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Schikane
im südlichsten Bayern
Ich muss einfach mal loswerden, was bei uns (südlichstes Bayern) so läuft,
da die Verfolgung hier Überhand nimmt und fast nicht mehr zu ertragen
ist. Kleines Beispiel: Wir wurden, da unser Fahrer auf einer Liste steht,
auf der alle Führerscheininhaber, die schon einmal wegen Gras mit der
Polizei in Konflikt geraten sind, vermerkt sind, kontrolliert. (Kontrolle
des Kennzeichens: bei Übereinstimmung mit der Liste = gef...). Drei Streifenwagen
und sechs Polizisten waren deshalb im Einsatz. Ich hatte 0,5 g Gras dabei,
sonst war nichts am Start. Um uns Ärger zu ersparen, gab ich zu, dass
es meins war! Ich wurde sofort in Handschellen gelegt und von meinen Freunden
getrennt und ins Polizei-auto verfrachtet. Ich musste dann mit auf die
Wache und unser Fahrer musste auch mit, weil sie von ihm einen Urintest
haben wollten! Er hat sich aber auf eine Weise gerettet, die ich mir fast
nicht vorstellen kann! Hammer! (Das schreib ich ein anderes Mal, man weiß
ja nie, wer das hier liest). Auf jeden Fall haben sie uns dann noch ca.
eine Stunde lang vernommen (mit zwei Beamten), aber dennoch nicht mehr
als ein halbes Gramm Beute bei uns ergattert. Letzte Woche hab ich dann
den Bescheid bekommen, dass das Verfahren gegen mich eingestellt wurde.
Wochen der Ungewissheit liegen hinter mir, da ich in der Zwischenzeit
eine Verhandlung wegen Anbaus und Dealerei hatte (Ich habe einem alten
Arbeitskollegen zwei kleine Pflanzen geschenkt = 1.000,- Euro Geldstrafe
(ich fand’s noch ganz ok)). Deswegen wurde mir auch der Führerschein abgenommen
(obwohl ich nie positiv von den Bullen getestet worden bin...). Mir reicht’s
schon langsam! Eine Frage, die sich unsere Machthaber (diese kleinen Dagoberts)
mal stellen sollten: Inwieweit rechnet sich der Einsatz von so vielen
Beamten (sechs Polizisten kurzzeitig und zwei, die sich für über eine
Stunde mit uns beschäftigen mussten, und was weiß ich, was der Staatsanwalt
noch alles gemacht hat), für ein halbes Gramm Gras? Trödler
Verurteilt
wegen einer Aussage
Der Freund meiner Schwester war ein hohes Tier in einer Gummifabrik. Er
hatte zwei kleine Kinder und war seit einigen Jahren mit meiner Schwester
verheiratet. Alle lebten glücklich zusammen, bis eines Tages ein Brief
von der Staatsanwaltschaft ins Haus flatterte. In diesem Schreiben wurde
meinem Schwager ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen.
Er hatte kein schlechtes Gewissen. Aber nachdem er hörte, dass ihm der
Handel von zwei Kilo Haschisch zur Last gelegt wurde, bekam er es doch
mit der Angst zu tun. Es kam zum Gerichtsverfahren. Die Freundin eines
ehemaligen Freundes meines Schwagers hatte ihren Freund nach einem Streit
bei der Polizei angezeigt und behauptet, dass er zusammen mit meinem Schwager
Drogen gehandelt hätte. Sie sei angeblich Augenzeugin der Übergabe gewesen.
Vor Gericht wiederholte sie ihre Aussage. Obwohl mein Schwager seine Unschuld
beteuerte und auch der Freund dies bestätigte, wurde der angeblichen Zeugin
geglaubt. Mein Schwager bekam eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren ohne Bewährung.
Hier stand Aussage gegen Aussage und das sogar im Verhältnis 2:1 für den
Angeklagten. Meiner Meinung nach war dieses Urteil skandalös und endlos
ungerecht. Der Aufenthalt im Gefängnis zerstörte das Familienglück. Meine
Schwester ist seitdem wieder Single. Conni
Schmuggel
von zwei Kilo Gras
Ich
weiß heute nicht mehr genau, was mich damals dazu trieb, in die Niederlande
zu fahren, um dort eine große Menge Gras einzukaufen Es reizte mich, war
wie ein Abenteuer, das bei einigen Bekannten schon seit längerem so lief.
Die fuhren so einmal die Woche nach Holland und lebten nicht schlecht
davon. Das wollte ich wohl auch, und so kratzte ich Geld bei Freunden
zusammen, nahm noch mein Gespartes, packte meinen Hund ein und fuhr los.
Alles war einfach und klappte wie am Schnürchen. Schnell wurde ich fündig
und kaufte zwei Kilogramm Hanfblüten. Okay, dann kam der Rückweg. Ich
fuhr über den Autobahngrenzübergang Emmerich-Elten. Ich dachte, mein Hund
wäre eine gute Tarnung und dass ich als junge Frau auch nicht weiter kontrolliert
werden würde. Doch Pustekuchen! Der Grenzübergang war besetzt, eine Bundesgrenzschutzperson
stand bewaffnet da. Ich wurde gestoppt und nach den Papieren gefragt.
Gleichzeitig durfte ich rechts rüber in die Parklücke fahren. Augenblicklich
wurde mir heiß und kalt. Ich saß in der Falle. Nach nur allzu kurzer Zeit
wurde ich aufgefordert, in die spezielle Filzgarage nebenan zu fahren,
wo mein Auto gecheckt wurde. Sie fanden alles! Ich erzählte Ihnen, es
sei Eigenbedarf für mich und meine Freundinnen und wurde in Untersuchungshaft
nach Kleve gebracht. Dort kam ich dann gegen 3.000 DM Kaution bis zur
Gerichtsverhandlung wieder frei. Bei der Verhandlung wurde meine Aussage
in Zweifel gezogen und mir nahe gelegt, dass ich aus niederen Beweggründen
wie Habgier gehandelt hätte. Mein Urteil lautete 2 Jahre Haft ohne Bewährung.
Mein Sohn war damals 14 Jahre alt und ich zudem alleinerziehend. Außerdem
war ich nicht vorbestraft. Das hat jedoch niemanden bei Gericht interessiert...
Mary
Unterwegs
in Bayern
Es ist etwa ein halbes Jahr her, dass ein Arbeitskollege und ich geschäftlich
nach Bayern fahren mussten. Eigentlich meide ich dieses Bundesland, nicht
wegen seiner netten Bewohner und wunderschönen Landschaft - nein, weil
ich das Gefühl habe, die bayrische Polizei spinnt! Dieses Gefühl sollte
sich vor einem halben Jahr in Gewissheit wandeln... Wir waren also auf
der A3 aus Richtung Frankfurt nach Würzburg unterwegs, wo wir unseren
Geschäftstermin pünktlich um 15 Uhr wahrnehmen wollten, als wir plötzlich
von einem Polizeibulli überholt wurden. Ein Beamte glotzte uns total blöd
an und hielt uns wohl für super verdächtig, zumindest gingen die Lichter
an und wir mussten hinter dem Polizeifahrzeug her fahren. An der nächsten
Ausfahrt fuhren sie, uns im Schlepptau, ab und hielten an. Die üblichen
Fragen folgten, z.B. ob wir Drogen dabei hätten. Wir konnten aber nur
ein Tabakpäckchen anbieten, was ihnen aber offenbar nicht „drogig“ genug
war. Zumindest begannen sie damit, erst uns und dann das Auto zu durchsuchen.
Bescheuerterweise fanden sie im Aschenbecher im Rücksitzbereich ein (eigentlich)
leeres Tütchen mit Hanfblatt drauf. Man roch halt, dass da mal Hanf drin
gewesen sein könnte (ich frage mich immer noch, wer das da liegen gelassen
hat...). Für die Beamten war dies der Anlass, noch gründlicher zu suchen.
Mein Beifahrer musste sich sogar im Polizeibus ausziehen! Mich haben sie
dagegen so gut wie gar nicht durchsucht, was mich schon etwas gewundert
hat. Von mir wollten sie eine Urinprobe, was ich aber dankend ablehnte.
Denn eigentlich hätten wir zu diesem Zeitpunkt bereits bei unseren Geschäftspartner
sein müssen Außerdem musste ich gerade nicht aufs Klo (oder kann von euch
jemand auf Kommando pinkeln - vor allem, wenn jemand dabei zuschauen will?).
Ich durfte dann endlich bei unserem Geschäftstermin anrufen, um ihnen
den Grund für unsere Verspätung mitzuteilen. Ich hatte nicht den Eindruck,
dass mir geglaubt wurde. Schließlich konnte ich das alles selber kaum
glauben. Nach etwa zweistündiger Durchsuchung, die zu keinem anderen Ergebnis
kam, als zum besagten Fund des leeren Tütchens, mussten wir unsere Sachen
aus dem Auto nehmen und mit den Beamten zum Würzburger Polizeipräsidium
fahren. Schon unterwegs wurde der Notarzt bestellt, der mir Blut abnehmen
und eine Fahrtüchtigkeitsüberprüfung machen sollte. Mir wurde ganz elend
bei dem Gedanken, wie mir die Spritze in den Arm gerammt wird (das letzte
Mal bin ich während einer Routineuntersuchung beim Blutabnehmen zusammengebrochen
- Scheiß Spritzenphobie). Na ja, das Ganze lief dann doch besser als gedacht.
Der Arzt nahm mir also das Blut ab und schickte mich anschließend auf
den Flur, wo ich hin und her laufen musste. Außerdem sollte ich auf einer
Linie gehen und mir mit geschlossenen Augen an die Nase fassen. Vom Blutabnehmen
war mir noch so schwummerig, dass ich das alles wie in Trance erlebt hab.
Ein echt krasses Erlebnis... Als unsere Personalien aufgenommen und alle
Fragen gestellt waren, durften wir endlich gehen. Schließlich hatten wir
doch einen wichtigen Geschäftstermin. Unser Auto stand natürlich etwa
fünf Kilometer entfernt neben der Autobahn. Eigentlich hätten wir uns
ein Taxi nehmen können, doch die Beamten ließen sich breitschlagen, uns
mit ihrem tollen Polizeibulli direkt vor den Haupteingang der Firma zu
bringen, wo man schon seit Stunden auf uns wartete. Dort staunte man nicht
schlecht, und der Inhalt der darauffolgenden Besprechung war jedenfalls
kaum geschäftlicher Natur... Etwa vier Wochen später erhielt ich Post
von der Staatsanwaltschaft. Darin war zu lesen, dass das Ermittlungsverfahren
wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln eingestellt worden sei. „Super!“
dachte ich mir, wobei es mich schon interessiert hätte, wie man versuchen
will, ein leeres Plastiktütchen als Droge zu deklarieren. Aber es stand
noch das Ergebnis der Blutprobe aus. Vorzuwerfen hatte ich mir eigentlich
nichts, weil ich tagsüber und beim Autofahren grundsätzlich nicht kiffe.
Dennoch war ich mir nicht sicher, wie das Ergebnis der Fahrtüchtigkeitsüberprüfung
aussehen würde. Etwa acht Wochen hat es gedauert, bis ich aus Würzburg
Post erhielt. Zu meiner großen Erleichterung wurde mir mitgeteilt, dass
die Blutprobe negativ sei, was für mich sehr positiv war. Damit war alles
wieder in Ordnung. Na gut, sagen wir fast alles. Denn dieses Erlebnis
hatte zumindest für unsere bayrischen Geschäftspartner die Konsequenz,
dass wir auf Grund des „unkalkulierbaren Risikos bei Geschäftsbesuchen
von der Polizei festgehalten zu werden“ (etwas, was mir in keinen anderen
Bundesland bisher passiert ist), die Geschäftskontakte abbrechen mussten.
Für unsere Partner bestimmt ein Verlust, immerhin waren wir wichtige Kunden.
Leider hat das Unternehmen mittlerweile sogar schließen müssen. Wenn die
bayrische Polizei so weitermacht, werden sie sicher noch mehr Schaden
anrichten. Fragt sich nur, wozu das Ganze eigentlich gut sein soll...?
K.H.
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