Betelpalme [areca catechu]
Der Name areca leitet sich möglicherweise von dem Kanaresewort adeke oder von malayalam adakka ab und bedeutet ”Kavalier“. In frühen Sanskritwerken taucht die Palme unter dem Namen gouvaka auf. sie wird schon in Jataka- und Pali-Schriften erwähnt. Angeblich soll die Palme erstmals aber von Herodot [ca. 340 v.chr.] beschrieben worden sein. Später wurde die Palme ebenso wie das Betelkauen von den meisten arabischen und europäischen Reisenden [z.b. Abd Allab Ibn Ahmad, Marco Polo, Vasco da Gama, Garcia da Orta, Abul fazal, jacobus bontius usw.] in ihren Reiseberichten mehr oder weniger genau dargestellt. Der britische Reisende R. Knox hat 1681 in seiner Historical Relation of the Island of Ceylon [London] – offensichtlich beeindruckt – den gebrauch der Betelnuss und ihre ökonomische Bedeutung beschrieben. Die erste europäische bildliche Darstellung der Betelnuß ist ein Kupferstich von Carolus Clusius aus aromatum et simplicium aliquot medicamentorum historia [Antwerpen 1605].

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Fast alle Betelpalmen sind angepflanzt. Die Herkunft einer angenommenen Wildform ist nicht ganz geklärt, möglicherweise stammt sie von den Sundainseln oder von den Philippinen [vgl. Rag-Navan und Baruah 1958]. Da sie nur in tropischen Regenwaldgebieten gedeihen kann, ist sie auf solche Gebiete in Vorder- und Hinterindien, Pakistan, Sri Lanka [Ceylon], den Malediven, Madagaskar, Ägypten, Ostafrika, Arabien, Südchina, Taiwan, Indonesien, Malaysia, Fiji und Melanesien beschränkt [Stewart 1994. 391]. Wild kommen die Betelpalmen in Malabar [Indien] vor.

Anbau
Die Betelpalme wird in erster Linie wegen ihrer Samen [Betelnüsse], aber auch als Zierpalme angebaut. Zu fast allen Palästen und Parkanlagen in Indien gehören Betelpalmen-alleen. Die Betelpalme kann auf verschiedenen Böden gedeihen. Der Anbau erfolgt durch vorgekeimte Samen. Die Schößlinge müssen im Schatten aufwachsen, da sie sonst von der intensiven tropischen Sonne zerstört werden könnten. Deswegen werden auf den Plantagen zunächst schattenspendende und schnellwachsende Bäume [z.B. Erythrina indica] angepflanzt. Die Palmen können nach 10 bis 15 Jahren Früchte tragen. Gewöhnlich werden nur die reifen Früchte geerntet. Eine Palme kann 45 bis 70 Jahre Früchte tragen. In Betelkulturen werden die Palmen recht oft von Pilzen, besonders vom Ganoderma lucidum, befallen.

Aussehen
Diese Fächerpalme wird bis zu 25 Meter hoch und bekommt einen 30 bis 50 cm dicken Stamm. Die gefächerten Wedelblätter werden ca. 2 Meter lang. Unter den Blättern befinden sich die männlichen und weiblichen Blüten in kolbigen Blütenständen. Die Palme treibt bis zu drei Fruchtstände mit jeweils 150 bis 200 Früchten aus. Die bis zu 7 cm lange elliptische Frucht enthält einen 3 bis 10 g schweren,

braunen, netzaderigen Samen [die eigentliche Betelnuß; Endosperm]. Die Betelpalme kann leicht mit der aus der Karibik stammenden Königspalme [Roystonea regia] und mit einigen Arten der philippinischen und ozeanischen Gattung Veitchia verwechselt werden. Sie ist kaum von den nah verwandten Arten Areca triandra RoxB. [Indien] oder Areca vestiaria zu unterscheiden.

Droge
Arekanüsse [Arecae Semen, früher: Semen Arecae, Nuces Arecae]; auch unter den Namen Betel nut, Areca nut, Noix d’arec, Puwag bekannt.
In Ceylon [Sri Lanka] werden gelegentlich die Samen der nah verwandten Areca concinna Thwaites als Substitut für echte Betelnüsse gekaut. Auf den Philippinen werden die Samen der Bungangipot genannten, ebenfalls nah verwandten Art Areca ipot als Ersatz verwendet [Stewart 1994:40']; auf den Andamanen sind die Palmsamen von Areca laxa Ham. ein Substitut; Areca nagensis Griff wird in Bengalen und Areca glandiformis Lam. sowie Calyptrocalyx spicatus Blume auf den Molukken verwendet. In Assam werden die Samen der jagingriube genannten Gnetum montanum Mark. als Ersatz für Arekanüsse gekaut. In Indien wird auch die Rinde von Loranthus falcatus L. [Loranthaceae] als narkotisch wirkender Ersatz für Arekanüsse benutzt. Die Früchte von Pinanga dicksonii Blume werden in Indien ebenfalls als Arekaersatz genutzt, die von Pinanga kuhlii Blume auf dem Malaiischen Archipel.

In vielen Gebieten Indiens werden die frisch geernteten Betelnüsse bevorzugt. Um sie frisch zu halten, können sie über mehrere Monate in einem Gefäß mit Wasser aufbewahrt werden. Wenn die Nüsse trocknen, werden sie sehr hart und lassen sich dann nur schwer zerkauen. Manchmal gelangen aber auch getrocknete

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