soul, also besteht jeden Soul-Nighter Test. Die Band besteht aus fünf Musikern, die sich hier dem klassischen Ska verschrieben haben. Punk-Wurzeln, die ja auch sehr beliebt sind, wie z.B. bei den Mighty Mighty Bosstones oder Reel Big Fish, sucht man hier vergebens. Hier wird gechillt auf hohem Niveau, was das Feierabendbier noch besser schmecken lässt. Wer auf Ska-Soul mit Orgeleinsatz steht, kann sich hier nur einen Gefallen tun. Zu dieser Platte kann man mit den örtlichen „Rude Boys“ wohl mal `nen ordentlichen Zug durch die Gemeinde machen oder einfach nur nett am Strand sitzen. Prädikat: Empfehlenswert! Hose

 

Die Fantastischen Vier – „Fornika“ (Sony&BMG)

www.diefantastischenvier.de/www.sonybmg.de

Wenn die Fantastischen Vier dieses Jahr mit ihrem neuen Album „Fornika" auf Tour gehen, wird man ein seltenes Phänomen beobachten können: Anders als etwa bei Tokio Hotel findet man die Eltern der Teenies dann nicht verängstigt am hinteren Ende, sondern mitten im Publikum - in familiärer Eintracht mit dem eigenen Nachwuchs. Denn als die Fantas 1992 mit „Vier gewinnt" den deutschen Sprechgesang salonfähig machten, waren viele der heute Erziehungsberechtigten selber noch im jugendlichen Alter. So gesehen veranschaulicht Smudo seinen Text anhand der eigenen Fans, wenn er in „Du mich auch" beinahe mantrisch sagt: „und wir sind wie unsere Alten und die sind wie ihre Alten und die sind wie ihre Alten ..." „Fornika" hat alles, was ein Album der Fantas braucht. Wer schon einmal eines ihrer Konzerte besucht hat, kann sich bei „Yeah Yeah Yeah" gut vorstellen, wie der gesamte Zuschauerbereich im rhythmischen Gleichklang auf- und abwippen wird, in traditioneller Fortsetzung von Live-Klassikern, wie „Was geht" oder „Pop-pop-pop-populär". Damals haben sie den deutschen Hip-Hop etabliert, so eine Gelegenheit hat man natürlich nur einmal in seiner Karriere. Trotzdem schaffen es die Jungs immer wieder, etwas Neues, noch nie da gewesenes feilzubieten. Bestand der Text bei „MfG" ausschließlich aus Abkürzungen, glauben unsere Ohren heute bei „Ernten was wir säen" sie hörten hörten doppelt doppelt. Von diesem Song gibt es übrigens einen wundervollen „Schweinerock Remix", wenngleich nicht auf dem Album, sondern nur auf der Maxi-CD. Unter stimmgewaltiger Mithilfe von Herbert Grönemeyer wird „Einfach sein" zur zweiten Single - und zur ersten Single überhaupt, wo Thomas, Smudo und Michi triolisch über einen geshuffelten Beat rappen. Wer mag, kann ja mal versuchen da mitzusingen. Der heutige Gangsta Rap aus Berlin Kreuzberg ist sicherlich Geschmacksache. Gar nicht witzig daran ist aber zumindest dessen Humorlosigkeit - und wehe dem, der das ebendort öffentlich ausspricht. Es ist daher wie Balsam für unsere todtraurigen Hip-Hop Ohren, wenn wir mal wieder so richtig lachen können. Die Vier beherrschen ihr Handwerk zweifellos. Wortspiele, wohin das Ohr schaut, Doppelreime als Minimalstandard und überhaupt kommen die Texte nicht verkopft oder verkrampft rüber, sondern so, als hätte man eben ein Gespräch der Jungs mitgeschnitten. „Ding Dong - geh Du mal ran, ich kann grad nicht King Kong - kann nicht sein, den kenn ich nicht Chi Gong - kenn ich aber kann ich nicht Lösung - weiß ich aber sag ich nicht". Mit Max Herre hat man sich noch einen begnadeten Songwriter auf den F-Train geholt, der mit seinem traumhaften Refrain in „Was bleibt" jedem, der gerade eine Trennung hinter sich hat, die Tränen in die Augen treiben wird. Ein sehr schöner Abschiedssong, vielleicht auch deshalb der letzte Song auf Fornika. Abgerundet wird die Scheibe durch zwei Instrumentaltracks aus dem Hause Ypsilon. Fazit: eines der besten Fanta-Alben der letzten 19 Jahre. Mr. THC

 

Morgan Heritage – Full Circle

Eine solche Scheibe zu besprechen ist immer heikel. Gar nicht mal aus musikalischen Gründen allein, sondern vielmehr deshalb, weil man über Morgan Heritage so geteilter Meinung sein kann – gerade was Aspekte wie Consciousness, Credibility und Co. betrifft. Und in der Reggae-Welt spielt das durchaus eine Rolle. Die amerikanischen „Wurzeln“ sind auch diesem Album anzuhören, trotzdem bleibt es „jamaikanische“ Musik. Vorzustellen brauche ich die Truppe wohl nicht mehr näher. Kommen wir zur Musik selbst: Dort ist die Richtung gleich mit dem ersten Track klar. „Jah comes first“. Direkt ein Highlight der Scheibe. Danach lässt's erst mal ein wenig nach, zu glatt, zu unroh klingt so mancher Track, zumindest in meinen Ohren. Das macht „Full Circle“ aber keineswegs zu einer schlechten Platte. Im Gegenteil: Reinhören lohnt ausdrücklich! Es sind halt Morgan Heritage, und die machen nichts wirklich Schlechtes... Feine Sommer-Musik mit spirituellen Texten, druckvolle Produktion, gut so. Carsten

Hund am Strand – Adieu Sweet Bahnhof

Eines gleich vorweg: Solche Musik ist nichts für jeden Geschmack. Allerdings eröffnen „Hund am Strand“ mit „4 Akkorden“ ihr Album derart charmant, dass man eben doch erwartungsvoll die Ohren spitzt. Es handelt sich schubladisiert um tanzbare, ruppige Popmusik mit schrägen Schrammelgitarren, deutschen Texten, Berliner Leben-Lyrik junger Leute, außergewöhnlichen Ideen und Melodiebögen. Besonders interessant an Stellen, wo alles zu kippen scheint... „Langsam geht mir die Luft aus...“ – genau, aber das macht nichts, weiter geht's. Hier und da erinnern die Jungs an Hamburger Kollegen wie Kante, Tomte und Konsorten, allerdings eben jünger und weniger philosophisch. Ein absoluter Sommer-Hit ist gleich mit dabei: „Jungen Mädchen“. Warum das nicht längst auf jeder Open Air-Party läuft, weiß ich auch nicht. Kann nur daran liegen, dass die Sonne sich bisher so selten hat blicken lassen. Kann ja noch werden. Ein Lied über die Liebe. Das braucht mensch einmal am Tag. Also, kaufen. Tanzen. Freuen. T-Shirts aus und ab dafür... Carsten

Culcha Candela . Next Generation

Kaum ein Fleckchen in Deutschland scheint momentan musikalisch so zu brodeln wie Berlin. Immer wieder flattern feine Scheiben musikalischer Aspekte bundesdeutschen Hauptstadtlebens über unsere Tische. „Culcha Candela“ ist eine dieser Truppen, die sich ähnlich wie Seeed Schritt für Schritt einen Namen im Reggae und Dancehall machen. Und die entsprechende Aufmerksamkeit genießen können. Tatsächlich erinnert „Next Generation“ hier und da an die Seeed-Kollegen, vielleicht auch wegen des Ragga-Gesangs mit teils deutschen Texten. Nach nur drei Jahren Bandgeschichte und einem beachtlichen Debüt „Union Verdadera“ haben sich Culcha Candela eine ordentliche Fangemeinde zusammen gespielt. Reggae im weitesten Sinne stößt zurzeit allseits auf offene Ohren, nicht zuletzt dank Gentleman und Patrice. Die Berliner Jungs haben ihre eigenen Dinge zu sagen, verstehen sich als überzeugte Träger des Unity-Gedanken. Transportiert wird dieser eingebettet in recht experimentelle Reggae-, Ragga- und Dancehall-Sounds. Wirklich mitreißend, wirklich groß. Culcha Candela sind eine der wichtigen deutschen Reggae-Bands, auch jetzt schon. Die Next Generation eben... Carsten

Gods of Blitz – Stolen Horse

Geil, mal wieder so ne richtige Rock-Scheibe. Und schon wieder aus Berlin. „Gods of Blitz“ machen einfach Rock&Roll. Klingen ein wenig wie die Backyard Babies, ein bisschen wie Gluecifer, dann wieder nach den Strokes, Hives oder den Hellacopters (Mischer Michael Hilbert hat auch die Hellacopters, die Hives, die Cardigans u.a. abgemischt), also Garanten für unpeinliche Gitarrenklänge mit Niveau und Spaßfaktor. Gods of Blitz kratzen die Kurve souverän, kein Klischee und doch alle klassischen Elemente drin. Die Jungs haben „einfach“ alle Zutaten in den verchromten Topf geworfen, die ein echtes Rock&Roll-Baby braucht: Die Gitarren, treibende Drums, ein gutes Gespür für Melodien und zeitgemäße Rockmusik, den perfekten eckigen Sound, ein, zwei Bierchen und ne Kippe mit den Beatsteaks, nen Haufen Konzerte zum tight werden (und das sind sie!!!), Mitsing-Chöre und und und... Achtet mal auf Live-Termine. Das lohnt sich wohl. Bis dahin noch ein paar Mal „Beat of Progress“ auf voller Lautstärke und jut iss. Die rockt, die Spree. Carsten

 

GREGORY ISAACS - REVENGE

1973 gründete der in Kingston/Jamaika geborene Gregory Isaacs, zusammen mit Errol Dunkley, das African Museum Label. Seine Balladen waren schon damals hochgeschätzt und er zog besonders viele weibliche Fans in seinen Bann. 1978 unterzeichnete er bei Frontline/ Virgin, anschließend auch bei Charisma und Island. In den darauf folgenden Jahren fanden seine Aufnahmen weltweit ein sehr breites Publikum, und Mr. Isaacs erstürmte die internationalen Charts. Sein neues Werk „Revenge“ ist wieder ein gefühlvolles Lovers- Rock-Album, dass jedoch leider nur mit 12 Songs bestückt ist. Es ist eine absolute Entspannungsscheibe, die den Hörer durch Gregory´s lässige und leicht nasale Stimme einzuhüllen scheint. Seine Texte handeln häu- fi g natürlich von Frauen und Liebe, aber auch auf soziale Missstände macht er aufmerksam. Nach persönlichen Problemen Mitte der Achtziger und einigen Lebensschwankungen stellt Gregory Isaacs weiterhin eine Legende in der Reggae-Szene dar und wird uns hoffentlich noch viele Jahre mit seinen chilligen Tunes beglücken. Chris

THE BUTTERFLY EFFECT - BEGINS HERE

„The Butterfl y Effect“ kommen wie so einige interessante und hoffnungsvolle Rockbands dieser Tage aus Australien - ich sag nur Powderfi nger... Wir hören echten Rock, teilweise klingt das Ganze ein wenig wie frisch aus den 70er Jahren, wenn die Produktion nicht ganz so fett wäre. Ein wenig erinnert mich „begins here“ an Alice in Chains, zumindest was das Songwriting betrifft. Die Jungs aus Brisbane liefern brettharten Gitarrenrock mit wunderbar verschlungenen Gesangsmelodien eines echten Ausnahme-Sängers ab. Die Grundstimmung ist recht melancholisch - aber immer mit der nötigen Portion Wut, Dramatik und Bombast im Gepäck. Für die letzten Sonnenstrahlen auf der Wiese ist diese Platte nix, aber der Herbst kommt ja mit großen Schritten... Als Extra-Bonbon gibt‘s als Dreingabe noch drei sehenswerte Video-Clips auf dem Album dazu. Ein schlüssiges, hochkarätiges und schlicht gutes Rockalbum ist „begins here“ geworden - seit dem letzten Output von „The Tea Party“ für mich das Beste aus dieser Ecke des musikalischen Rock-Kosmos. Carsten.

SCORE SET AT ZERO - ZEROES & VILLAINS

Eines direkt vorweg: „Zeroes & Villains“ ist für mich defi nitv eines der Highlights des Jahres! „Score Set at Zero“ aus Hannover liefern ein absolut erstklassiges Album aus dem Hardcore/Nu- Rock/NuMetal-Umfeld ab. Nach unzähligen Durchläufen kann ich partout keine Schwachstellen in der Produktion, im Songwriting, im Gesang, etc... entdecken. Vielleicht sind einige von euch schon in den Genuss einer ihrer grandiosen Live- Performances gekommen, evtl. auch unter ihrem alten Namen „Out of Tune“, den sie aufgrund von Rechtsstreitigkeiten ändern mussten. Sänger Floweeh liefert als extrem charismatischer Frontmann eine grandiose Gesangs- und Shout-Leistung ab. Wenn noch wie hier erstklassige und nie ansatzweise peinliche oder unbeholfene Lyrics hinzukommen, kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen. Seit fast 7 Jahren entwickeln sich diese Hoffnungsträger des Hardcore aus deutschen Landen kontinuierlich in fast unveränderter Besetzung weiter - und doch sind erst alle Anfang/Mitte 20! Wohin das noch führen soll? In große Hallen und auf Festivals! Und hoffentlich in eure CD-Player. Mir fehlen ausreichend Superlative... absoluter Pfl ichtkauf, hier stimmt einfach alles!!! Carsten

ARBRE NOIR - ROAM

„Roam“ vom Projekt „arbre noir“ um Soundtüftler Mickael Vasallo ist ein komplett in Eigenregie entstandenes kleines Meisterwerk... Gastmusiker an Didgeridoo, Percussion und Bass erweitern die elektronische Dimension um warme, analoge Sounds. Auf 14 Songs und der maximalen Spielzeit, die eine CD nun mal hergibt, erforschen Vasallo und Begleiter die Möglichkeiten moderner Technik, ein Album zum Träumen, Chillen und Wegschweben zu erschaffen, das aber gar nicht wirklich elektronisch, kalt oder digital klingt. Nun ist das nichts bahnbrechend Neues, die Verbindung am Computer erzeugter Klänge mit „alten“ Instrumenten wie Didgeridoos, aber mit „roam“ gelingt eben jenes Experiment besonders gut, es wirkt rund, aus einem Guss. Nichts auf der Scheibe stört die wundersam weiche Welt, in der sich der Hörer nach wenigen Beats, Samples und Klängen wieder fi ndet. Besonders hinweisen möchte ich noch auf die Homepage, die einige interessante Zusatzinfos und Downloads (sehr zu empfehlen: Animation einer Qualle im Ozean!) bietet und über die unsere lieben LeserInnen auch die Scheibe beziehen können: www.arbrenoir.de Carsten

DJ SEPALOT- SEPALOT 5

Einige unter euch dürften DJ Sepalot schon hinter den Plattenspielern der HipHop-Crew „Blumentopf“ entdeckt haben. Nachdem die Töpfe mit ihrem vierten Album zweimal auf Tour waren, erscheint nun Sepalots fünftes Mixtape, dass man problemlos als einzigartig einstufen kann. Neben feinem US-Rap (Rahzel, Planet Asia, Q-Tip, Outkast u.a.) gibt der Münchener dem aufgeschlossenem Hörer noch einiges mehr mit auf den Weg: viel Soul, ein Schuss Reggae , witzige Originalsamples späterer Hip- Hop-Tracks, gekonnte Übergänge und Scratches sowie hörenswerte Mixideen, die es nicht an jeder Ecke gibt. Wer konnte erahnen, dass der fast schon legendäre „Nas“ mal auf einen instrumentalen Part der allseits bekannten und beliebten „Doors“ fl owen darf? Alle Interessenten checken bitte www.blumentopf.com für ausführliche Infos über diesen sehr empfehlenswerten Output. Paul Schlagk

ONE FINE DAY - FASTER THAN THE WORLD

Endlich mal eine „Emo-Band“, die sich traut, auch balladeske Songs (ja, tatsächlich) zu veröffentlichen, und das gar nicht schlecht... Zumindest hab ich bisher echt selten Streicher auf Emo-Alben gehört. Das funktioniert, ich bin absolut angetan. Die meiste Zeit rockt es aber ordentlich. „Faster than the world“ ist ein energiegeladenes Statement für das Leben, dafür, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Wunderbar aufgetürmte Mitsing- Chöre, geiles Punk-Riffi ng und eine fette, sehr angenehme Produktion rücken „One Fine Day“ ins richtige Licht. Dass es sich bei dieser Platte um ein Debüt-Album handelt, fällt nicht auf, so routiniert und selbstverständlich klingen die Songs. Hier und dort schrammt die Band knapp am Kitsch vorbei, aber eben dran vorbei. So fi nden vielleicht auch Menschen, denen es sonst immer „zu viel Geknüppel und Gebrüll“ ist, einen Zugang zu dieser wunderbaren Musik richtung, in der sich „One Fine Day“ defi nitiv nicht hinter bereits bekannten Bands verstecken müssen. Ich bin mir sicher, wir werden von „O.F.D.“ noch so einiges hören, und zuallererst solltet ihr diese Platte hören! Carsten

TOOTS AND THE MAYTALS - TRUE LOVE

Der 59jährige Toots Hibbert bringt also noch genügend Energie auf, um mit seiner Band „The Maytals” die großen Bühnen zu rocken und die Zuschauer, wie z.B. beim Summerjam 2003, zu verzaubern. Auf seiner neuen Platte haben viele große Namen ein knappes Dutzend unverwüstlicher Maytal-Hits und einige extra für dieses Projekt geschriebene Stücke eingespielt. „Still is still moving to me“, der erste Tune, komponiert von Willie Nelson, leicht abgeändert von Toots, ist ein schöner, gefühlvoller Song (mein persönlicher Favorit des Albums!). Vertreten sind viele Evergreens, wie „Bam Bam“ mit Shaggy und Beatbox-Legende Rahzel, „Sweet & Dandy“ mit Trey Anastasio oder „Reggae got Soul“ mit Marcia Griffi ths und Ken Boothe. Mit Künstlern aus verschiedenen Genres wie The Roots, Eric Clapton, No Doubt u.a. entstand eine abwechslungsreiche Scheibe, die in verschiedenen Fassungen zu erhalten ist. Leider hatte ich die deutsche Ausgabe nicht vorliegen, jedoch dürfte sich darauf eine Gentleman-Combination befi nden, die sicherlich dieses Jahr auf mind. einem Festival in Deutschland zu bestaunen sein wird. Chris

SHANTI PROJECT COLLECTION 3

Für diesen Sampler haben sich so illustre Größen wie Sigur Rós, Califone, Arab Strap und weitere zusammen getan, um die Hörer mit sanften, fast hypnotischen Klängen und emotionalen Ausbrüchen zu begeistern. Aber auch, um Gutes zu tun, mal abgesehen vom Hörvergnügen. Denn „Shanti“ ist eine wohltätige Organisation, die Menschen, die an tödlichen oder chronischen Krankheiten leiden, mit praktischer und emotionaler Unterstützung zur Seite steht und außerdem verschiedene Trainings und Ausbildungen anbietet. Ein Teil der Einnahmen aus dieser musikalischen Kollektion fl ießt in die Arbeit von Shanti. Doch auch ohne diesen höchst lobenswerten Ansatz weiß die Platte zu begeistern: Die Namen der Bands und Künstler sprechen eigentlich für sich. Alle Beteiligten geben sich – was Härte, Lautstärke und Tempo betrifft – meist zurückhaltend, fast meditativ, um dann in einigen wenigen Stücken doch noch auszubrechen. Wir hören „Alternative“-Musik, Klänge, die den Hörer ganz in sich selbst zurück zu versetzen vermögen. Wunderschön. Mehr zu Shanti unter: www.shanti.org Carsten

BAD RELIGION - THE EMPIRE STRIKES FIRST

Ja, es gibt sie noch! Und obwohl gerade eine Band wie Bad Religion bereits eine Unmenge von Alben veröffentlicht hat, scheinen sie immer noch mit unglaublich viel (Spiel-)Freude, Engagement und politischem und gesellschaftlichem Bewusstsein „an die Arbeit“ zu gehen. Das „Gewissen des Punk-Rock“ schlägt keinesfalls versöhnliche oder ruhige Töne an: Auf dem dreizehnten Studioalben der Punk-Legenden geht es gnadenlos zur Sache. Die Stücke sind (wie gewohnt) fl ott und punkig, ohne Experimente wie auf „Recipe for Hate“. Bad Religion sehen Musik als Kraft, die etwas verändern kann. Und deshalb geht es um soziale Missstände, um die epidemiehafte Verbreitung eines konservativen Katholizismus in den Staaten und ganz besonders auch um Krieg, um Bush und seine „Berater“. Denn gerade die scheinen ja - wie der Titel des siebten Stückes vermuten lässt - die Antwort auf die Frage nach der Lösung des Welthunger-Problems gefunden zu haben: „Let them Eat War!“. Weitere Titel, die für sich selbst und das beste Bad Religion-Album seit „Generator“ sprechen, sind z.B. „Los Angeles is Burning“, „Social Suicide“ und „Boot Stamping on a Human Face Forever“. Damit dürfte alles gesagt sein. Pfl ichtkauf. Carsten

MICHAEL ROTHER - REMEMBER (THE GREAT ADVENTURE)

Klangforscher und Multiinstrumentalist, Mitglied der 70er Jahre-Formationen „NEU!“ und „Harmonia“, vielleicht sogar „eine der wichtigsten Persönlichkeiten im europäischen Musikgeschehen“ (Rolling Stone)... das ist Michael Rother. Und ein Mann, dessen vorzügliches neues Album ich gerade zum X-ten Mal genießen darf! Wenn ein John Frusciante (Red Hot Chili Peppers) über ihn sagt, Rother sei „der Gitarrist, den ich am meisten bewundere“, dann erwartet man etwas Besonderes. Aber sicher kein „Elektronik“-Album im weitesten Sinne, wie es hier vorliegt. Aber im Grunde ist ohnehin jede Kategorisierung für das Schaffen dieses Musikers uninteressant. Dieses neunte Soloalbum von Rother kommt erstmals mit Gesang daher (Sophie Williams und Herbert Grönemeyer - ja, der - auf englisch!) und erfährt musikalische Unterstützung durch Gastmusiker von Mouse On Mars und anderen. Experimentelle, rezitative Parts gesellen sich zu bittersüßen Melodien über z.B. den „Morgen danach“. Wer irgend etwas mit entspannter Musik egal welcher Stilrichtung anfangen kann und ein kleines bisschen aufgeschlossen für Neues ist, sollte zugreifen. Carsten

DAYS IN GRIEF - PORTRAIT OF BEAUTY

Wenn ich solche Platten höre, glaube ich wieder an das Gute. Und das nicht nur in der Musikwelt! Aber zu den Facts: „Days In Grief“ haben ein fantastisches Album abgeliefert. „Portrait Of Beauty“ hat Kraft, Schönheit und so viel Sozial- und Gesellschaftskritik, dass einem musikalisch der Kragen platzt. Es ist so wichtig, dass es solche Bands und solche Musik gibt. Die Kölner bewegen sich im musikalischen Umfeld von „At The Drive In“ und Konsorten, ohne diese abzukupfern. Allerdings eine Spur härter, so erinnern z.B. Riffi ng und Vocals teilweise an „As I Lay Dying“. Engagierte Texte treffen auf Emo der allerfeinsten Sorte, paaren sich mit Punk-Melodien und energetischen Shouts. Die Scheibe ist beim innovativen und absolut unterstützenswerten kleinen Kölner Label „Eat The Beat Music“ erschienen. Leute: Kauft die Scheibe. Das hier ist kein dummes Teenie-Rumgeschnulze und „komm, stöhn noch ein bisschen, sag was Unanständiges, dann laufen wir auf MTV und verkaufen Klingeltöne“- Scheiße. Das ist Musik! Echt, hart, direkt, kritisch. So wie sie sein muss. Irgendwie hab ich gar keine Lust mehr, je wieder MTVIVA zu sehen. „Make Noise - The Revolution Sleeps“... Carsten

BRIAN SETZER ORCHESTRA - THE ULTIMAT COLLECTION

Die Cheftolle der „Stray Cats“ hat hiermit eine Art Best Of-Album auf zwei CDs abgeliefert - allerdings komplett live. Und das mindert den Genuss keineswegs: Die Soundqualität ist erstklassig, das feine Live-Feeling gibt‘s gratis dazu. Auf insgesamt 31 Songs spielen sich Brian und seine Band im wahrsten Sinne des Wortes den Arsch ab, swingen wie Sau... Wer auf Swing und Rockabilly mit fetten Bläsersätzen steht, auf den typischen Big Band- Sound oder einfach nur Freude an guter Laune ohne allzu viel Plattheiten hat, ist hiermit bestens bedient. Oder kann‘s besser gehen, als im Cadillac mit großzügig Pomade im Haupthaar durch die Avenues zu cruisen und lässig den Finger schnippen zu lassen zu diesem Sound? Schwer vorstellbar. Gut, hab keinen Caddillac und ne Tolle auch nicht... Aber auf‘m Rad die Kölner Ringe runter geht auch! Das Besondere: Die erste CD enthält ein komplettes Konzert aus Montreal aus der Anfangszeit der Band, die zweite eins aus Japan, mitten in der Hochphase mit Grammys und Co., alles ungeschnitten und nicht groß nachbearbeitet plus fettes Booklet... Value for Money. Carsten